Haushalt
Artikel vom 01.11.2014

Anbringung und Wartung von Rauchmeldern: 7 wichtige Tipps

Hausbrände fordern in Deutschland viele Opfer
Hausbrände fordern in Deutschland viele Opfer

Vier Fünftel aller Brände entstehen nicht in der Industrie sondern in Privat-Haushalten, meist in der Nacht, sodass sie von den Bewohnern erst spät bemerkt werden. Trotzdem sind nur circa 7 Prozent der deutschen Haushalte mit Rauchmeldern ausgestattet. Dabei ist die Anbringung und Wartung von Rauchmeldern nicht kompliziert.

1. Tipp: Den richtigen Rauchmelder aussuchen

  • Nur Rauchmelder, die ein CE-Zeichen mit Prüfnummer tragen, bieten einen optimalen Schutz
  • Darüber hinaus sollten die Geräte die Angabe EN 14604 tragen
  • Bei Sicherheitsunternehmen oder aber beim Elektrofachhändler sowie bei Brandschutzfirmen können geprüfte Rauchmelder erworben werden
  • Wählen können Sie zwischen batteriebetriebenen und netzwerkbetriebenen Geräten
  • Batteriebetriebene Rauchmelder müssen regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden
  • Netzwerkbetriebene Rauchmelder können bei einem Stromausfall ausfallen
  • Am besten eignet sich eine Kombination aus Batterie- und Netzwerkbetrieb
  • Einige Rauchmelder verfügen über Akkus, die sich über den Netzanschluss selbstständig wieder aufladen
Es kann aus verschiedenen Gründen zu einem Brand kommen
Es kann aus verschiedenen Gründen zu einem Brand kommen

2. Tipp: Am richtigen Ort anbringen

Damit der Rauchmelder richtig funktioniert, sollte er unbedingt an der Zimmerdecke angebracht werden und nicht etwa an der Wand. Rauch steigt nach oben, deshalb sollte der Rauchmelder mittig an der Zimmerdecke platziert werden, um eventuell aufsteigenden Rauch optimal zu erkennen. Eine waagerechte Anbringung ist ebenfalls entscheidend, um eine einwandfreie Funktion zu gewährleisten.
Bei Dachschrägen muss entsprechend mit einer Montageplatte die Neigung ausgeglichen werden, damit der Rauchmelder in eine waagerechte Position gebracht werden kann.
Zu vermeiden ist die Abbringung in der Nähe von Luftschächten oder dem Fenster. So könnte der Rauch vom Gerät weggeleitet und so im Brandfall ein Alarm verhindert werden.Unter dem Dach sollte die Anbringung stets circa 50 cm unter der Decke und nie in der Dachspitze angebracht werden. So wird die optimale Funktionsfähigkeit gewährleistet.
Der Rauchmelder darf weder überklebt, noch überstrichen werden. Dies könnte seine Funktion beeinträchtigen.

3. Tipp: In der Küche und im Bad nicht sinnvoll

In der Küche macht ein Rauchmelder allgemein wenig Sinn, da er beim Kochen, aufgrund von entstehendem Dampf, häufig Alarm schlägt. Das Gleiche gilt für das Bad. Der Wasserdampf, der beim Duschen oder Baden entsteht, kann einen Fehlalarm auslösen. Besser ist hier ein Wärmemelder.

4. Tipp: Diese Räume unbedingt schützen

Am besten sollte jeweils ein Rauchmelder im Flur, im Schlafzimmer, im Wohnzimmer, im Arbeitszimmer, im Gästezimmer und falls vorhanden, im Kinderzimmer angebracht werden.

