Renovieren
Artikel vom 01.11.2014

Holzdielen abschleifen: 3 Schritte, um das Parkett zu renovieren

So schleift man Holzdielen richtig ab – Schritt für Schritt Anleitung; Foto: © Günter Menzl - Fotolia.com
So schleift man Holzdielen richtig ab – Schritt für Schritt Anleitung; Foto: © Günter Menzl - Fotolia.com

Holz verleiht einem Raum ein ganz besonderes, behagliches Wohngefühl. Nicht selten versteckt sich in einem Altbau unter vermeintlich dicker Farbe ein wunderschöner Dielenboden. Auch etwas in die Jahre gekommene Böden ohne Farbanstrich können von Zeit zu Zeit einen neuen Anschliff und eine Erneuerung der Versiegelung vertragen.

1. Schritt: Schleifen 

Je nachdem, ob es sich um einen alten Boden handelt, der einen neuen Schliff braucht oder einen komplett neu verlegten sind einige Vorkehrungen zu treffen.

Einen alten Holzboden anschleifen:

Sofern man einen alten Holzboden sein Eigen nennt, ist es sinnvoll diesen bis auf das rohe Holz hinunterzuschleifen. Natürlich sollte man vorher generell die Arbeitsfläche möglichst freihalten. Das heißt, Möbel, Teppiche, Vorhänge und anderes Interieur sollten aus dem Raum entfernt werden. Auch die Sockelleisten müssen entfernt werden, um die Wände jedoch zu schützen, kann man dann zwischen Wand und Boden kleine Holzkeile anbringen. 

Einen neuen Holzboden anschleifen:

Das Anschleifen eines neuen Holzbodens unterscheidet sich von einem alten Boden lediglich dadurch, dass man einen neuen Boden nicht bis auf das rohe Holz herunter schleift, sondern lediglich die Oberfläche begradigt. Sodass eine gleichmäßige, ebene Fläche entsteht.

Vorbereitungen am Boden

Damit es später keine bösen Überraschungen gibt, sollte man vor Arbeitsbeginn prüfen, ob es lockere Holzteile im Bodenbelag gibt und herausstehende Nagelköpfe gewissenhaft versenken. Später herausstehende Nagelköpfe können das Schleifpapier oder sogar die Maschine beschädigen. Danach noch einmal den Bodenbelag gründlich mit dem Staubsauger reinigen.

Zeit für’s Grobe - jetzt geht’s ans Schleifen

Bevor man mit dem Anschleifen beginnen kann, sollte geklärt sein, was genau in Ordnung zu bringen ist. Handelt es sich um das Entfernen von Laufspuren, gibt es Farbunterschiede im Holz, die behoben werden sollen oder ist der gesamte Fußboden sanierungsbedürftig?

Erfrischungskur für den Holzboden

Soll nur ein einheitliches oder frischeres Farbbild geschaffen werden, ist es nur erforderlich, die schadhafte Lackschicht auf dem Boden zu entfernen. Hierzu nimmt man am besten einen Schwingschleifer und beginnt damit die Lackschicht matt anzuschleifen. Im Nachgang kommt dann eine neue Versiegelung auf den Boden. Das ist die einfachste Art, dem Boden ein neues Gesicht zu verleihen. Das Entfernen von Laufspuren und das Aufarbeiten eines Holzfußbodens zieht weitere Arbeitsschritte nach sich. 

Unser Tipp: Achten Sie auf die Schleifrichtung, nicht jeder Boden wird gleich geschliffen. Dielenboden wird parallel zum Verlauf der Dielen geschliffen. Stabparkett wird in einem Winkel von 7 bis 15 Grad geschliffen und im Nachgang fein in richtung der Fasern. Und Mosaikparkett oder Parkett im Würfel-Format – wird diagonal zum Verlauf der Fasern und von links nach rechts geschliffen. Der Schleifvorgang erfolgt in mehreren Arbeitsschritten, hierbei beginnt man mit einer groben Körnung des Schleifpapiers z. B. 40 und wird dann immer feiner sodass man am Ende mit einer Körnung des Schleifpapiers von z. B. 100 abschließt. 

Richtiges Schleifen

Um eine möglichst gleichmäßige Oberfläche zu erhalten ist es wichtig, dass man die Schleifmaschine ruhig und gleichmäßig über den Holzboden bewegt. Auf keinen Fall sollte man während des Schleifvorgangs stehenbleiben oder die Richtung ändern. Der Boden „merkt“ sich alles was man beim Schleifen tut.
Das Ändern der Richtung, zu viel Druck oder anderes Fehlverhalten während des Arbeitsganges kann zur Folge haben, dass sich Vertiefungen im Boden bilden, die man dann nicht mehr entfernen kann. Gewissenhaft zu arbeiten ist daher sehr wichtig. Um kleinere Unebenheiten aus dem Bodenbelag zu entfernen sollte man auf eine bestimmte Vorgehensweise achten. Hierzu wird im rechten Winkel zur eigentlichen Schleifrichtung geschliffen. Das Schleifpapier muss hier nicht gewechselt werden, sondern das bisherige bleibt einfach auf dem Gerät, bzw. die Körnung des Schleifpapiers wird beibehalten.
Im Anschluss noch einmal in die ursprüngliche Schleifrichtung schleifen, so kann verhindert werden, dass eventuelle Schleifspuren sichtbar bleiben, die durch das gegen die Faser schleifen entstehen können. Ein ordentlicher Schliff wird erreicht, wenn vom Fenster weg mit der Richtung des einfallenden Lichts gearbeitet wird. Als krönenden Abschluss, die Fläche gut absaugen und gegebenenfalls mit einem leicht feuchten Tuch abwischen.

