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Artikel vom 01.11.2014

Photovoltaikanlage: Rentabel und nachhaltig

Wann ist eine Photovoltaikanlage rentabel?
Wann ist eine Photovoltaikanlage rentabel?

Immer mehr Haushalte scheuen sich vor der Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage aus Angst vor einem Minusgeschäft. Aber warum ist das so? Wann ist eine Photovoltaikanlage rentabel?

1. Tipp: Photovoltaik-Anlagen sind rentabel

Die gute Nachricht: Seit 2006 haben sich die Anschaffungskosten um 60 % reduziert. Lag der durchschnittliche Endkundenpreis Anfang 2006 noch bei 5.000€/kWp, betrugt der Endkundenpreis für eine fertig installierte Aufdachanlage bis 100kWP Ende 2012 bei 1.969€/kWp. Stellt man dementsprechend die verkürzte Vergütung den deutlich gesunkenen Anschaffungskosten gegenüber, lässt sich auch ohne Berechnung erahnen, dass die EEG-Kürzungen den Amortisationszeitraum nur wenig verlängern.

2. Tipp: Berechnen Sie ihren individuellen Gewinn

Um abzuschätzen, mit welcher Investition und Amortisationsdauer zu rechnen ist, sollten Sie zu Beginn einen kostenfreien Photovoltaik-Rechner zu Hilfe nehmen. Diese kalkulieren in wenigen Schritten die ungefähren Kosten. Beachten Sie dabei immer, dass solch ein Rechner niemals eine persönliche Beratung ersetzt und die tatsächlichen Kosten abweichen können. Der Rechner sollte dabei folgende Dinge erfragen bzw. errechnen:

  • Auswahl der Dachrichtung, Neigung und nutzbaren Fläche
  • Angabe des Eigenverbrauchs
  • Ausgabe der Vergütung pro Jahr
  • Überblick über jährliche Stromproduktion und Ersparnis

3. Tipp: Seien Sie unabhänging vom Stromanbieter

Entgegen der allgemeinen Meinung lohnt sich aktuell die Anschaffung einer PV-Anlage. Aktuell verändert haben sich der nun verlängerte Amortisationszeitraum und das gesteigerte Interesse am kompletten Eigenverbrauch des selbst produzierten Stroms. Das hat den Vorteil, dass Sie sich unabhängig von den Netzbetreibern versorgen können. Ein weiterer Punkt, der für die Installation einer Anlage spricht, ist die Instabilität des Strompreises, welcher meist zum Jahresbeginn erneut angehoben wird. Deshalb ist es umso interessanter, dass die Kosten einer selbstproduzierten Kilowattstunde 10 Cent unter den Tarifen der Anbieter liegen.

Des Weiteren ist davon auszugehen, dass die Strompreise auch in den nächsten Jahren weiter steigen und so die Profitabilität einer PV-Anlage zunimmt. Natürlich müssen auch weitere Kürzungen der Einspeisevergütung immer mit einbezogen werden, um die Profitabilität valide einschätzen zu können.

4. Tipp: 5 Dinge, die Sie bei der Planung berücksichtigen sollten

  • Dach: Bringen Sie in Erfahrung, ob das Dach für den Anbau baulich geeignet ist. Darüber hinaus spielt die Ausrichtung und Dachneigung eine erhebliche Rolle für die spätere Wirtschaftlichkeit. Optimal sind eine südliche Ausrichtung sowie ein Neigungswickel von 25-30° (Abweichungen können durch Montagesysteme reguliert werden). Beachten Sie eine mögliche Dachdämmung.
  • Umgebung: Stellen Sie sicher, dass die Anlage nicht beschattet wird. Dies kann durch umliegende Gebäude, Schornsteine oder Bäume der Fall sein.
  • Altlasten: Das Dach beziehungsweise die Unterkonstruktion dürfen nicht mit Asbest belastet oder baufällig sein. Sollte dies der Fall sein, müssen Sie mit einer zusätzlichen Investition für die Sanierung rechnen.
  • Beratung vor Ort: Der Berater sollte Sie detailliert über Technik und Möglichkeiten aufklären und folgende Punkte besprechen: Dachausrichtung/Neigung, Montagesystem entsprechend der Dachunterkonstruktion, Überprüfung der Statikunterlagen, Schattenverläufe, Kalkulation benötigter Solarkabel, Montage von Wechselrichter und Einspeisezähler, Nachfrage nach Ihren persönlichen Forderungen, Netzverträglichkeitsprüfung, Stellung des Baugerüsts, Durchsicht von Referenzanlagen
  • Angebot: Sobald Sie ein Angebot erhalten, überprüfen Sie es auf folgende Inhalte: Stückzahlen und Kosten der gesamten Anlagentechnik (Module, Wechselrichter, Montagesystem, Solarkabel), Arbeitskosten (Handwerkerstunden, Montage- und Installationskosten, Netzanschluss), Vertragskonditionen (Zahlungsvereinbarungen, Fertigstellungstermin, Ausfallentschädigungen, verbindliche Liefer- und Ausführungstermine), Service und Dokumentation (Funktionsüberprüfung, Anlagendokumentation, Datenblätter für Module und Wechselrichter), etwaige Zusatzkosten (Blitzschutz, Anlagenüberwacher, evtl. Einspeisezähler)

Sollten Sie sich beim Vor-Ort-Termin oder der Angebotserstellung nicht ordentlich beraten fühlen, lassen Sie das Angebot durch eine unabhängige Institution überprüfen oder halten Sie Ausschau nach anderen Anbietern.

Fazit

Fakt ist: Die Anschaffung einer Photovoltaikanlage lohnt sich nach wie vor! Hinterfragen Sie also sämtliche Details im Angebot und unterschreiben Sie erst dann, wenn alle Fragen zu 100% geklärt sind.

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