Renovieren
Artikel vom 01.11.2014

Selber eine Mauer einziehen – so geht’s.

Mauer einziehen – so geht’s. Foto: © Gina Sanders - Fotolia.com
Mauer einziehen – so geht’s. Foto: © Gina Sanders - Fotolia.com

Ebenso wie sich unser Leben in einem permanenten Wandel befindet, können sich auch die Anforderungen an unseren Wohnraum zeitweise verändern. Familienzuwachs, eigene veränderte Bedürfnisse oder einfach nur eine effizientere Nutzung des Wohnraums können Gründe für eine Umstrukturierung dessen sein.

Zunächst einmal ist es wichtig, zu unterscheiden, ob man in einem Mietobjekt wohnt oder ob man ein Eigenheim besitzt. Denn in der Regel ist es so, dass alle Mieter zwar Veränderungen im Wohnraum vornehmen dürfen, diese aber rückbaufähig sein müssen. Das heißt, bei Verlassen eines Mietobjektes, also bei einem Auszug, muss diese Veränderung so rückgängig zu machen sein, dass sich später im Raum keine Spuren dieser Veränderung mehr befinden.

Bauliche Veränderungen im Mietobjekt verlangen daher immer die ausdrückliche und schriftliche Genehmigung durch den Eigentümer bzw. den Vermieter.

Bei einem Eigenheim sieht das schon anders aus. Da es sich wie im Wort selbst erwähnt, um Eigentum handelt, darf man innerhalb des Hauses im Rahmen der statischen Möglichkeiten auch Wände setzen, nicht jedoch jede einreißen, ohne zu wissen, ob diese tragend ist. Hierzu wird die Unterstützung eines Statikers oder eines Architekten notwendig. Bei einigen Bauvorhaben kann es jedoch auch notwendig sein, eine Baugenehmigung zu beantragen. Informieren Sie sich daher im Vorfeld genau, am besten bei einem Fachbetrieb.

Mauer aus Stein einziehen

Eine Mauer aus Stein ist eine recht stabile und bleibende Baumaßnahme, wer sich entschließt eine Steinmauer einzuziehen, der sollte vorher sicher sein, dass diese bauliche Anpassung langfristig gewollt ist.  Der einfachste Weg eine Trennwand einzuziehen ist sicherlich die Trockenbauwand. Allerdings sind Wärmedämmung und Schallisolierung hier nicht die aller besten. Wo es möglich ist, empfiehlt es sich daher eine Wand aus Ziegelsteinen oder Gasbetonsteinen, auch als Ytong bekannt, zu errichten. Das ist gar nicht so schwer und durch die leichte Bearbeitung, welche mit diesen Steinen möglich ist, passen sich die Steine an fast jede Wohnlage an.

Vorbereitung: Benötigte Materialien und Werkzeuge

Gasbetonsteine, Klebemörtel, Dämmstreifen, große Metallwinkel in den Maßen 10x15 cm, Bauschaum und eine Glasfasermatte. Ein Zollstock und ein Stift, eine Wasserwaage, ein Gummihammer, ein Raspelbrett, eine Maurerkelle, Meißel und Richtlatte, ein Eimer für den Mörtel, Betonbohrer (10mm), ein Rillenkratzer für Gasbetonsteine, eine Bohrmaschine mit einem Quirl und eine Säge für die Anpassung der Steine, am besten eignet sich eine Alligator-Säge.

Vorarbeiten gewissenhaft durchführen

Bevor die Bauarbeiten beginnen können, geht es erst einmal an die Vorarbeiten. Hierfür müssen im betreffenden Bereich sowohl alte Baurückstände an Wänden, Boden und Decke entfernt, als auch sonstige Beläge, wie Tapeten, Teppiche, andere Bodenbeläge oder Deckenbeläge beseitigt werden. Der Untergrund darf lediglich aus Estrich bestehen. Weiter geht es mit dem Abmessen und anzeichnen. Hierzu wird der Wandverlauf an allen Seiten (Wand, Boden, Decke) ausgemessen und angezeichnet. 

