Renovieren
Artikel vom 01.11.2014

Dacheindeckung: Hinweise zu Modellen und Möglichkeiten

Modelle, Preise, Möglichkeiten. Foto: djd/Braas
Modelle, Preise, Möglichkeiten. Foto: djd/Braas

Dächer gibt es in den unterschiedlichsten Formen, Farben und aus ebenso vielen Materialien. Es gibt traditionelle Dacheindeckungen, wie Holz, Reet oder Schiefer und modernere aus Metall, Kunststoffen und Tonziegeln. Neben der Optik gibt es natürlich auch rein wirtschaftliche Faktoren, wie die Wärmeisolierung und eine mögliche Energiegewinnung mithilfe des eigenen Hausdachs. Für Eigenheimbesitzer also auch eine durchaus attraktive Variante Energie zu sparen und selbst welche zu erzeugen. Ein Dachstuhl sollte in erster Linie stabil und tragfähig sein, um egal welchen Dachbelag gut tragen zu können. Nicht jedes Dach muss jedoch komplett neu eingedeckt werden, sondern benötigt vielleicht hier und da ein paar Ausbesserungsarbeiten. Das Austauschen einzelner Ziegel kann, wenn das Dach ansonsten noch gut in Schuss ist, durchaus sinnvoller sein, als den beachtlichen finanziellen Einsatz für eine Neueindeckung. Dieser kann je nach Material und weiteren Arbeiten schon mal mehrere 10.000 Euro betragen.

Bewährt: Traditionelle Dacheindeckungen

Alt, bewährt und schön anzusehen sind traditionell gefertigte Dacheindeckungen beispielsweise aus Schiefer, Reet oder Ton. Sie geben dem Wohnhaus eine ganz individuelle Note. Doch auch bei traditionellen Dacheindeckungen sollte größten Wert auf eine optimale Dachdämmung als auch auf Sicherheitsaspekte und Kosten gelegt werden. So ist Reet ein wunderschöner und zudem biologischer Belag für das Dach, jedoch stellt er nur bedingt einen Schutz vor Flammen dar. Im Norden, wo er vorzugsweise angewendet wird, nutzt man ihn ebenfalls nur in Wohngebieten, die nicht allzu dicht bewohnt sind. Schiefer und Ton erfordern wie jede andere Dacheindeckung vor allem eines - Fachkenntnis beim Eindecken. Jeder Belag hat seine ganz besonderen Eigenschaften und Bedürfnisse, die es beim Einbau, aber auch in Abstimmung mit dem gesamten Wohnhaus und den örtlichen Gegebenheiten zu beachten gilt. Unser Tipp: Eine ausführliche Beratung bei Dachdeckerbetrieben, welche bei der zuständigen Dachdeckerinnung registriert sind, gibt Aufschluss darüber welches Material für welches Dach und welchen Einsatzort am besten passt und geeignet ist.

Individuell: Moderne Dacheindeckungen

Moderne Dächer werden häufig aus Metallen, wie Aluminium, Edelstahl, Kupfer, Zink oder Kunststoffen hergestellt. Das hat den Vorteil, dass hiermit individuellere Dachformen erreicht werden können, die auch weniger Gewicht auf die tragende Konstruktion des Dachstuhls ausüben. Die einfache Verarbeitungsmöglichkeit und die nur geringe Ausdehnung bei Wärmeeinfluss machen moderne Baustoffe mindestens genauso attraktiv für die Dacheindeckung. Wird das Dach zuvor gut gedämmt, hat man auch vor störenden Geräuschen, wie das Prasseln von Regen und Hagel seine Ruhe. Voraussetzung hierbei ist natürlich eine hochwertige und fachgerecht angebrachte Dämmung. Das Dacheindecken mit Kunststoff bietet einen weiteren durchaus reizvollen und attraktiven Hingucker. Klare Kunststoffe ermöglichen es, beispielsweise ohne den Einbau von zusätzlichen Fenstern im Dachgeschoss, einen möglichst großen Lichteinfall zu erreichen. So können ganze Dachflächen damit zu einer lichtdurchfluteten Dachfläche gestaltet werden.

Gute Wärmedämmung

Es gibt einen Aspekt, den man auf keinen Fall unbeachtet lassen darf. Und zwar eine effiziente Wärmedämmung. Sowohl am Dach als auch an den Hauswänden ist der Einsatz professioneller Dämmaterialien unerlässlich. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten der Dachdämmung. Das bezieht sich zum einen auf die Materialien und zum anderen darauf, wie die entsprechenden Dämmaterialien angebracht werden.

