Haushalt
Artikel vom 01.11.2014

Die 5 häufigsten Fallen beim Stromanbieterwechsel

Darauf sollten Sie beim Wechsel des Stromanbieters unbedingt achten. Foto: djd/Novoferm
Darauf sollten Sie beim Wechsel des Stromanbieters unbedingt achten. Foto: djd/Novoferm

Seit der Liberalisierung des Strommarktes ist der Wechsel des Stromanbieters so unkompliziert wie jede andere Online-Bestellung. Man füllt ein Formular aus, klickt auf "Senden" und um den Rest kümmert sich der neue Vertragspartner - er übernimmt sogar die Abmeldung beim alten Stromversorger. Aber genauso leicht wie der Wechsel ist auch die Gefahr, einen Fehler zu machen. Hier sind die fünf häufigsten Fallen, in die man tappen kann:



Falle Nr. 1: Vorkasse-Tarife



Gerade bei den preiswertesten Tarifen wird oft Vorkasse verlangt, sehr oft sogar für ein ganzes Jahr. Für viele Verbraucher erscheint dies angesichts des niedrigen Preises kein Problem zu sein. Eine große Gefahr besteht hier jedoch, wenn der Stromanbieter pleite geht, was nicht selten vorkommt. In diesem Fall ist es äußerst unwahrscheinlich, das Geld für den nicht gelieferten Strom zurückzubekommen. Der Kunde bleibt also auf dem gezahlten Geld sitzen und muss sich einen neuen Stromanbieter aussuchen. Man läuft bei Vorkasse-Tarifen Gefahr, für Strom doppelt zahlen zu müssen - manchmal ein ganzes Jahr lang. Vorkasse-Tarife sind deshalb generell zu meiden!



Falle Nr. 2: Preisgarantie oder Preisfixierung?



Wer vor plötzlichen Preisänderungen beim Strom sicher sein will, wird sich besonders für Angebote interessieren, die einen bestimmten Preis für einen festgesetzten Zeitraum zusichern. Ein häufiger Irrtum ist, dass Angebote, in denen von einer "Preisfixierung" die Rede ist, diesen Wunsch erfüllen. Bei einer Preisfixierung werden nämlich nur bestimmte Teile, aus denen sich der Strompreis zusammensetzt, garantiert, zum Beispiel Netznutzungsentgelte oder der Energiepreis. Vor plötzlichen Preiserhöhungen ist man deshalb nur sicher, wenn eine "Preisgarantie" abgeben wird.



Falle Nr. 3: Kautionszahlungen



Ähnlich wie bei Mietverhältnissen gibt es auch bei Stromlieferungsverträgen Kautionszahlungen, die hier aber als Sonderabschlagszahlungen bezeichnet werden. Der Abschlag wird zu Beginn des Vertragsverhältnisses fällig. Nach dessen Ende wird er zurückgezahlt. Die "Strom-Kaution" dient dazu, dass der Anbieter eine Sicherheit bei säumigen Zahlern hat. Bei Angeboten mit Kautionszahlungen sollte man auch bedenken, dass dieser Sonderabschlag nicht verzinst wird. Bei hohen Sonderabschlagszahlungen verliert man hier letztlich Geld. 



Falle Nr. 4: Ökostrom



Nicht alles, was als Ökostrom deklariert wird, verdient diese Bezeichnung (die übrigens auch rechtlich nicht klar definiert ist). Bei Stromversorgern, die auch Atom- und Kohlestrom im Angebot haben, wird der ohnehin vorhandene Wasserkraft- oder Windkraftanteil denjenigen Kunden zugeordnet, die sich für einen Ökostromtarif entscheiden - für mehr Geld, aber letztlich ohne Nutzen für die Umwelt. Oft wird auch durch eine undurchsichtige Zertifizierungspraxis (RECS) konventioneller Strom als Ökostrom deklariert. Wer wirklich konsequent auf regenerative Energien als persönliche Stromquelle setzen will, sollte auf Labels wie "OK Power" oder "Grüner Strom Label" achten und sich für ein Unternehmen entscheiden, das ausschließlich ökologisch erzeugten Strom anbietet.



Falle Nr. 5: Mehrverbrauchszuschläge bei Pakettarifen



So genannte Pakettarife erzielen auf Stromtarifrechnern im Internet immer wieder vordere Plätze. Der Kunde zahlt hier einen meist sehr günstigen Preis für eine genau festgesetzte Menge Strom in einem bestimmten Zeitraum. Liegt der tatsächliche Verbrauch jedoch über der festgeschriebenen Menge, werden oft unverhältnismäßig hohe Mehrverbrauchszuschläge fällig. Deshalb gilt es besonders bei Pakettarifen genau auf die Preise für einen höheren Verbrauch zu achten.



Fazit: Wer aufmerksam ist, kann wirklich sparen



Viel zu viele Verbraucher zahlen immer noch zu viel Geld für Strom. Wer die Angebote genau unter die Lupe nimmt und auch auf das "Kleingedruckte" achtet, kann mit Hilfe von einem Strompreisvergleich bei einem Stromanbieterwechsel sehr viel Geld sparen und - wenn er will - auch noch etwas für die Umwelt tun.

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