Bauen
Artikel vom 01.11.2014

Bauherrenberatung: Guter Rat für Modernisierer

1. Altbausanierung richtig planen und günstig durchführen

Annähernd 28 Millionen Wohnungen in Deutschland sind älter als 30 Jahre, und nur ein geringer Teil des Altbestandes ist bereits so modernisiert, dass seine Ausstattung und seine energetische Qualität dem heutigen Stand der Technik entsprechen. Daher ist der Modernisierungsbedarf unter deutschen Dächern hoch. Vielfach beginnen Hausbesitzer mit Sanierungsarbeiten immer dort, wo offensichtliche Mängel zutage treten und nicht mehr zu ignorieren sind. Eine solche "sukzessive" Modernisierung kann jedoch unterm Strich teuer werden und zu unbefriedigenden Ergebnissen führen. Sinnvoller ist es deshalb in aller Regel, Modernisierungsmaßnahmen mit fachmännischem Rat zu planen, zu budgetieren und zu koordinieren. Steht beispielsweise eine Fassadenrenovierung oder die Neueindeckung des Dachs an, können Maßnahmen zur Verbesserung der Gebäudedämmung gleich mit in Angriff genommen werden. Vorarbeitungen wie der Gerüstbau fallen so nur einmal an, unterm Strich lässt sich Geld sparen.

Rund 28 Millionen Häuser und Wohnungen sind älter als 30 Jahre - entsprechend groß ist der Modernisierungsbedarf in Deutschland. Foto: djd/Bauherren-Schutzbund
Rund 28 Millionen Häuser und Wohnungen sind älter als 30 Jahre - entsprechend groß ist der Modernisierungsbedarf in Deutschland. Foto: djd/Bauherren-Schutzbund

2. Modernisierungsziele definieren und den Gebäudezustand dokumentieren

Als ersten Schritt zu einer Modernisierung empfiehlt es, sich Klarheit über die genauen Ziele der Modernisierung zu verschaffen. Stehen energetische Verbesserungen im Vordergrund, soll das Haus oder die Wohnung barrierearm oder familienfreundlich umgestaltet oder technisch auf den neuesten Stand gebracht werden? Wichtig ist danach eine Bestandsaufnahme des Gebäudezustands, die von einem Sachverständigen begleitet werden kann. Der Bausachverständige stellt anhand einer Begehung des Gebäudes und der vorhandenen Unterlagen fest, wo Verbesserungen unumgänglich, sinnvoll oder wünschenswert sind. Auf Basis dieser Erkenntnisse lässt sich der Modernisierungsbedarf ermitteln und budgetieren.

3. Schutz vor Qualitätsmängeln und Vertragsproblemen

Den anschließenden Planungs- und Durchführungsprozess kann der Berater ebenfalls beratend begleiten und damit einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung leisten. Denn wie im Neubau, sind Baumängel auch in der Altbau-Modernisierung keine Ausnahme. Wer mit Eigenleistungen zur Modernisierung beitragen und Kosten sparen will, sollte sie ebenfalls mit fachmännischem Rat planen. Die Eigenleistungen müssen vertraglich einwandfrei von den Handwerkerleistungen abgegrenzt sein, damit es bei Mängeln nicht zu unklarer Rechtslage und zum Streit über die Verantwortlichkeiten kommt.

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