Renovieren
Artikel vom 01.11.2014

Dach neu eindecken: Tipps und Hinweise

Das Dach neu eindecken; Foto: © chonlawit - Fotolia.com
Das Dach neu eindecken; Foto: © chonlawit - Fotolia.com

Gründe, um ein Dach neu einzudecken gibt es viele. Zum einen kann es notwendig werden, weil die Schindeln bereits so alt und brüchig sind, dass nun ein Austausch nötig ist, andererseits kann eine nachträgliche Dachdämmung das erneute Eindecken des Daches erforderlich machen. Je nach Zustand des Daches können alte Schindeln und Dachlatten erneut verwendet werden. Die Schindeln lassen sich dann beispielsweise mit einem Hochdruckreiniger prima säubern und sehen unter Umständen sogar wie neu aus.  Wenn das Dach schon einmal abgedeckt ist, dann sollte man die Gelegenheit beim Schopfe packen und brüchige Dachlatten und eventuell sogar alte Dachbalken, falls nötig, austauschen. Auch alte und beschädigte Dämmung kann auf diesem Weg gleich bequem abgetragen werden.

Vorbereitungen für den Einsatz auf dem Dach

Bevor es so richtig losgehen kann, ist es wichtig sich im Falle eines neuen Dachbelags für einen zu entscheiden. Das ist natürlich auch eine Kostenfrage. Die Auswahl reicht von Metallplatten, Betonziegel, Tonziegel über Kupfer und Bitumenschindeln bis hin zu einem Sedumdach bzw. einer Dachbegrünung

Unser Tipp: Die Kosten der Dacheindeckungen im Überblick

Metallplatten10-30 Euro/m²
Betonziegel20-40 Euro/m²
Tonziegel10-30 Euro/m²
Kupfer80-100 Euro/m²
Bitumenschindeln20-30 Euro/m²
Sedumdach/Dachbegrünung  30-100 Euro/m²

 

Wenn die abschließende Wahl für den Dachbelag getroffen worden ist, dann sollte eine ausreichende Menge Dachlatten für den Längsverlauf und die Konterlattung zur Verfügung stehen. Zusätzlich wird, falls nicht schon vorhanden, Dämmstoff und Unterspannbahn benötigt. Um den Dachbelag optimal zu befestigen, braucht man Dachklammern, spezielles Klebenband für die Dampfsperre und die Unterspannbahn, sowie Firsthalter, Schrauben und Nägel, Tackerkrallen und Rinnenhalter für das Anschließen der Regenrinnen. Nicht zuletzt werden für die Arbeiten auch ein Gerüst, Fangnetze, als Schutzmaßnahme vor herunterfallenden Materialien, und ein geschickter, schwindelfreier Handwerker gebraucht. Wenn man sich all das selbst zutraut, dann spricht nichts dagegen, die Arbeiten mit einigen Hilfskräften selbst durchzuführen. Hat man hingegen Zweifel, sollte man unbedingt den Rat eines Fachmannes bzw. dessen Hilfe in Anspruch nehmen.

Unser Tipp: Alle am Umbau Beteiligten, egal ob mit oder ohne Bezahlung, müssen für den Fall eines Unfalls über die Berufsgenossenschaft versichert werden. 

1. Schritt: Dach abdecken und gut vorbereiten

Zunächst wird das Dach in Teilabschnitten abgedeckt und die Ziegel sorgsam zur Seite gelegt. Man kann das Dach auch komplett abdecken, sollte dann aber sicher gehen, dass man rechtzeitig fertig wird bzw. ein entsprechender Schutz angebracht wird, um das Gebäude vor dem Eindringen von Regenwasser zu schützen. Wer sparen möchte, kann die alten Dachziegel reinigen und später wieder verwenden, einen entsprechend guten Zustand vorausgesetzt. Hier kann es jedoch sein, dass sich das Gesamtmaß bei den Bauarbeiten verändert und später noch nachträglich Steine erworben werden müssen. 

Ist das Dach abgedeckt, sollten Dachbalken und Dachlatten auf Brüchigkeit und ihren allgemeinen Zustand hin geprüft werden. Jetzt ist der beste Zeitpunkt dafür, diese auszutauschen. Ist alles ok und bereits eine Isolierung mit intakter Dampfsperre vorhanden sollte diese noch einmal gründlich geprüft werden. Bereits kleinere Lücken oder Risse, können für die Isolation schwerwiegende Folgen haben. Diese könnte feucht werden und nach dem Eindecken des Daches beginnen zu schimmeln. 

2. Schritt: Dachdämmung anbringen und beim Heizen sparen

Ist noch keine Isolierung angebracht, sollte man dies jetzt tun. Denn so spart man später erheblich Geld bei den Heizkosten ein. Die Dampfsperre wird von innen sorgsam angetackert und die Nähte mit einem Spezialklebeband noch einmal überklebt. Bei der Dachdämmung gibt es mehrere Möglichkeiten, zum einen die Zwischensparrendämmung, die Untersparrendämmung und die Aufsparrendämmung. Von außen kommt auf die Dämmung zunächst die Unterspannbahn, dann die Lattenkonstruktion und anschließend das eigentliche Dach bzw. die Dacheindeckung. Eventuell provisorisch angebrachte Dachlatten (z. B. als Steighilfe) sollten nun entfernt und im richtigen Abstand angebracht werden, sodass die Schindeln nun aufgebracht werden können.

Unser Tipp: Wenn Sie Ihr Dach neu eindecken, dann machen Sie sich am besten vorher schon Gedanken über einen eventuellen Einbau neuer Dachfenster oder einer Photovoltaikanlage. Das spart Geld und Strom muss nicht in großem Maße von einem externen Anbieter bezogen werden.

Der Schornstein

Wenn man das Dach neu eindeckt, kann es sinnvoll sein, gleichzeitig auch die Verkleidung des Schornsteins zu erneuern. Wenn man sich das nicht selbst zutraut, sollte man einen Bauklempner zur Hilfe holen. Für eine optimale Verkleidung werden die Steine oder Schieferplatten nicht am Schornstein verschraubt, sondern nur verkeilt. Als Verbindungsschutz zwischen Schornstein und Schindeln, dient eine spezielle Bleischürze, welche zugeschnitten und gelötet werden muss. Zum Schluss kommt eine Zinkblech - Abdeckhaube darauf.

3. Schritt: Dach eindecken

Sind alle notwendigen Steine aufs Dach gebracht, kann es mit der eigentlichen Eindeckung des Daches losgehen. Hierbei werden die Schindeln miteinander verbunden und jede Dritte mit einer speziellen Dachklemme befestigt. Mit dem Eindecken beginnt man unten und arbeitet sich bis nach oben vor. Zum Schluss kommt der First, welcher mit einem sogenannten Firsthalter fixiert wird. Um ganz nach oben ans Dachende zu gelangen kann es sein, dass man einige Dachziegel wieder lockern muss, um besser aufsteigen zu können. Die Firstpfannen werden direkt an die Firstlatte geschraubt, welche aus einer herkömmlichen Dachlatte am oberen Ende des Daches besteht.

Neben der eigentlichen Dacheindeckung kann es notwendig werden, z. B. bei einer Dachaufdoppelung, die Ränder des Daches neu zu verkleiden auch die Verkleidung unterhalb des Daches kann bei diesen Arbeiten erneuert werden oder ist sogar zwingend. Im Zweifelsfall fragen Sie bitte immer einen Fachmann um Rat. Gravierende Bauschäden, wie Schimmelbefall oder Instabilität sollten als Folgen bzw. Risiko ausgeschlossen werden können.

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