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Artikel vom 01.11.2014

Heizen mit Pellets oder Scheitholz: Alle Vorteile der Brennertechniken

Der nachwachsende Rohstoff Holz für die Heizung ist in Deutschland in großen Mengen verfügbar. Foto: djd/Fröling Heizkessel- und Behälterbau
Der nachwachsende Rohstoff Holz für die Heizung ist in Deutschland in großen Mengen verfügbar. Foto: djd/Fröling Heizkessel- und Behälterbau

Wer die Modernisierung seiner alten Heizanlage im Keller plant, der wünscht sich in aller Regel eine größere Unabhängigkeit von den fossilen Energieträgern Öl und Gas. Auf der Suche nach preiswerten und umweltfreundlichen Alternativen mit hoher Versorgungssicherheit stößt man mit einiger Sicherheit auf den Brennstoff Holz. Doch welche Art von Holzbrenner ist die richtige für welchen Hausbesitzer?

Pellets oder Scheitholz: Eine gute Entscheidung für Umwelt und Haushaltskasse

Egal ob man sein Haus mit Pellets oder Scheitholz erwärmt, Klima- und Umweltschutz sowie niedrige Heizkosten sind bei Heizanlagen mit dem Brennstoff Holz schon von Haus aus mit eingebaut. Deutschland und die angrenzenden Länder zählen zu den waldreichen Regionen unseres Planeten. Die Wälder werden zudem in der Regel nachhaltig bewirtschaftet. Engpässe beim Holz-Nachschub sind daher nicht zu erwarten. Vergleicht man die Preise, schlagen Scheitholz und Pellets schon heute Öl und Gas - bei der zu erwartenden Verknappung der nicht nachwachsenden Rohstoffe wird sich die Preisschere künftig wahrscheinlich noch weiter öffnen. Zudem ist Holz klimaneutral, da bei seiner Verbrennung nur die Menge an Kohlendioxid freigesetzt wird, die der Baum im Laufe seines Lebens aus der Luft gebunden hat. Öl und Gas dagegen verursachen zusätzliche Belastungen mit klimaschädlichem Gas.

Pellets: Die vollautomatische Holzheizung

Scheitholz und Pellets bestehen gleichermaßen ausschließlich aus reinem Holz. Pellets bestehen aus Holzresten, die typischerweise zum Beispiel in Sägewerken oder in Betrieben anfallen, die Holz verarbeiten. Diese Reste werden zu den länglichen Pellets zusammengepresst, die genormte Abmessungen besitzen. Pellets werden in verschiedenen Qualitätsstufen angeboten, von denen ihr Brennwert abhängt. Sie sind eine gute Wahl für diejenigen, die auf den gewohnten Komfort einer Öl- oder Gas-Heizanlage nicht verzichten möchten. Pellets-Anlagen arbeiten weitgehend vollautomatisch, der Nutzer muss nur hin und wieder die Asche entsorgen, die ebenfalls automatisch aus dem Ofen in einen Aschebehälter transportiert wird. Ähnlich wie bei der Ölheizung erfolgt die Beschickung des Brenners automatisch, so dass es auch bei längerer Abwesenheit der Hausbewohner nicht zu einer Heizunterbrechung kommen muss. Statt eines Tanks müssen Pellet-Lagerraum und ein Transportsystem eingeplant werden. Steht nicht genügend Platz für ein Pellets-Lager zur Verfügung, können dafür auch zum Beispiel Erdtanks im Garten eingeplant werden.

Ein Kombikessel kann vom handbeschickten Brennerraum mit Scheitholz vollautomatisch auf den Betrieb mit Pellets umschalten. Foto: djd/Fröling Heizkessel- und Behälterbau
Ein Kombikessel kann vom handbeschickten Brennerraum mit Scheitholz vollautomatisch auf den Betrieb mit Pellets umschalten. Foto: djd/Fröling Heizkessel- und Behälterbau

Scheitholz: Heizen für Kostenbewusste

Scheitholz besteht aus größeren Holzabschnitten, deren Größe nicht standardisiert ist. Wer sich in seiner Umgebung umschaut oder sogar selbst Holz macht, der kann diesen Brennstoff oft besonders günstig erwerben. Heizen mit Scheitholz ist daher unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine attraktive Lösung. Allerdings ist bei der Vorbereitung und beim Heizen etwas mehr Umsicht erforderlich, und der Betreiber muss hin und wieder selbst Hand anlegen. So muss frisch eingeschlagenes Scheitholz erst einmal ein bis zwei Jahre trocken lagern, da frisches, noch feuchtes Holz einen deutlich schlechteren Brennwert hat. Zudem erfolgt das Nachlegen des Scheitholzes in den Brennerraum in der Regel von Hand. Selbst Scheitholz-Beschickungsanlagen, die gelegentlich angeboten werden, müssen alle paar Tage von Hand nachgefüllt werden und verlängern lediglich die Nachlege-Intervalle. In der Regel werden Scheitholzbrenner eher in größeren Anwesen oder Mehrfamilienhäusern eingesetzt, da sie eine hohe Heizleistung besitzen.

Kombikessel: Das Beste aus beiden Welten kombinieren

Wer die Vorteile beider Techniken nutzen und mit Pellets und Scheitholz heizen will, der kann sich auch für einen Kombikessel entscheiden. Der modular aufgebaute Kessel hat zwei getrennte Brennkammern und kann daher mit Scheitholz und Pellets beschickt werden. So kann man im Normalfall mit den besonders preisgünstigen Holzscheiten einheizen. Und wenn niemand zum Nachlegen da ist, kommt der komfortable Pellets-Brenner zum Einsatz. Die Umschaltung von Scheitholz auf Pellets kann automatisch erfolgen, wenn das Holz im ersten Brennerraum abgebrannt ist und im Haus weiterer Wärmebedarf besteht. Der Entscheidung für eine Brennertechnik sollte auf jeden Fall die Beratung durch einen Fachmann vorausgehen. Er kann den Wärmebedarf des Gebäudes und die dafür erforderliche Anlagengröße abschätzen und Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit erstellen.

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