Städte und Kultur
Artikel vom 23.01.2019

5 sagen- und geschichtsträchtige Plätze in der Stadt Weiden

Drei Säulen bilden den Rahmen für den nach Günter Mauermann benannten Brunnen am unteren Markt in der Stadt Weiden.
Drei Säulen aus Granit und Bronze bilden den Rahmen für den nach Günter Mauermann benannten Brunnen am unteren Markt. Foto: djd/Tourist-Information der Stadt Weiden i.d.OPf.

Vom freundlichen Ambiente rund um den Marktplatz und dem quirligen Leben fühlen sich die Besucher der Stadt Weiden sofort angezogen. Beim Blick auf die schmucken Fassaden der Renaissance-Häuser mag man kaum glauben, dass die Kulturperle im Oberpfälzer Wald in früheren Zeiten Kriege, Brände und wirtschaftlichen Niedergang erlebt hat. Bei einem Stadtrundgang kann man an vielen Orten der Vergangenheit nachspüren und sagenhaften Geschichten lauschen. Wir stellen fünf Plätze vor, die viel erzählen können:

1. Der Mauermann-Brunnen am Unteren Markt

Drei Säulen aus Granit und Bronze bilden den Rahmen für den nach Günter Mauermann benannten Brunnen am Unteren Markt. Aus der kunstvollen Plastik fällt das Wasser in einem feinen Schleier in das darunterliegende Becken. Wie in einer Collage ist die Plastik verziert mit thematischen Skulpturen und Bildern, die Episoden aus der Geschichte der Stadt Weiden und aus dem Oberpfälzer Brauchtum erzählen.

Zu sehen ist etwa "Thomas mit dem Hammer", eine Sagengestalt, die mit dem Hammer droht, Köpfe einzuschlagen. Das Pferd, das einen Karren zieht, auf den man die Toten geschichtet hat, erinnert an die Zeit, als die Pest in der Stadt wütete. Auch die Szenen aus einem Krämerladen und Kinder, die mit einer Holzpuppe spielen, spiegeln den Alltag vergangener Zeiten wider.

Die farbenfrohen Renaissance-Häuser am Marktplatz verbreiten eine fröhliche Atmosphäre.
Die farbenfrohen Renaissance-Häuser am Marktplatz verbreiten eine fröhliche Atmosphäre. Foto: djd/Tourist-Information der Stadt Weiden i.d.OPf.

2. Stadtpfarrkirche St. Michael

Die evangelische Stadtpfarrkirche St. Michael im Herzen der Altstadt kennzeichnet eine wechselvolle Geschichte. Die ursprünglich einfache Saalkirche wurde bis zum Jahr 1448 aufwendig in eine gotische Kirche umgestaltet. Durch die beiden Stadtbrände 1536 und 1540 nahm das Gebäude großen Schaden, sodass es 1561 neu eingewölbt werden musste.

Heute erscheint St. Michael als prunkvolle Barockkirche. Auch ein Blick ins Innere lohnt sich. Die Kirchenstühle sind mit anmutigen Rokokoschnitzereien verziert. Das Altarblatt ist ein Meisterwerk des Sulzbacher Hofmalers Johann Karl aus dem Jahr 1792 und stellt die Geburt Christi dar.

3. Teufelstanz auf der Stadtmauer

Wieder einmal lag der Schwede vor den Mauern der Stadt Weiden. Die Vorräte der Bürger gingen zu Neige und ihnen drohte der Hungertod. Da hatte ein Schneider die rettende Idee. Er nähte aus einem Fell einen Teufelsrock mit einem langen Schwanz und Hörnern am Kopf. Der Sage nach kletterte er sodann im Teufelskostüm auf die Stadtmauer und drohte den Schweden, die daraufhin verängstigt Reißaus nahmen. Zum Dank an den tapferen Schneider sollen die Weidener einen Teufelskopf ans untere Stadttor gemeißelt haben.

Im Max-Reger-Zimmer im "Alten Schulhaus" kann man dem Leben und Wirken des Komponisten nachspüren.
Im Max-Reger-Zimmer im "Alten Schulhaus" kann man dem Leben und Wirken des Komponisten nachspüren. Foto: djd/Tourist-Information der Stadt Weiden i.d.OPf.

4. Die Nepomuk-Kapelle am Waldnaabübergang

Eine hübsche Rokokokapelle steht an der Brücke, die in Weiden über die Waldnaab zu der Straße nach Vohenstrauß führt. Mit ihrer Sandsteinfigur des Johann von Nepomuk erinnert sie daran, dass hier einst die kaiserliche Feldartillerie unbeschadet die hölzerne Brücke über den Fluss queren konnte. Generalfeldmarschall-Leutnant Fellner von Feldegg gelobte dem heiligen Nepomuk, als Dank eine Kapelle zu errichten.

5. Max-Reger-Zimmer im Stadtmuseum

Alljährlich ehrt Weiden mit einem großen Klassik-Festival den berühmten Sohn der Stadt: Max Reger zählt zu den bekanntesten klassischen Komponisten. Mehr über sein Leben und Wirken zeigt die Max-Reger-Sammlung im Alten Schulhaus. Neben zahlreichen Notenautographen und Erstdrucken sind auch Dokumente aus seiner umfangreichen Korrespondenz zu sehen.

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