Renovieren
Artikel vom 12.10.2015

Steildach dämmen in 5 Schritten: Sparen leicht gemacht

Altes Dach wird neu gedämmt
Durchdachte Dämmsysteme bringen alles mit, um ein normales Steildach in wenigen Tagen fit für die energetische Zukunft zu machen. Foto: djd/Paul Bauder

Unzureichend gedämmte Dächer sind bei älteren Einfamilienhäusern eher die Regel als die Ausnahme. Dass sich eine Dachdämmung auf Dauer lohnt und von selbst bezahlt macht, daran zweifeln wahrscheinlich die wenigsten Hausbesitzer. Doch warum ist die Quote der energetischen Modernisierungen in Deutschland trotz Aufklärungskampagnen und staatlicher Förderprogrammen nach wie vor niedrig? Ein Grund dafür könnten Befürchtungen von Hausbesitzern sein, dass die Arbeiten an einem so wichtigen Bauteil wie dem Steildach langwierig, kompliziert, laut und schmutzträchtig seien. Bei ausgebauten Steildächern könnten Bedenken hinzukommen, dass die Räume im obersten Stockwerk durch die Dacharbeiten in Mitleidenschaft gezogen und während der Bauarbeiten nicht genutzt werden können. Richtig ist: Ganz ohne Aufwand ist die energetische Dachsanierung nicht zu haben. Doch beim Einsatz von Aufsparrendämm-Systemen hält sich der Aufwand in Grenzen, und die Räume unterhalb des Steildachs bleiben unberührt.

5 Schritte zur Dämmung des Steildachs

Dämmsystemen bei einem typischen Steildach sind in nur 5 Schritten umgesetzt und nur wenige Tage sind notwendig, um das alte Steildach mit einer zeitgemäßen Dämmung und einer neuen Eindeckung zu versehen. Wer clever plant, kann bei den sogenannten "Sowieso-Kosten" sparen. Ist zum Beispiel ein Neuanstrich der Fassade geplant, dann kann das dafür nötige Gerüst gleich noch für die Dachmodernisierung genutzt werden, so dass man sich einen Teil der Gerüstkosten schon mal sparen kann.

Dach wird nachträglich in wenigen Tagen gedämmt
Bedenken von Hausbesitzern, eine nachträgliche Dachdämmung sei extrem aufwändig, sind unbegründet. In der Regel ist die neue Dämmung samt Eindeckung bereits nach ein paar Tagen fertig. Foto: djd/Paul Bauder
Gedämmtes Hausdach mit Solarzellen spart Energie.
Wer Energie sparen will, fängt am besten beim eigenen Hausdach an. Foto: djd/Paul Bauder

Schritt 1: Alte Eindeckung des Steildachs entfernen

Im ersten Schritt werden die alten Dachziegel und Dachlatten entfernt. Eventuell vorhandene Zwischensparrendämmungen können weitergenutzt werden, sofern sie trocken, schimmel- und ungezieferfrei sind. Auch Innenverkleidungen der Dachräume bleiben unberührt. Eingerichtete Zimmer unterm Dach müssen also weder leergeräumt noch nach der Dachdämmung renoviert werden.

Schritt 2: Dampfbremse aufbringen

Im Schritt zwei wird die erste Funktionsschicht oberhalb der Sparren aufs Steildach gebracht: Die Dampfbremse. Sie besteht aus einer luftdichten und gleichzeitig dampfbremsenden Folie, deren Bahnen an den Nähten selbstklebend fest verbunden werden. Die Dampfbremse verhindert, dass Feuchtigkeit aus der Luft im Wohnraum - das sind in einem 4-Personen-Haushalt täglich ca. 10 Liter - in die Dämmschicht eindringen und dort Schäden verursachen kann.

Schritt 3: Dämmung verlegen

Im dritten Schritt erfolgt die Verlegung der eigentlichen Dämmschicht. Dämmelemente aus Polyurethan-Hartschaum besitzen eine besonders gute Wärmedämmleistung. Die Dämmung kann daher mit einer geringeren Dicke ausgeführt werden als mit anderen Materialien, was gerade in der Altbausanierung Vorteile bringt: Zum einen muss die vorhandene Dachkonstruktion weniger zusätzliche Belastungen tragen, so dass eine Verstärkung der aus Holz bestehenden Sparren aus statischen Gründen meist nicht erforderlich ist. Zum anderen verändert sich die Architektur des Steildachs weniger als bei stärkeren Dämmschichten. Dämmelemente, die rundum mit Nut und Feder ausgestattet sind, lassen sich schnell und lückenlos zusammenfügen. Eine fest mit dem Dämmelement verbundene oberseitige Deckschicht schützt gegen eindringendes Regenwasser von oben. Diese Schicht bezeichnet man auch als "zweite wasserführende Ebene". Denn sie leitet Wasser, das etwa bei starkem Wind oder Schneetreiben unter die Dacheindeckung, also die "erste wasserführende Ebene" gelangt ist, sicher zum Dachrand ab. Durch diese bereits integrierte Deckschicht kann ein Arbeitsschritt für die separate Verlegung einer zweiten wasserführenden Ebene eingespart werden, was Kosten spart.

Schritt 4: Unterkonstruktion für die Eindeckung des Steildachs

Im vierten Schritt kommt auf die fertige Dachdämmung mit Deckschicht eine sogenannte Konterlattung. Befestigt wird sie mit speziellen Systemschrauben in die darunter liegenden Holzsparren. Die Konterlattung bildet die Unterkonstruktion für die Dacheindeckung.

Schritt 5: Das Steildach eindecken

Im fünften und letzten Schritt erfolgt nur mehr die klassische Eindeckung des Steildachs mit Dachziegeln oder Dachsteinen. Danach ist das Dach fertig für viele Jahrzehnte der Nutzung.

Informationen zur Dämmung und Modernisierung eines Steildachs:

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