Unser Tipp: Lassen Sie den Auffangbeutel vom Schleifgerät nicht zu voll werden, das hat zur Folge, dass sich die Saugleistung vermindert und unter Umständen der Untergrund mit nicht aufgesaugtem Staub bedeckt wird. Zusätzlich sollte der Beutel vor möglichen Entzündungsquellen ferngehalten werden.

2. Schritt: An die Ecken fertig los…

Auch die Ecken und Kanten müssen gewissenhaft geschliffen werden, um das möglichst effizient umsetzen zu können, eignet sich eine sogenannte Eckenschleifmaschine. Auch hier muss sowohl sorgfältig als auch mit Bedacht geschliffen werden. Begonnen wird mit einer 40er Körnung. Die Eckenschleifmaschine wird dann, ohne Druck auszuüben, mit kreisenden Bewegungen über den Untergrund bewegt.
Ebenso wie bei der großen Schleifmaschine, sollte während des Schleifvorgangs kein Stillstand herrschen, um Vertiefungen oder sogar Brandspuren zu vermeiden. Dann kommt zum Abschluss der finale Schliff mit einer feinen Körnung (100). Besonders zu beachten sind die Übergänge von den Flächen zum Rand und auch die versteckten Ecken, wie beispielsweise unter dem Heizkörper und in kleinen Nischen. Für Heizkörperübergänge gibt es in der Regel passende Aufsätze, die sich auf die Schleifmaschine aufsetzen lassen. 

Unser Tipp: Eine professionelle Schleifmaschine lässt sich meist im Baumarkt oder im Maschinenfachhandel gegen Gebühr ausleihen. Hier erhält man gleich noch wichtige Informationen sowie eine kurze Einweisung.

Was tun gegen Risse oder loses Holz?

Über die Jahre kann es schon mal vorkommen, dass sich Dielen und Parkettstäbe lösen oder kleine und größere Risse entstehen. Diese lassen sich am besten vor dem letzten Schleifgang korrigieren. Also gilt es genau, zu prüfen, ob irgendwo Risse oder lose Dielen zu finden sind. Loses Holz kann ganz einfach wieder befestigt werden. Bei Rissen ist Folgendes zu tun: Mit einer speziellen Lösung aus dem Baumarkt und etwas Schleifstaub, lässt sich eine Reparatur-Mischung erstellen. Wie ein Teig mischt man Lösung und Schleifstaub zu einer zähen Masse und füllt damit die Risse auf. Am besten eignet sich hierzu ein Spachtel. Je nachdem wie groß der Riss ist kann es sein, dass dieser Vorgang wiederholt werden muss. Nach einer Wartezeit von einer halben bis dreiviertel Stunde ist die Masse ausgehärtet und der letzte Schliff kann vorgenommen werden.

3. Schritt: Nach dem Schleifen kommt die Versiegelung

Ist das Schleifen erfolgt, geht es nun daran den Boden zu versiegeln, und ihn somit vor äußeren Einflüssen zu schützen. Um eine langlebige Versiegelung zu erreichen ist es erforderlich, die gesamte Oberfläche noch einmal gründlich zu reinigen. Das heißt, noch einmal gründlich mit dem Staubsauger alle Staubreste aufsaugen. Erst dann kann mit der eigentlichen Versiegelung begonnen werden. Hierzu wird, je nach Untergrund, Holzboden- oder Parkettlack aufgetragen. Das geschieht am besten in gleichmäßigen Streichbewegungen, die man besonders gut mit einer passenden Rolle erreicht. Hierbei sollte immer so lackiert werden, dass man sich von der Lichtquelle wegbewegt. 

Unser Tipp: Achten Sie beim Versiegeln darauf, dass kein direktes Sonnenlicht auf den Boden trifft, nur so kann man einer Bildung von Bläschen vorbeugen. 

Am besten gelingt die Lackierung, wenn man jeweils in Streifen von 1,50m Breite den gesamten Raum nach und nach lackiert. Dann lässt man die Versiegelung 24 Stunden trocknen, bevor man einen zweiten Auftrag aufbringt. Dazwischen sollte ein weiterer Anschliff stattfinden, hierzu eignet sich ein Schleifpapier mit einer 120er Körnung. Diesen Zwischenschliff kann man sowohl mit einem Handschleifgerät, als auch komplett von Hand durchführen.

Nachdem man dann den zweiten Auftrag aufgebracht hat kann man den Boden nach weiteren 24 Stunden Trocknung begehen, ihn aber noch nicht zu 100% belasten. Erst nach ca. 14 Tagen kann man ihn dann auch voll beanspruchen. Solange benötigt die Versiegelung und das Holz, um einen entsprechenden Schutz aufzubauen.

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