Garten
Artikel vom 03.08.2015

Wintergarten planen und den Sommer im Garten verlängern

Wer sich für den Anbau eines Wintergartens an sein Haus interessiert, der muss vor einer Kaufentscheidung ein paar grundsätzliche Überlegungen anstellen. Zum Beispiel, wie oft und lange er den Raum wofür nutzen möchte und ob er eher eine wettergeschützte Terrasse oder einen ganzjährig uneingeschränkt nutzbaren Wohnraum wünscht.

Schritt 1: Den richtigen Glasanbau wählen

Grob lassen sich die Anbauten am Haus in drei Kategorien aufteilen: Das Gewächshaus, der Kalt-Wintergarten sowie der Warm-Wintergarten, der auch als Wohn-Wintergarten bezeichnet wird.

Schritt 2: Für einen Kalt- oder Warm-Wintergarten entscheiden

Man unterscheidet in erster Linie die Art der Nutzung: Ein Gewächshaus dient der Unterbringung von Pflanzen. Zu Wohn- oder sonstigen Aufenthaltszwecken wird es eher nicht genutzt. Kalt-Wintergärten bieten einen hohen Wetterschutz, sie sind aber je nach Konstruktionsart nicht zu 100 Prozent wetter- und wasserdicht. Zudem besitzen sie keine ausgeprägte Wärmedämmung und sind nur einscheibenverglast. Warm-Wintergärten sind das ganze Jahr über, also auch im Winter, nutzbar. Sie müssen ab einer gewissen Größe die gesetzlichen Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen, entsprechend hoch sind die Anforderungen an den Wärmeschutz. Ein Warm-Wintergarten ist in der Regel in die thermische Hülle eines Gebäudes integriert. Der finanzielle und zeitliche Aufwand für die Planung und den Bau eines vollwertigen Wohn-Wintergartens ist daher vergleichsweise hoch, es müssen zudem Baugenehmigungen eingeholt werden.

Schritt 3: Den Kalt-Wintergarten ohne Bürokratie-Aufwand bauen

Für die Errichtung eines Kalt-Wintergartens ist keine langwierige Planung notwendig, eine Baugenehmigung zu erhalten ist wesentlich einfacher und durch standardisierte Bauteile ist die Aufbauzeit sehr kurz. In den Planungen müssen keinerlei energetische Anforderungen berücksichtigt werden. Im Vergleich zum Warm-Wintergarten ist der Glasanteil beim Kalt-Wintergarten sehr hoch, daher ist er transparenter und bietet mehr Licht und bessere Sicht auf den Garten oder den Himmel. Und nicht zuletzt ist ein Kalt-Wintergarten deutlich kostengünstiger als der Warm-Wintergarten.

Schritt 4: Richtige Winternutzung planen

Ein Kalt-Wintergarten ist nicht das ganze Jahr über als vollwertiger Wohnraum nutzbar, denn er ist nicht komplett dicht: Es ist zum einen möglich, dass Zugluft durch die Ritzen entstehen kann, zum anderen ist er bei kalten Temperaturen wegen der Wärmeverluste nicht wirtschaftlich heizbar. Während ein Warm-Wintergarten an die bestehende Heizanlage angebunden werden kann, nutzt man im Kalt-Wintergarten eher preiswerte und einfach anzuschließende Lösungen wie elektrische Heizstrahler. Im Winter kann man das Glashaus aber auf jeden Fall beispielsweise als gut geschützten Abstellraum für Gartenmöbel oder zur Überwinterung von Kübelpflanzen nutzen.

Schritt 5: Die Ausstattung des Wintergartens

Egal in welcher Wintergartenvariante, die großen Glasflächen führen bei Sonneneinstrahlung zum "Treibhauseffekt". Wichtig ist daher ein entsprechender Sonnenschutz der Dachflächen und, je nach Einfallswinkel der Sonne, auch der Seitenflächen. Ideal ist, das Dach doppelt zu schützen. Eine außen aufgesetzte Markise hindert die Sonnenstrahlen im Sommer daran, durch die Glasflächen zu fallen und den Raum zu überhitzen. Eine zusätzlich angebrachte textile Verschattung unterhalb des Glasdachs lässt die Wärmeenergie der Sonnenstrahlen im Winter durchs Glas, so dass sie den Raum aufwärmen können, und dient zugleich als Blendschutz. Nicht zu vergessen sind Lüftungsmöglichkeiten; bei den verschiebbaren Seitenteilen eines Kalt-Wintergartens sind diese kein Problem. Im Kalt-Wintergarten empfiehlt sich ein Heizstrahler, um den Raum auch an kühlen Abenden länger nutzen zu können. Für dunkle Nächte ist auch eine Beleuchtung sinnvoll, zum Beispiel mit stromsparenden LED-Leuchten, die sich elegant und unauffällig in die Markisen oder Dachprofile integrieren lassen.

Schritt 6: Die persönlichen Vorlieben oder Gewohnheiten berücksichtigen

Die wichtigste Frage ist wohl, ob man einen weiteren Wohnraum am Haus braucht oder wünscht oder ob eine Nutzungsdauer von neun bis zehn Monaten ausreichend ist, die man mit einer wesentlich preiswerteren verglasten Terrasse erreichen kann. Eine Rolle spielt dann natürlich auch das persönliche Kälte- oder Wärmeempfinden. Und wer sich die Flexibilität erhalten will, jederzeit vom gläsernen Raum zur offenen Terrasse zu wechseln, der liegt bei einem Kalt-Wintergarten mit verschiebbaren Glas-Seitenteilen richtig.

Schritt 7: Die Pflege eines Wintergartens

Ein Wintergarten hat große Glasflächen, die natürlich gelegentlich geputzt werden müssen. Als kleiner Ausgleich bleibt der Terrassenboden durch die Überdachung frei von Moosen und Algen, so dass man sich die Bearbeitung mit dem Hochdruckreiniger sparen kann. Ansonsten gibt es keine besonderen Anforderungen. Kleiner Tipp: Für die schwer erreichbaren Dachflächen außen kann man zum Beispiel einen Fensterputzroboter einsetzen.

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