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Artikel vom 01.11.2014

Wärmepumpen im Altbau: Eine lohnende Investition

Lohnen sich Wärmepumpen auch im Altbau? Foto: heizungsfinder.de
Lohnen sich Wärmepumpen auch im Altbau? Foto: heizungsfinder.de

Laut neuesten Zahlen der KfW werden in 52% aller Neubauten Wärmepumpen eingesetzt. Im Zuge einer energetischen Sanierung entscheiden sich allerdings nur 8% aller Sanierungswilligen für den Einsatz einer Wärmepumpe, obwohl die große Mehrzahl der Gebäude auch eine neue Wärmedämmung bekommen hat. Also eine gute Ausgangsposition für Wärmepumpen.

Die Effizienz von Wärmepumpen

Wärmepumpen nutzen einen Großteil an Umweltenergie wie Luftwärme, Erdwärme oder auch Grundwasserwärme. Um diese Umweltwärme auf das gewünschte Temperaturniveau der Heizung "hochzupumpen", bedarf es Strom zum Antrieb eines Kompressors. In der Summe ergibt sich so die benötigte Heizwärme. Wieviel von der jeweiligen Energiequelle zum Einsatz kommt beschreibt die Jahresarbeitszahl (JAZ). Diese gibt das Verhältnis von produzierter Wärme zu eingesetztem Strom wieder. Eine JAZ von 4 bedeutet, dass mit einer Kilowattstunde Strom 4 Kilowattstunden Wärme erzeugt werden können. Je geringer die benötigte Vorlauftemperatur, desto größer die JAZ und desto höher die Effizienz der Wärmepumpe.

Der Einsatz von Wärmepumpen in Neubauten

Moderne Neubauten sind heute gut gedämmte Häuser mit einem möglichst geringen Energiebedarf. In der Regel kommen hierbei Flächenheizsysteme wie Fussboden- oder auch Wandheizungen zum Einsatz, da so Niedertemperaturheizungen besonders effizient betrieben werden können. So auch die Wärmepumpe. In einem typischen EnEV-Neubau mit Fußbodenheizung wird häufig nur eine Vorlauftemperatur von rund 30°C nötig. Eine Luftwärmepumpe kann in einem solchen Neubau übers ganze Jahr gesehen durchaus eine JAZ von 3,5 erreichen. Eine Erdwärmeheizung kann in diesem System bereits deutlich über 4 liegen. Diese hohe Effizienz macht Wärmepumpen zu einem idealen Heizsystem im Neubau.

Wärmepumpen im Altbau einsetzen

Laut KfW werden in etwa 80 % der mit Fördermitteln sanierten Gebäude Wärmeschutzmaßnahmen durchgeführt. Eigentlich ideale Voraussetzungen, um eine Wärmepumpe im Neubau und Altbau zu nutzen. Das dies nicht der Fall ist, liegt zum einen an den höheren Investitionskosten insbesondere von Erdwärmeheizungen. Im Gegensatz zu z.B. einer Gas-Brennwertheizung nehmen die Kosten für gerade diese Technik nahezu proportional zur benötigten Heizleistung zu. Während eine Gas-Brennwertheizung von 10 bis 20 kW mit nahezu gleichen Preisen von rund 10.000 Euro aufwarten kann, kostet eine Erdwärmeheizung mit 20 kW mit rund 35.000 Euro bereits 10.000 Euro mehr als ein Erdwärmeheizung mit 10 kW. Trotzdem sich die Investition in beiden Fällen lohnen würde, werden viele Altbausanierer von der "hohen" Anfangsinvestition abgeschreckt.

Wärmepumpen mit Heizkörpern betreiben

Ein weiterer Grund, warum Wärmepumpen in Altbauten weniger zum Einsatz kommen, ist das häufig vertretene Vorurteil, dass sich Wärmepumpen mit Heizkörpern nicht effizient betreiben ließen. Hintergrund ist, dass angenommen wird, dass Heizkörper immer mit einer hohen Vorlauftemperatur betrieben werden müssen. Dass dies nicht stimmt, sollte vielen Hausbesitzern eigentlich klar sein. Denn im Winter werden die Thermostatventile der allermeisten Heizkörper nie vollständig aufgedreht. Dies würde nämlich schnell zu einer Überhitzung des Raumes führen. Ist dies der Fall, so kann die Vorlauftemperatur der Heizung gedrosselt und die Thermostatventile ganz geöffnet werden. Das erhöht die Durchflussmenge und die gleiche Wärmemenge wird an den Raum abgegeben. So lassen sich auch Wärmepumpen im Altbau mit Heizkörpern effizient betreiben.

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