Renovieren
Artikel vom 20.10.2014

Dielenboden aufarbeiten: In 9 Schritten alte Holzböden auffrischen

Mit dem passenden Werkzeug und Pflegemitteln können auch Heimwerker beanspruchte Dielenböden wieder aufarbeiten. Foto: djd/Biopin
Mit dem passenden Werkzeug und Pflegemitteln können auch Heimwerker beanspruchte Dielenböden wieder aufarbeiten. Foto: djd/Biopin

Wer ein altes Haus kauft oder in eine Altbauwohnung zieht, sollte sich auf die eine oder andere Überraschung gefasst machen. Dabei sind es nicht immer Mängel, die für Verdruss sorgen können. Nicht selten gibt es auch ungeahnte, positive Überraschungen: Wer etwa unter einem Teppichboden oder PVC-Belag alte, längst vergessene Holzdielen findet, kann sich freuen. Den Dielenboden aufzuarbeiten, lohnt allemal und ist meistens nicht nur preiswerter, sondern auch viel attraktiver als eine Neuverlegung.

Dielenboden aufarbeiten: Der Aufwand lohnt sich

Dabei können auch Heimwerker in Eigenregie alten Holzdielen im Do-it-yourself-Verfahren zu neuem Glanz zu verhelfen. Vorausgesetzt, sie verfügen über die passenden Geräte und setzen geeignete Pflegemittel ein. Mit einem Profi-Leihgerät aus dem Baumarkt ist das Abschleifen der Dielen relativ schnell und einfach erledigt. Auf diese 9 Arbeitsschritte kommt es dabei an:

1. Schritt: Zunächst schaffen Sie sich eine freie Arbeitsfläche, indem Sie Teppiche und Möbel entfernen.

2. Schritt: Entfernen Sie die Sockelleisten. Das geht am besten mit einem kleinen Meißel.

3. Schritt: Prüfen Sie die Beschaffenheit des Bodens. Gelöste Holzteilchen müssen festgeleimt werden und hervorstehende Schrauben- oder Nagelköpfe versenkt werden.

4. Schritt: Saugen Sie vor dem Schleifen den Boden noch einmal gründlich ab.

5. Schritt: Beginnen Sie mit dem Schleifen in Richtung des Lichteinfalls - also vom Fenster weg. Dielen werden immer parallel zum Dielenverlauf geschliffen. Nur bei Unebenheiten empfiehlt sich eine diagonale Schleifbewegung, wodurch die Unebenheiten schneller plan werden. Bewegen Sie die Schleifmaschine ruhig über den Boden. Solange die Schleifwalze läuft, dürfen Sie keinesfalls stehen bleiben oder die Richtung ändern, weil sonst Vertiefungen entstehen können, die sich nicht mehr beseitigen lassen.

6. Schritt: Um den Altanstrich restlos zu entfernen, müssen Sie den Boden mehrmals abschleifen - zunächst mit einer Körnung von 80, 120, 180 und zuletzt mit einer ganz feinen 240er Körnung.

7. Schritt: Leichte Dellen im Holz können Sie ebenfalls mit dem Schleifgerät glätten, schwieriger wird es mit größeren Wölbungen. Dazu sollte man mögliche Feuchtigkeit zunächst austrocknen lassen, bevor die verzogenen Dielen mit Schrauben oder Nägeln fixiert werden. Risse im Holz lassen sich dagegen gut mit einer Mischung aus Holzleim und Schleifstaub spachteln.

8. Schritt: Vor dem letzten Schleifgang kommt die Rand- und Eckenschleifmaschine zum Einsatz, mit der die bisher unbearbeiteten Flächen angeschliffen werden. Auch hierbei gilt: Ständig in Bewegung bleiben, um Schleifschäden zu vermeiden. Am besten, man beginnt mit einer 40er Körnung und nimmt für den abschließenden Feinschliff eine 100er Körnung.

9. Schritt: Saugen Sie den Boden noch einmal gründlich ab und wischen Sie mit einem feuchten Tuch drüber.

Nach dem Aufarbeiten erstrahlt der Dielenboden in neuem Glanz. Foto: djd/Biopin
Nach dem Aufarbeiten erstrahlt der Dielenboden in neuem Glanz. Foto: djd/Biopin

Dielenboden aufarbeiten: Ein Finish mit Lack, Öl oder Wachs?

Anschließend folgt das Finish. Ob sich der Heimwerker für Lack, Öl oder Wachs entscheidet, hängt weitgehend von der Beanspruchung ab. Während mit Lack versiegelte Böden belastbarer und pflegeleichter sind, bieten Öle und Wachse den Vorteil, dass das Holz seine Atmungsfähigkeit behält. Jedoch sind gewachste oder geölte Holzböden weniger pflegeleicht und nicht so abriebfest wie lackierte. Geölte Oberflächen haben aber den unschlagbaren Vorteil, dass jede Art von Kratzern leicht zu überarbeiten ist, was bei lackierten Oberflächen meist ein komplettes Neustreichen fordert.

Nur mit Öl behandeltes Holz braucht den größten Pflegeaufwand, deshalb empfehlen Experten, die Dielen nach dem Ölen zusätzlich zu wachsen oder gleich zu einem Hartöl oder Hartwachsöl zu greifen, dabei ist die Oberfläche leicht glänzender als bei einer reinen geölten Oberfläche. Insgesamt bringt diese Methode jedoch die meisten Vorteile, denn das Holz behält seine Vorzüge für ein gesundes Raumklima und lässt sich jederzeit unkompliziert nachbehandeln und reparieren. Den Dielenboden aufzuarbeiten, gelingt auf diese Weise auch Heimwerkern mühelos.

Tipps zur richtigen Handhabung von Hartöl

Wichtig ist dabei die richtige Handhabung. Hartöl oder Hartwachsöl sollte vor der Verarbeitung gut aufgerührt werden. Anschließend wird es in ein bis zwei Anstrichen auf das Holz verteilt. Auf stark saugenden Hölzern kann ein weiterer Anstrich notwendig werden. Zwischendurch gut trocknen lassen. Zudem ist darauf zu achten, dass kein überflüssiges Öl auf der Oberfläche verbleibt, weil es sonst zu Glanzunterschieden kommen kann. Nicht eingezogenes Hartöl sollte nach etwa 20 Minuten mit einem Lappen oder Gummispachtel abgenommen und verteilt werden. Noch ein Tipp dazu: Lieber zweimal sehr sparsam auftragen als einmal zu dick! Bei mittlerer Luftfeuchtigkeit, Temperaturen um 20 Grad Celsius und kräftigem Lüften kann die mit Hartwachsöl behandelte Fläche bereits nach fünf bis sechs Stunden poliert werden. Wenn der Heimwerker mit der Maschine polieren will, ist eine Wartezeit von 24 Stunden empfehlenswert.

Natürlich für ein gesundes Raumklima

Pflanzenöle, Naturharze, Bienenwachs und Pigmente aus Mineralien sind seit Jahrhunderten Bestandteile eines dauerhaften Holzschutzes. Frei von gesundheitlich bedenklichen Stoffen, stehen die natürlichen Holzschutzmittel konventionellen Qualitätsprodukten in puncto Verarbeitung und Ergebnis in nichts nach. Das haben auch die Profis vom Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe erkannt, die immer häufiger hochwertige Produkte aus pflanzlichen und mineralischen Grundstoffen verarbeiten.

drucken