Unser Tipp: Auch wenn die Vorarbeiten sich hinziehen – es ist wichtig diese genau und in Ruhe zu erledigen. Denn wird hier nicht gründlich gearbeitet kann das bedeuten, dass die Wand am Ende nicht gerade verläuft oder sogar die Statik darunter leidet. Alle Arbeit war dann umsonst, weil die Wand einsturzgefährdet sein kann. Also lieber doppelt messen und einmal anzeichnen! In der Ruhe liegt ja bekanntlich die Kraft.

Damit keine Feuchtigkeit in die neue Wand eindringen kann, welche durch Kondensation durchaus entstehen kann, wird zu Beginn der eigentlichen Bauarbeiten Klebemörtel am Boden und an den Wänden aufgetragen. Dieser fungiert als eine Art Sperrschicht. Falls der Untergrund nicht 100% gerade ist, kann in diesem Arbeitsschritt auch eine Ausgleichsschicht aufgetragen werden. Mithilfe der Wasserwaage und der Richtlatte lässt sich das präzise ermitteln und der Untergrund für das Aufsetzen der Steine vorbereiten. 

Los geht’s – so mauert man eine Innenwand

Als Erstes wird mit der Maurerkelle eine max. 1cm dicke Schicht Klebemörtel aufgetragen. Wichtig ist hierbei, dass diese gleichmäßig ist. Hierauf können nun die ersten Steine gelegt werden. Also eine Reihe am Boden entlang. Sollte nun Mörtel aus der Fuge herausquellen, können Sie diesen mit der Kelle vorsichtig abnehmen. 

Da die Steine versetzt aufeinandergelegt werden sind die Alligator-Säge und das Raspelbrett prima Hilfsmittel. Mit der Säge lassen sich ganz einfach Steine passend vorbereiten, was bei Gasbeton nicht sehr mühsam ist. Dann folgt die zweite Steinreihe, die ebenso zunächst durch den Auftrag von Mörtel und das Aufsetzen von Steinen gefertigt wird. 

In der dritten Reihe jedoch kommen auf der linken und der rechten Seite die Winkel zum Einsatz, diese werden mit der Wand verschraubt und die Gasbetonsteine arretiert, sodass die Wand zusätzliche Stabilität erhält. Durch das Auftragen von etwas Mörtel werden sie dann vollends in die Wand integriert. Um auch im Weiteren Verlauf der Wand für Stabilität zu sorgen, sollte dieser Arbeitsschritt alle drei Reihen wiederholt werden. Unterhalb der Decke solle jedoch ein Spalt von ca. 1 bis 1 ½ cm freigelassen werden. 

Unterhalb der Decke wird nämlich abschließend die Wand mithilfe der Glasfasermatte abgeschlossen und mit Bauschaum aufgefüllt. Dieser Schritt ist statisch von Bedeutung, da durch den weichen Schaum das Gewicht der darüberliegenden Decke nicht auf die Trennwand übertragen wird. Da es sich bei Gasbeton, um ein sehr leichtes Material handelt, kann auf diese Weise nicht sichergestellt werden, dass diese Wand das Gewicht in ausreichender Weise tragen könnte. 

Unser Tipp: Sollten Sie unbedingt eine tragende Wand einziehen wollen, dann bitten Sie einen Architekten oder Statiker um Mithilfe. Nur dieser kann für eine ausreichende Stabilität sorgen, indem er entsprechende Berechnungen durchführt und diese in die Planung der Wand einbezieht!

Nacharbeiten und Dekorationen

Das Gute an Gasbeton ist, dass kaum Arbeiten im Nachgang anfallen. Nach einer Trocknungszeit der Mauer von 14 Tagen, kann diese verspachtelt werden. Im Nachhinein kann dann ganz einfach tapeziert oder gestrichen werden. Natürlich lassen sich auch verschiedene Putze aufbringen. Sollte man an dieser Wand außerdem auch noch Steckdosen anbringen oder Kabel verlegen wollen, ist es durch das flexible Material ohne Umstände möglich entsprechende Aussparungen hinein zu stemmen und die passenden Installationen vorzunehmen. 

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