Renovieren
Artikel vom 01.11.2014

Sprühen statt Streichen: Tipps für Innenräume und Gartenmöbel

Das geht nicht nur schneller als mit Pinsel und Rolle, sondern macht auch noch richtig Spaß. Foto: djd/J. Wagner
Das geht nicht nur schneller als mit Pinsel und Rolle, sondern macht auch noch richtig Spaß. Foto: djd/J. Wagner

Gartenmöbel und Holzdecks mit Holzschutz versehen oder vergilbte Wände mit neuer Farbe auffrischen: Mit Pinsel oder Rolle bedeutet das viel zeitintensive Arbeit. Schneller und einfacher geht es mit modernen Farbsprühgeräten: Sprühen statt Streichen.

Sprühen statt Streichen: Die Vorteile eines Sprühgeräts

Mit nur einem Gerät sind Heimwerker für zahlreiche Anwendungsgebiete rund ums Haus gerüstet. Die meisten Geräte verfügen über zwei verschiedene Sprühaufsätze für Innenwandfarben und für dünnflüssige Materialien wie Lacke, Lasuren und Öle. Beim Sprühen selbst ist die kompakte Bauweise von Vorteil, die das Handling vereinfacht und bei der Aufbewahrung Platz spart. Sprühgeräte sind einfach zu bedienen und erzielen eine hochwertige Oberflächenqualität. Nicht zuletzt macht das Sprühen Spaß und geht schnell.

Vielseitige Sprühgeräte können dünnflüssige Lacke, Lasuren und Öle für den Holzschutz ebenso gut verarbeiten wie dickflüssige Innenwandfarbe. Foto: djd/J. Wagner
Vielseitige Sprühgeräte können dünnflüssige Lacke, Lasuren und Öle für den Holzschutz ebenso gut verarbeiten wie dickflüssige Innenwandfarbe. Foto: djd/J. Wagner

Tipps, um Innenräume zu malern

Zuerst sollte geprüft werden, wie tragfähig der Untergrund der zu beschichtenden Flächen ist. Dazu ein Stück Klebeband fest andrücken und ruckartig abziehen. Kleben Rückstände auf dem Streifen, muss der Untergrund vor dem Farbauftrag mit "Tiefgrund" behandelt werden. Das gilt auch für den Fall, dass beim Darüberstreichen Rückstände auf der Hand bleiben.

Farbkonzept überlegen und gewünschte Farbtöne mischen lassen

Dann sollte man sich ein Farbkonzept überlegen, wenn mehrere Farbtöne zum Einsatz kommen. Im Baumarkt oder im Farben-Fachgeschäft lässt man sich über ein Mixsystem die gewünschten Farbtöne mischen. Sinnvoll ist es, Farbkodierungen aufzuheben, damit die Farben bei späteren Renovierungen nachgemischt werden können. Hochwertige Farbe besitzt die höhere Deckkraft und geringeren Verbrauch. Das spart unter Umständen einen Arbeitsgang und ist auch bei stark verschmutzten, dunklen Wänden etwa mit Nikotinflecken sinnvoll.

Den Raum gut vorbereiten

Zunächst den Raum leer räumen, Steckdosen stromlos schalten, abschrauben und abkleben, Boden abdecken bzw. die Möbel in die Mitte des Raumes schieben und abdecken. Gut geeignet sind hierzu Karton, Malerfließ und/oder Folie. Auch Fenster und Türen abkleben. Zu diesem Zweck gibt es spezielles Malerband mit ausklappbarem Papier oder Folie. Um eine saubere Kante zu bekommen, muss man das Klebeband gut anzudrücken. Wichtig ist die Verwendung von Klebeband, das für den jeweiligen Untergrund geeignet ist, damit die Farbe nicht hinterfließt und keine Kleberückstände zurück bleiben. Müssen die Flächen vorbehandelt werden, zuerst einen "Tiefgrund" aufsprühen und trocknen lassen.

… und das Sprühgerät?

Die fertig abgetönte Farbe in den Sprühaufsatz einfüllen, zuschrauben und den Sprühaufsatz an die Turbine "klicken". Nach dem Einstecken des Netzsteckers ist das Gerät sprühbereit. Wer die Farbe selbst abtönt oder reines Weiß verarbeitet, sollte sie vor dem Einfüllen gut aufrühren.

Ecken und Kanten perfekt kolorieren ohne Vorstreichen: kein Problem mit einem Farbsprühsystem. Foto: djd/J. Wagner
Ecken und Kanten perfekt kolorieren ohne Vorstreichen: kein Problem mit einem Farbsprühsystem. Foto: djd/J. Wagner

Vor Arbeitsbeginn ist eine Sprühprobe auf einem Karton empfehlenswert. Die Materialmenge lässt sich an einem kleinen Rädchen am Griff stufenlos auf die Farbkonsistenz einstellen und die Luftmenge an einem Drehrad auf der Turbine an die Arbeitsgeschwindigkeit anpassen. Ist diese bei höchster Mengeneinstellung noch zu gering, kann die Farbe um etwa zehn Prozent verdünnt werden. Der Farbstrahl kann an der Düse horizontal oder vertikal ausgerichtet werden - je nach Arbeitsrichtung. Ist alles zur Zufriedenheit eingestellt, kann es losgehen. Wie bei allen handwerklichen Arbeiten ist geeignete Schutzkleidung zu empfehlen.

