Renovieren
Artikel vom 18.06.2015

Mobilität im Alter: Tipps für barrierefreie Garagen

Im Rahmen einer barrierefreien Modernisierung können auch Garagentorantriebe zum Beispiel über die KfW gefördert werden. Foto: Foto: djd/Sommer Antriebs- und Funktechnik
Im Rahmen einer barrierefreien Modernisierung können auch Garagentorantriebe zum Beispiel über die KfW gefördert werden. Foto: Foto: djd/Sommer Antriebs- und Funktechnik

Barrierefrei zu bauen, bedeutet zugleich, an viele Details zu denken - bis hin etwa zur Garage oder dem Abstellplatz für das Auto. Wer im Neubau die Möglichkeit dazu hat, plant eine Garage am besten so ein, dass sie sich im Haus befindet oder direkt daran angebaut ist. So muss man für den Weg zum Auto nicht erst aus dem Haus gehen, sondern gelangt bei jedem Wetter warm und trocken dorthin. So ist die Mobilität im Alter sicher und bequem garantiert. Ist das nicht möglich oder gibt es bereits eine Garage, die nicht mit dem Haupthaus verbunden ist, dann sollten die Zugangswege keine Schwellen oder Stufen und keine Steigung über drei Prozent aufweisen. Zur Überbrückung kurzer Strecken etwa bei Stufen am Hauseingang können Rampen auch bis zu drei Prozent aufweisen.

Mit Hoftor- und Garagentorantrieben und einem direkten Übergang von der Garage ins Haus lassen sich auch ältere Immobilien altersgerecht umgestalten. Foto: djd/Sommer Antriebs- und Funktechnik
Mit Hoftor- und Garagentorantrieben und einem direkten Übergang von der Garage ins Haus lassen sich auch ältere Immobilien altersgerecht umgestalten. Foto: djd/Sommer Antriebs- und Funktechnik
Garagentorantriebe gibt es für so gut wie jedes Tor und jede Größe. Sie lassen sich mit überschaubarem Aufwand nachrüsten. Foto: djd/Sommer Antriebs- und Funktechnik
Garagentorantriebe gibt es für so gut wie jedes Tor und jede Größe. Sie lassen sich mit überschaubarem Aufwand nachrüsten. Foto: djd/Sommer Antriebs- und Funktechnik

Garagentor automatisieren und Mobilität im Alter sichern

Zu einer barrierefreien Garage gehört auf jeden Fall ein Garagentorantrieb. Statt das Tor mühselig hochzustemmen oder aufzuschieben, öffnet der Nutzer es per Knopfdruck auf eine Fernbedienung. Moderne Torantriebe bringen Sicherheitsfunktionen mit, die Schäden oder Verletzungen durch ein versehentliches Auslösen der Öffnungs- oder Schließfunktion verhindern. Eine Hinderniserkennung registriert sofort, wenn der Torflügel in seiner Bewegung gehemmt wird, stoppt die Bewegung in Sekundenbruchteilen und fährt das Tor in die Ausgangsposition zurück. Zudem sorgen die Antriebe auch für eine feste Verriegelung des Tors und schützen so gegen Einbruch.

Bewegungsflächen am Fahrzeug einplanen

Ideal ist eine Garage, die groß genug ist, um neben dem Fahrzeug rollstuhlgerechte Bewegungsflächen offen zu halten. Orientieren kann man sich an den Bewegungsflächen fürs WC, die laut Barrierefrei-Norm DIN 18040-1 nicht unter 150 x 150 Zentimetern liegen sollten. Auch im WC geht es ja ums Umsetzen des Rollstuhls. In einer Doppelgarage sind diese Bewegungsflächen von Haus aus vorhanden; im Bedarfsfall darf dann eben nur ein Fahrzeug eingestellt werden.

Zugangstür zum Haus

Bei einer direkten Verbindung von der Garage ins Haus sehen die Bauvorschriften eine Brandschutztür vor. Das Innenmaß der Tür soll laut Barrierefrei-Norm bei einer rollstuhlgerechten Mindestbreite von 90 Zentimetern liegen. Da Brandschutztüren schwerer als normale Modelle sind, kann dafür ebenfalls ein motorischer Antrieb eingeplant werden, der über Fernbedienung oder Wandtaster ansteuerbar ist. Ein Motorantrieb kann dafür sorgen, dass die Tür sich automatisch wieder schließt und verriegelt. So ist immer sichergestellt, dass keine Abgase aus der Garage ins Haus dringen. Durch eine Verriegelung wird zudem verhindert, dass sich Langfinger Zutritt zu den Räumen verschaffen können, falls das Garagentor einmal nicht geschlossen sein sollte. Schwellen oder Stufen sind beim Übergang zwischen Haus und Garagenraum zu vermeiden. Türen können auch schwellenlos ausgelegt sein.

An Barrierefreiheit im eigenen Zuhause sollte man nicht erst dann denken, wenn körperliche Einschränkungen zu beklagen sind. Beispiel Garagentorantrieb: Vieles, was Haus und Wohnung altersgerechter macht, bietet auch in jungen Jahren einen echten Komfor
An Barrierefreiheit im eigenen Zuhause sollte man nicht erst dann denken, wenn körperliche Einschränkungen zu beklagen sind. Beispiel Garagentorantrieb: Vieles, was Haus und Wohnung altersgerechter macht, bietet auch in jungen Jahren einen echten Komfortgewinn. Foto: djd/Sommer Antriebs- und Funktechnik

Gute Beleuchtung nicht vergessen

Sowohl die Garage selbst als auch der Übergang dahin sollten gut ausgeleuchtet sein, um Unfallgefahren zu vermeiden. Gut geeignet sind Beleuchtungen mit Bewegungsmelder, die sich bei Annäherung eines Benutzers selbst einschalten. Praktisch ist auch ein integrierter Laserstrahl als Parkhilfe. Einmal auf die richtige Position eingestellt, macht er es einfacher, das Fahrzeug immer genau so abzustellen, dass die nötigen Bewegungsräume frei bleiben.

Die Tipps zur barrierefreien Garage in Kürze

  • Direkte Verbindung vom Haus in die Garage schaffen
  • Keine Schwellen und Stufen auf dem Weg von der Wohnung ins Fahrzeug
  • Garagenraum groß genug für Bewegungsflächen neben dem Kfz planen
  • Mindest-Türbreiten 90 Zentimeter lichtes Maß
  • Garagentorantrieb fürs Öffnen und Schließen installieren
  • Gegebenenfalls zusätzlich Hoftorantrieb einbauen
  • Gegebenenfalls Türantrieb für Brandschutztür zwischen Garage und Haus installieren
  • Gute Beleuchtung vorsehen - Schaltung über Bewegungsmelder oder Fernbedienung
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