Garten
Artikel vom 01.11.2014

Natürlich düngen mit 8 bewährten Tipps

Gesundes Gras braucht guten Boden und die richtige Pflege - das bedeutet zwar ein bisschen Mühe, aber die lohnt sich. Wer statt zu einem herkömmlichen Rasenmäher zu einem Mulcher greift, spart sich von vornherein einen Arbeitsschritt: Denn das Mulchmaterial ist Dünger, der Boden und Gras auf natürliche Weise pflegt. Dadurch kann der Rasen sattgrün nachwachsen.

1. Tipp: Ganz natürlich düngen

Das Mulch-Prinzip funktioniert so, dass Mulchmäher mit speziellen Messern und einer besonderen Gehäuseform arbeiten. Der Grassschnitt wird im Mähgehäuse verwirbelt und dadurch mehrmals und ganz fein geschnitten. Diese feinen Graspartikel fallen zwischen den Halmen auf den Boden zurück, verrotten dort und dienen als natürlicher Dünger.

2. Tipp: Besser düngen

Die Nährstoff-Bilanz beweist ganz klar, dass die Gründüngung der sogenannten künstlichen Variante in nichts nachsteht und sie teilweise sogar übertrifft. Bei einer Rasenfläche, auf der das Schnittgut aufgefangen und entsorgt wird, lautet die allgemeine Empfehlung: 15 bis 20 Gramm Stickstoff, fünf Gramm Phosphor und zehn bis zwölf Gramm Kali pro Quadratmeter. Wer das Schnittgut dem Boden hingegen als Dünger wieder zuführt, bietet ihm pro Quadratmeter 20 bis 23 Gramm Stickstoff, vier bis fünf Gramm Phosphor und zwölf Gramm Kali.

Wer einen Mulchmäher nutzt, spart sich eine teure künstliche Düngung seines Rasens und die aufwendige Entsorgung des Grünschnitts. Foto: djd/Viking
Wer einen Mulchmäher nutzt, spart sich eine teure künstliche Düngung seines Rasens und die aufwendige Entsorgung des Grünschnitts. Foto: djd/Viking

3. Tipp: Kosten sparen mit Grasschnitt

Grasschnitt gibt es gratis. Im Gegensatz dazu können Dünger mit Langzeitkomponenten ganz ordentlich zu Buche schlagen: Für eine Fläche von 100 Quadratmetern kann man in einem Zeitraum von einem Jahr mit 30 bis 40 Euro, für eine Fläche von 1000 Quadratmetern mit mindestens 300 Euro pro Jahr rechnen. Wer mulcht, spart sich zudem den Aufwand, das Schnittgut mühsam zu entsorgen. Auch die Mähzeit verkürzt sich um etwa 20 Prozent, wenn der Grasfangkorb nicht dauernd geleert werden muss. Unter dem Strich wird sich das aber dadurch ausgleichen, dass man beim Mulchen in der Hauptwachstumsperiode manchmal auch zwei Mähgänge pro Woche absolvieren muss.

4. Tipp: Die Umwelt schonen

Bei mineralischem Dünger kann der Stickstoff vom Regen ausgewaschen werden. Dadurch geht dem Rasen dieser Nährstoff verloren. Im Rasenmulch dagegen ist der Stickstoff organisch gebunden. So werden  die Nährstoffe gleichmäßig, langsam und nachhaltig wirkend abgegeben und der Rasen statt in zwei bis drei großen Portionen pro Jahr bei jedem Mähen gedüngt.

Messer und Gehäuseform spezieller Mulchmäher sind so beschaffen, dass sie einen besonders feinen Grasschnitt hinterlassen. Dieser rieselt dann unsichtbar zwischen die Halme, wird dort zersetzt und gibt seine Nährstoffe frei. Foto: djd/Viking
Messer und Gehäuseform spezieller Mulchmäher sind so beschaffen, dass sie einen besonders feinen Grasschnitt hinterlassen. Dieser rieselt dann unsichtbar zwischen die Halme, wird dort zersetzt und gibt seine Nährstoffe frei. Foto: djd/Viking

5. Tipp: Richtig mulchen

Beim Mulchen gilt: Je feiner der Grasschnitt, desto besser. Denn die kleinen Graspartikel fallen dann unsichtbar zwischen die Halme und werden dort von den Mikroorganismen schneller zersetzt, wodurch die Nährstoffe rasch wieder verfügbar sind. Zudem lässt dieser kleinteilige Rasenschnitt keinen Rasenfilz entstehen. Diese unerwünschte, feste Schicht aus Pflanzenresten verdichtet die Grasnarbe und beeinträchtigt ihre Durchlässigkeit für Luft und Wasser erheblich. Deshalb sollten Gartenfreunde das grobe Schnittgut eines normalen Rasenmähers auch nicht auf der Grasfläche liegen lassen, sondern es im Fangkorb sammeln. Die Anzahl der Mähgänge pro Saison erhöht sich von rund 17 beim "Fangen" auf etwa 21 beim Mulchmähen. Hintergrund ist, dass gemulchter Rasen durch die ständige Nährstoffzufuhr besser und schneller wächst. Außerdem sollten die Halme beim Mulchen nur maximal um ein Drittel gekürzt werden. Bei einem Mäher mit Fangkorb darf es bis zur Hälfte der Grashöhe sein.

6. Tipp: Optimale Schnitthöhe für den Rasen

Die optimale Schnitthöhe liegt bei etwa 3,5 bis 5 Zentimeter; im Hochsommer sollte man den Rasen lieber höher stehen lassen, damit die Halme den Wurzeln Schatten spenden und der Boden nicht zu sehr austrocknet. Schattenrasen sollte man nie unter fünf Zentimeter kürzen, damit die Pflanze noch ausreichend Fläche zur Fotosynthese hat. So kann sich auch Moos schlechter ausbreiten.

Auch moderne Robotermäher sind mit Mulchfunktion erhältlich und zerkleinern beim Mähen den Grasschnitt in feine Partikel, die als wertvoller Dünger auf dem Rasen belassen werden. Foto: djd/Viking
Auch moderne Robotermäher sind mit Mulchfunktion erhältlich und zerkleinern beim Mähen den Grasschnitt in feine Partikel, die als wertvoller Dünger auf dem Rasen belassen werden. Foto: djd/Viking

7. Tipp: Rasenmulch gegen Unkraut

Beim Mulchmähen wird der Erhalt der Grasarten einer Rasenfläche gefördert und das Wachsen von Unkräutern sowie die Moosbildung gemindert. Die Nährstoffzusammensetzung des Mulches kräftigt die Graspflanzen und unterstützt ihr dichtes Wachstum. Für andere Pflanzen bleibt schlicht kein Platz.

8. Tipp: Robotermäher nutzen

Wer sowohl die Vorzüge des Mulchens nutzen und seinen Garten gleichzeitig intensiv genießen möchte, der sollte zu einem Robotermäher greifen. Diese automatischen Helfer sind Mulcher und arbeiten nach einmaliger Installation vollkommen selbstständig und mähen den Rasen zu vorgegebenen Zeiten. Der Gartenbesitzer muss so also weder düngen noch mähen und hat so mehr Zeit für andere Dinge. Nicht zuletzt sieht der Rasen durch das regelmäßige Mulchen gepflegter und deutlich grüner aus.

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