Tipps, um das Dach als Energielieferant zu nutzen

Neben den rein optischen Aspekten kann ein Dach nebenher auch zur Energiegewinnung eines Haushaltes beitragen. In Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage kann so sowohl ein zusätzlicher Beitrag zum Strom, Beheizen und zur Warmwasserbereitung geleistet und den steigenden Energiepreisen positiv entgegengewirkt werden. Nicht jedes Dach ist jedoch auch ideal für die Montage von Solarkollektoren. So eignet sich besonders gut ein sogenanntes Pultdach. Der Dachbelag als solches ist jedoch weitestgehend irrelevant. Vor allem notwendig ist eine ausreichende Stabilität des Dachstuhls, um das Gewicht der Anlage auch tragen zu können. Eine entsprechende Beratung vom Fachmann ist auch hier zwingend erforderlich. In vielen Fällen gibt es auch Förderungen für die Montage von Solaranlagen. Welche es gibt und aktuelle Informationen zu den einzelnen Richtlinien kann am besten ein Fachbetrieb geben.

Kreative Dachgestaltung: Ein Dachgarten

Eine Dacheindeckung kann natürlich auch ganz anders aussehen. Wer sagt denn, dass man seiner Kreativität nicht freien Lauf lassen darf und das eigene Hausdach als Wohlfühl-Oase umfunktionieren kann? Doch bevor es damit losgehen kann, gibt es ein paar Dinge, die man unbedingt beachten sollte, damit einem das Dach nicht auf den Kopf fällt.
Als allererstes muss natürlich eine Baugenehmigung her und sichergestellt werden, dass das zu bebauende Dach dem Ganzen auch standhält. Wenn die Statik des Wohngebäudes nicht mitmacht, dann sollte man die Finger davon lassen, denn immerhin lastet später ein erhebliches Mehrgewicht auf dem Dach. Immer auf die Gebäudehülle achten.
Ist mit der Statik jedoch alles in bester Ordnung, geht es dran das Dach ausreichend abzudichten, um das Eindringen von Feuchtigkeit in den Wohnraum zu vermeiden. Zusätzlich sollte man auf eine hochwertige Dämmschicht Wert legen, damit über das Dach auch keine wertvolle Wärme verlorengehen kann. Entsprechende Dämmplatten werden mit einem speziellen Fließ abgedeckt und beispielsweise mit Splitt versehen. Diese Arbeiten sollten allerdings möglichst von einem Experten durchgeführt werden, um mögliche Schäden und eine unsachgemäße Vorgehensweise zu vermeiden.

 

Hinweise zur Begrünung des Daches

Wer sein Dach bepflanzen möchte, der kann hierzu zwei verschiedene Varianten nutzen. Da wäre zum einen die extensive Bepflanzung bei, welcher der Wohlfühlfaktor etwas höher im Kurs steht, da hier nur wenig Eigenleistung in Form des Gärtnerns erbracht werden muss. Hierzu werden vor allem Pflanzen wie Moose und Gräser verwendet, die sich quasi wie von selbst erhalten.
Bei der zweiten Möglichkeit - der intensiven Variante – muss man schon mehr Zeit und Arbeit aufwenden, um die Dachbepflanzung aufrechtzuerhalten. Hierzu werden vorzugsweise Rasen, verschiedene Pflanzen sogar kleine Bäume verwendet. Um diese muss man sich verständlicherweise intensiver kümmern. Regelmäßiges Gießen und je nach Pflanze wird hier eine entsprechende Pflege notwendig.
Das Ergebnis kann sich jedoch sehen lassen und sogar in der tiefsten Großstadt lässt sich ein behagliches Wohlfühlklima zaubern.

Das Dach ausbauen mit Fertigdachgauben

Das Leben ist Veränderung und manchmal wird es unter einem Dach auch zu eng. Man muss vielleicht sogar den bisher ungenutzten Dachboden ausbauen und wohnlich gestalten. Um dem ganzen mehr Licht und Wohlgefühl zu verleihen, sind Fertigdachgauben eine prima Ergänzung zur Dacheindeckung und –Gestaltung. So lassen sich fast im Handumdrehen fertige Gauben passend auf ein bestehendes Dach setzen und man sieht im nachhinein gar nicht, dass diese nachträglich angebaut worden ist. Die Fertigdachgaube wird einfach nach individuellen Wünschen vorgefertigt und mit derselben Dacheindeckung, wie der des Hauptdaches versehen. Und schon kann unter dem Dach weiterer behaglicher Wohnraum mit viel Licht entstehen.

drucken