5. Tipp: Möglichkeiten der Anbringung

  • Anbohren und -schrauben der Montageplatte: Der Montageplatte wird in der Regel mit zwei kleinen Schrauben in der Decke befestigt.
  • Ankleben der Montageplatte oder des Rauchmelders selbst: Der Rauchmelder, beziehungsweise die Montageplatte, wird mit Klebefolie an der Decke befestigt. Auf diese Weise muss nicht gebohrt und es können keine Stromleitungen beschädigt werden.
  • Magnetbefestigung: Sie bietet den Vorteil, dass nicht gebohrt werden muss und der Rauchmelder leicht wieder entfernt oder an einer anderen Stelle angebracht werden kann. Dies wird zum Beispiel nötig, wenn sich die Raumaufteilung ändert. Das Risiko Stromleitungen zu treffen, scheidet also aus. Ein magnetisches Montagesystem gibt es im Einzelhandel. Weitere Werkzeuge werden nicht benötigt.
Rauchmelder sollten in verschiedenen Räumen des Hauses angebracht werden
Rauchmelder sollten in verschiedenen Räumen des Hauses angebracht werden

6. Tipp: Einen netzbetriebenen Rauchmelder sicher anbringen

  • Ein netzbetriebener Rauchmelder verfügt über 230 Volt und ist an das Stromnetz angeschlossen
  • Die Anbringung eines netzbetriebenen Rauchmelders sollte dem Fachmann überlassen werden
  • Eine unsachgemäße Anbringung gefährdet sowohl die Gesundheit, als auch die Elektrik und die angeschlossenen Geräte
  • Bei der Inbetriebnahme und Wartung eines Rauchmelders durch den Fachmann, sollte ein Inbetriebnahme- und Wartungsdokument vom Errichter ausgefüllt und nach der Inbetriebnahme vom Betreiber aufbewahrt werden
  • Dieses Inbetriebnahme- und Wartungsdokument dient zur Übersicht der installierten Rauchwarnmelder im gesamten Objekt und kann zum Nachweis für die Projektierung und die jährliche Wartung gebraucht werden
  • Wird bei der jährlich vorgeschriebenen Wartung nach DIN 14676 durch einen Fachmann eine Störung festgestellt, erleichtert die Dokumentation den Ablauf der Reklamation sowie den Austausch des Gerätes
Die Anbringung eines Rauchmelders
Die Anbringung eines Rauchmelders

7. Tipp: Jährliche Wartung und mit einem Probealarm testen

Um die Funktionsbereitschaft des Rauchmelders zu gewährleisten, ist die jährliche Wartung und Inspektion des Rauchmelders nötig. Dabei muss der Rauchmelder entsprechend der Bedienungsanleitung je nach Herstellerangaben einer Funktionskontrolle unterzogen werden. Entweder übernimmt dies ein Fachmann oder der Besitzer des Rauchmelders führt die Wartung selbst durch. Möchten Sie die Wartung selbst übernehmen, sollten sie folgendermaßen vorgehen:

  • Sind die Raucheindringöffnungen frei? Diese können zum Beispiel durch Flusen oder Stäube verschmutzt sein. Liegt eine Verschmutzung der Raucheindringöffnung vor, muss diese nach Vorgaben des Herstellers gereinigt werden
  • Ist eine funktionsrelevante Beschädigung des Rauchmelders zu erkennen? Sollte eine funktionsrelevante Beeinträchtigung festgestellt werden, muss der Rauchmelder ausgetauscht werden.
  • Ist die Umgebung von 0,5 Metern um den Rauchmelder frei von Hindernissen, wie Möbelstücken oder ähnlichem? Diese könnten das Eindringen von Brandrauch in den Rauchmelder behindern. Ist dies der Fall, muss der Rauchmelder an einem anderen Ort montiert werden oder die Möbelstücke oder Gegenstände müssen verrückt werden, sodass der Bereich rund um den Rauchmelder wieder frei ist.
  • Die Funktion, die zur akustischen Warnung den akustischen Signalgeber und ggf. die optische Individualanzeige des Rauchmelders aktiviert, muss über die Prüfeinrichtung des Gerätes überprüft werden.
  • Wird bei einem Probealarm eines batteriebetriebenen Rauchmelders der akustische Signalgeber nicht aktiviert, muss die Batterie des Rauchmelders ausgetauscht werden.
  • Ist der Rauchmelder auch nach dem Wechsel der Batterie nicht funktionsfähig, muss er durch ein neues Gerät ersetzt werden.
  • Die Batterien müssen regelmäßig nach Herstellerangaben ausgewechselt werden. Spätestens, wenn der Rauchmelder durch ein akustisches Signal einen Batteriewechsel fordert, sollte dieser vorgenommen werden.
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