Bauen
Artikel vom 06.09.2018

4 Planungstipps, um Sonnenenergie mit einer Photovoltaikanlage anzuzapfen

Die Nutzung von Sonnenenergie bietet sich für Dächer mit Süd-Ausrichtung an.
Für die Nutzung von Sonnenenergie eignen sich vor allem Dächer mit Ausrichtung Süd, Süd-West und Süd-Ost. Foto: djd/Copper Alliance

Selbst Strom produzieren und unabhängiger von den Lieferungen des Energieversorgers werden: Das ist das Hauptziel von Bauherren und Hausbesitzern, die sich für die Nutzung von Sonnenenergie interessieren. Wir geben 4 wichtige Tipps zur Planung und Vorbereitung.

1. Eignet sich die Lage des Hauses zur Sonnenenergie-Nutzung?

Die ideale Dachfläche ist nach Süden ausgerichtet und hat eine Neigung von 30 Grad. Doch auch bis zu 30 Grad nach Westen oder Osten ausgerichtete Dächer bringen noch einen sehr guten Ertrag. Als Faustregel kann man sich merken: Süd, Süd-West und Süd-Ost bringt gute Sonnenenergie-Erträge.

Auf Flachdächern lässt sich der optimale Stand zur Sonne durch Aufständern erreichen. Zu achten ist auch auf Verschattungen, zum Beispiel durch hohe Bäume oder Gebäude.

Ein Mann tankt sein Auto mit selbst erzeugtem Solarstrom aus der Photovoltaik-Anlage.
Tanken mit selbst erzeugtem Solarstrom: So lässt sich der Eigenverbrauchsanteil aus einer Photovoltaikanlage steigern. Foto: djd/Copper Alliance

2. Sind gute Voraussetzungen für den Anschluss geschaffen?

Die Verkabelungen für Solaranlagen sollten möglichst kurz sein. Dennoch wird der Wechselrichter oft im Keller untergebracht, da er für die Hitze, die unterm Dach entstehen kann, zu empfindlich ist. Wer bei einem Neubau oder einer Modernisierung bereits über die zukünftige Nutzung von Sonnenenergie nachdenkt, sollte die dafür nötigen Kupferkabel oder zumindest Leerrohre bereits einbauen lassen. Mehr Infos zur Elektroinstallation gibt es hier. So kann man sich schmutzträchtige Eingriffe in die Wände für das Schlagen von Kabelschächten sparen.

3. Wie rechnet sich die Finanzierung?

Bei sinkenden Einspeisevergütungen rechnet sich das Anzapfen der Sonnenenergie weniger über Einnahmen als vielmehr über die Einsparungen beim Stromverbrauch. Optimieren lässt sich der Eigenverbrauch über Batteriespeicher im Haus und E-Fahrzeuge, die hauptsächlich mit selbst erzeugtem Sonnenstrom betankt werden. Im Internet gibt es etliche Solarrechner, mit denen sich die Rentabilität überschlägig berechnen lässt. Zur Finanzierung kann man auch Fördergelder, etwa über die KfW, nutzen.

Ein Privathaus mit Sonnenenergie nutzt den selbst erzeugten Strom für den Eigenbedarf.
Wer heute im Privathaus die Sonnenenergie anzapft, möchte den selbst erzeugten Strom vor allem selbst nutzen. Foto: djd/Copper Alliance

4. Wie sichere ich meine Sonnenenergie-Anlage ab?

Eine Grundabsicherung gegen viele Schäden bietet die Wohngebäudeversicherung, die Anlage muss aber ausdrücklich in den Vertrag aufgenommen werden. Weitere Gefahren lassen sich auch über eine Allgefahrenversicherung abdecken, selbst die Versicherung von Ertragsausfällen ist möglich.

Schäden an Dritten, zum Beispiel durch herumfliegende Teile einer Photovoltaikanlage bei Sturm, sichern die Haftpflichtversicherung ab. Auch hier sollte man die Anlage anmelden, unter Umständen wird der Versicherungsbeitrag etwas höher.

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