Haushalt
Artikel vom 01.11.2014

Brennholzeinschlag: Selber Holz schlagen

Selbst ist die Frau: Auch das weibliche Geschlecht entdeckt mit der passenden Motorsäge das Holzmachen als neues Hobby. Foto: djd/Stihl
Selbst ist die Frau: Auch das weibliche Geschlecht entdeckt mit der passenden Motorsäge das Holzmachen als neues Hobby. Foto: djd/Stihl

Viele Deutsche haben ein neues Hobby für sich entdeckt: Brennholz selbst schlagen. Die Arbeit an der frischen Luft ist gesund, macht Spaß und schont angesichts der hohen Öl- und Gaspreise den eigenen Geldbeutel. In den vergangenen acht Jahren hat sich die Menge des Holzes, das in deutschen Privathaushalten verfeuert wird, etwa verdreifacht. Doch für den Griff zur Säge sind Ausrüstung und Fachwissen nötig.

Tipp 1: Von November bis März Holz schlagen

Ideal für den Holzeinschlag sind die Monate November bis März, denn in der kalten Jahreszeit ist der Wassergehalt der Bäume am geringsten. Die Holzscheite müssen anschließend noch zwei Jahre trocknen, denn für das heimische Flammenspiel eignet sich erst eine Restfeuchte des Brennholzes von unter 20 Prozent. Bei höherer Feuchtigkeit geht zu viel Energie verloren, die Heizleistung sinkt, der Schadstoffausstoß steigt und der Kaminofen nimmt Schaden.

Tipp 2: Die besten Hölzer für Brennholz

Also: je frischer das Holz, desto geringer sein Brennwert. Die größte Energieausbeute liefern Harthölzer wie Eiche, Buche, Esche, Kastanie, Ahorn oder Birke. Weniger Brennleistung haben Nadelhölzer wie Kiefer, Fichte oder Tanne. Deshalb eignet sich Nadelholz besonders für die Übergangszeit, da es leicht dosierbar ist und die Wärme dem Bedarf schneller angepasst werden kann. An richtig kalten Wintertagen empfiehlt sich dagegen das Heizen mit Laubholz, dessen Glut lange anhält und über Stunden hinweg für angenehme Wärme sorgt.

Tipp 3: Mit einem Flächenlos im Wald aktiv werden

Landesforstbehörden, kommunale und private Forstbetriebe bieten die Gelegenheit, selbst im Wald aktiv zu werden, indem sie sogenannte Flächenlose an Privatpersonen vergeben. Damit kann der Hobby-Waldarbeiter zu einem günstigen Preis bei Forstarbeiten liegen gebliebenes Kronenholz gefällter Bäume weiterbearbeiten oder auch selbst Bäume fällen. Die Teilnahme an einem Motorsägenkurs ist für Waldarbeiten eine Grundvoraussetzung, die in der Regel für den Erwerb eines Flächenloses nachgewiesen werden muss. In diesen Workshops machen Fachleute die Teilnehmer mit Arbeitstechniken, Sicherheitsaspekten sowie mit den Funktionen und der Wartung der Motorsäge vertraut.

Tipp 4: Die passende Motorsäge

Die Motorsäge ist des Holzmachers wichtigster Begleiter, deshalb sollten ihre Bauteile wie Motoreinheit, Führungsschiene und Sägekette perfekt zusammenpassen. Nur wenn die Maschine einwandfrei läuft, kann der Anwender die Kraft des Motors verlustfrei ans Holz bringen. Spezielle Sägeketten mit Hartmetallschneiden arbeiten sich auch durch verschmutztes Holz, ohne direkt an Schärfe zu verlieren.

Selbst der Kontakt mit dem Erdboden kann ihnen kaum etwas anhaben. Bei der Antriebsart können Anwender zwischen einem kraftvollen Benzinmodell oder einem handlichen Akkugerät wählen. Ersteres empfiehlt sich bei der Arbeit mit starken Baumstämmen, letzteres eignet sich hervorragend zum Entasten oder Aufarbeiten im Schwachholz. Insgesamt sollte die Motorsäge umweltfreundlich im Betrieb und sparsam im Verbrauch sein.

Tipp 5: Eine Schutzausrüstung tragen?

Die persönliche Schutzausstattung ist das A und O bei der Waldarbeit. Wichtig sind eine Schnittschutzhose oder ein Beinschutz mit Schnittschutzeinlage. Als Schuhwerk empfehlen sich Motorsägenstiefel mit griffiger Sohle und Schnittschutz. Für die Hände gibt es robuste Arbeitshandschuhe, für den Kopf einen Helm mit Gehörschutz und Visier und für die Augen eine Schutzbrille. Angenehmen Tragekomfort bieten auch atmungsaktive Waldarbeitsanzüge.

Die Motorsäge ist des Holzmachers wichtigster Begleiter, deshalb sollten ihre Bauteile wie Motoreinheit, Führungsschiene und Sägekette perfekt zusammenpassen. Foto: djd/Stihl
Die Motorsäge ist des Holzmachers wichtigster Begleiter, deshalb sollten ihre Bauteile wie Motoreinheit, Führungsschiene und Sägekette perfekt zusammenpassen. Foto: djd/Stihl

Tipp 6: Das Holz zu Hause lagern

Ist das frische Holz zersägt und aufgespalten, muss es trocknen. Am besten gelingt dies bei richtiger Lagerung. Beim Aufstapeln sollten die Scheite mindestens fünf bis zehn Zentimeter Abstand von der Wand haben und locker aufeinandergelegt werden, so dass Luft in die Zwischenräume gelangen und zirkulieren kann. Eine Unterlage, beispielsweise eine alte Palette, schützt vor Feuchtigkeit aus dem Boden, eine Abdeckung vor direkten Witterungseinflüssen wie Schlagregen.

Tipp 7: Holz für den Kamin wählen

Buche gilt als Klassiker unter den Brennhölzern mit einer guten Glutentwicklung, einer schönen Flamme und einem hohen Heizwert. Eiche dagegen hat einen ähnlichen Heizwert, wird jedoch aufgrund des wenig ansprechenden Flammenbilds nur selten im Kaminofen eingesetzt. Für offene Kamine wird häufig Birke gewünscht, weil das Holz mit einer hübschen Flamme brennt und nur wenig Funkenflug entsteht. Bei Kiefer oder Fichte sprühen dagegen die Funken, weshalb diese Holzarten meist zum Anschüren des Ofens genutzt werden, um schnell die gewünschte Temperatur zu erreichen.

drucken