Tipps und Tricks für ein perfektes Sprühergebnis

Gearbeitet wird immer vom Licht weg. Man beginnt mit der Decke. Anschließend kommen die Fensterlaibungen sowie die Ecken der Fläche, die man sprühen möchte. Dann je nach bevorzugter Arbeitsrichtung mit passend eingestelltem Sprühstrahl die Fläche sprühen. Empfehlenswert sind vertikale Sprühbahnen. Dabei das Gerät in gleichbleibendem Abstand in etwa 15-20 Zentimetern Entfernung in gleichmäßigem Tempo bewegen. Die Sprühbahnen leicht überlappen lassen, so dass eine gleichmäßige Farbdeckung entsteht. Dies kann auch durch Sprühen im "Kreuzgang" erreicht werden, indem die Farbe zunächst vertikal, dann horizontal aufgetragen wird. Mit etwas Übung sind bis zu drei Quadratmeter Flächenleistung pro Minute zu schaffen. Ecken und Kanten werden einfach mitgesprüht, das Vorstreichen wie beim Arbeiten mit Pinsel und Rolle entfällt. Ob ein oder zwei Farbschichten nötig sind, verrät ein Blick auf die Farbherstellerangaben, es hängt von der Beschaffenheit des Untergrunds ab.
Experten-Tipp:
Wenn nur eine Kante gesprüht wird, kann mit einem Karton in der Hand entlang einer vorher akkurat geklebten Malerbandkante gesprüht werden. Auch so lässt sich ein sauberer Abschluss erzielen.

Vorteile beim Sprühauftrag von Lacken und Lasuren

Mit dem ersten Sprühauftrag wird eine geschlossene homogene Farbschicht und damit ein porentiefer Wetterschutz erzielt. Auch mit dem Pinsel schwer erreichbare Stellen wie Ritzen, Ecken oder Geflecht von Korbstühlen erreicht der Sprühstrahl ohne Mühe. Das Ergebnis ist eine rundum hochwertige Oberfläche.

Geübte Heimwerker schaffen mit einem Farbsprühsystem wie zum Beispiel Flexio bis zu drei Quadratmeter Wandfläche in der Minute. Foto: djd/J. Wagner
Geübte Heimwerker schaffen mit einem Farbsprühsystem wie zum Beispiel Flexio bis zu drei Quadratmeter Wandfläche in der Minute. Foto: djd/J. Wagner

Tipps zum Lackieren

Zur Vorbereitung muss alter, loser Lack mit Spachtel und Schleifpapier entfernt und tiefere Stellen mit geeigneter Spachtelmasse aufgefüllt werden. Intakte Altanstriche werden von Schmutz und Moos befreit, die Oberfläche mit feinem Schleifpapier gleichmäßig angeschliffen und der Schleifstaub gründlich beseitigt, so dass sie sauber und fettfrei ist. Für besten Wetterschutz sollte der Materialauftrag in mehreren Schichten erfolgen. Auch hier sind die Angaben der Farbhersteller hilfreich. Das Lackmaterial muss auf den Untergrund bzw. den Altanstrich abgestimmt sein. Unbehandeltes Holz sollte mit einer Schutzgrundierung, Kunststoff mit Haftprimer und Metall mit Rostschutz vorbehandelt werden. Die Form des Sprühstrahls lässt sich an der Düse einstellen: horizontal oder vertikal für einen breiten Sprühstrahl, diagonal für einen kompakten Punktstrahl, der sich besonders für schmale Objekte wie dünne Stuhl- und Tischbeine eignet. Die Materialmenge vor allem bei Ölen und Lasuren sollte man zunächst ganz gering einstellen und dann die Luftmenge entsprechend des eigenen Arbeitstempos regulieren - niedrig beginnen und gegebenenfalls erhöhen. Eine Sprühprobe ermittelt die richtigen Einstellungen. Für ein perfektes Ergebnis möglichst dünn sprühen, denn so werden "Läufer" vermieden und die Farbe trocknet schneller durch.
Beim Sprühen sollte der Richtungswechsel außerhalb des Objekts erfolgen, daher beginnt man mit dem Sprühvorgang kurz vor dem Objekt und sprüht darüber hinaus. Durch gleichmäßigen Abstand von 10-15 Zentimetern zum Objekt und gleichmäßiges Arbeitstempo entsteht eine schöne Oberfläche. So wird ein besonders gleichmäßiger Farbauftrag erreicht. Zuerst werden die nicht sichtbaren Seiten von Stühlen, Tischen, Klappläden etc. behandelt, dann Beine, Seiten und Kanten und erst zum Schluss die ins Auge fallenden "Schokoladenseiten".

Hinweise zur Pflege eines Sprühgeräts

Die Reinigung zum Schluss ist schnell erledigt, da nur der Sprühaufsatz mit der Farbe in Berührung kommt. Bei wasserlöslichen Lacken und Dispersionen genügt es, Behälter und Düse mit Wasser auszuspülen. Bei lösemittelhaltigen Lacken kommen entsprechende Lösemittel zum Einsatz, die anschließend fachgerecht zu entsorgen sind.

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