Wohnen
Artikel vom 01.11.2014

Gesunde Gestaltung des Kinderzimmers: 5 Tipps gegen Schadstoffe

Eine gesunde Gestaltung des Kinderzimmers ist wichtig.
Die Gestaltung des Kinderzimmers sollte mit schadstoffgeprüften Materialien erfolgen - damit kleine Superhelden gut wachsen und gesund leben. Foto: djd/thx

Möbel, Bodenbeläge und Wohntextilien, Farben, Putze, Fenster und Türen: Wenn es um die Einrichtung des Kinderzimmers geht, wollen Eltern nur das Beste für ihre Kleinen. Doch bei der Auswahl sollten sie nicht nur auf Schönheit und Funktionalität achten, sondern auch geprüft schadstoffarme Produkte bevorzugen.

1. Tipp: Schadstoffgeprüfte Wohnungsausstattungen wählen

Experten für gesundes Bauen führten zusammen mit weiteren Partnern im eco-Institut Köln einen Vergleichstest durch. Überprüft wurde, wie sich geprüft schadstoffarme Türen, Fenster, Bodenbeläge, Farben, Putze und Möbel gegenüber Standardprodukten verhalten, die nicht auf die Abgabe von Schadstoffen geprüft sind. Für den Test wurden zwei Kinderzimmer normgerecht mit handelsüblichen Produkten nachgebaut, mit Messtechnik ausgestattet und unter Praxisbedingungen bei regelmäßiger Lüftung einem achtwöchigen Test unterzogen. Untersucht wurden vor allem zwei Schadstoffgruppen: Formaldehyd, das in hohen Dosierungen als krebserregend gilt, und flüchtige organische Verbindungen (VOC), die vor allem in Lösemitteln enthalten sind.

Kinderzimmer können farbenfroh und gesund gestaltet sein.
Gesunde Luft ist für Kinderlungen besonders wichtig. Foto: djd/thx

2. Tipp: Hohe Schadstoff-Konzentrationen in der Raumluft vermeiden

Die Untersuchung ergab, dass die Nutzung eines "konventionell" eingerichteten Kinderzimmers auch vier Wochen nach Beginn der Messungen nur deutlich eingeschränkt möglich ist, wenn man den Empfehlungen des Umweltbundesamtes (UBA) folgt. Die maximale Schadstoffkonzentration wurde mit einem Spitzenwert von über 5.000 Mikrogramm TVOC (Summe der VOC-Werte) je Kubikmeter Luft nach sieben Tagen erreicht. Sie lag damit in einem Bereich, den das UBA seinem Leitfaden für die Innenraumhygiene in Schulgebäuden als hygienisch bedenklich einstuft. Denn laut Leitfaden hält die oberste deutsche Umweltbehörde bei Werten größer 3.000 Mikrogramm der Aufenthalt in regelmäßig genutzen Räumen nur maximal für einen Monat akzeptabel. Es ist also sehr wichtig, dass man sich bei der Gestaltung des Kinderzimmers vorab eingehend informiert.

3. Tipp: 10 Mal weniger Emissionen durch schadstoffgepüfte Materialien

Die Messungen in dem Zimmer mit schadstoffgeprüften Materialien ergab dagegen eine maximale VOC-Belastung von 568 Mikrogramm pro Kubikmeter Raumluft, die nach etwa sieben Tagen erreicht war und danach kontinuierlich abnahm. Besonders deutlich zeigt ein direkter Vergleich der gemessenen Werte die Unterschiede: Die TVOC-Werte lagen für den Raum mit nicht schadstoffgeprüften Produkten über einen Messzeitraum von 28 Tagen zwischen acht und zehn Mal so hoch wie im Zimmer mit der emissionsarmen Einrichtung.

Liebevolle Gestaltung des Kinderzimmers macht die Kinder glücklich.
Durch schadstoffgeprüfte Materialien lassen sich Allergien und deren Bildung bei Kindern nachweislich vermeiden. Foto: djd/thx

4. Tipp: Allergie-Risiko für Kinder verringern

Babys und Kleinkinder verbringen täglich viele Stunden in ihrem "Reich" und sind daher den Belastungen in besonderem Maße ausgesetzt. Dass sollte man bei der Gestaltung des Kinderzimmers immer bedenken. Außerdem haben Kinder ein bis zu zehn Mal höheres Allergierisiko, wenn ihre Mütter während der Schwangerschaft in frisch renovierten Wohnungen leben. Ein weiteres Gesundheitsrisiko sind Weichmacher aus PVC-haltigen Produkten, zum Beispiel aus Bodenbelägen, Struktur-Tapeten oder Spielzeug, wie eine Untersuchung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ergeben hat.

5. Tipp: Gefahren durch gezielte Materialauswahl vermeiden

Die Gestaltung des Kinderzimmers sollten Eltern daher nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es ist heute mit etwas Aufmerksamkeit recht einfach, geprüft schadstoffarme Produkte zu kaufen. Die gute Nachricht: Sie sind nicht einmal wesentlich teurer als ungeprüfte Materialien - die Kosten liegen nur bis zu zehn Prozent höher als für Ausstattungen, die die Gesundheit der Familie gefährden können.

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