Städte und Kultur
Artikel vom 01.09.2015

Dom von Halberstadt: Domschätze von großem Wert

Gemälden und Skulpturen des Domschatzes zu Halberstadt.
Der Domschatz zu Halberstadt ist einer der größten und wertvollsten der Welt. Foto: djd/Halberstadt Information/Domschätze/Elmar Egner

Schon von Weitem grüßen die Türme des Doms zu Halberstadt die Reisenden auf ihrem Weg in den alten Bischofssitz am nördlichen Rand des Harzes. Sie überragen die turmreiche Silhouette der Stadt, die zu Einblicken in die Kunst des Mittelalters einlädt: Dom und Domschatz beherbergen Kostbarkeiten, die in Europa ihresgleichen suchen.

Seit mehr als 1.200 Jahren ist der Dom St. Stephanus und St. Sixtus der geistliche und kulturelle Mittelpunkt der gesamten Region im heutigen Westen von Sachsen-Anhalt. Von seiner bewegten Geschichte zeugen wertvolle Schätze, die die Besucher ganz nach Belieben in einem individuellen Rundgang, bei einer öffentlichen Führung oder mit einem elektronischen Guide besichtigen können.

Chorumgang des Halberstädter Doms mit Skulpturen und wunderschöner Glasmalerei.
Wer durch den Chorumgang des Halberstädter Doms wandelt, taucht ein in die Welt des Mittelalters. Foto: djd/Halberstadt Information/Domschätze/Elmar Egner

Tipp 1: Der Dom Halberstadt ist eine der schönsten gotischen Kirchen

Gegründet im Jahr 804, gehörte das Halberstädter Bistum mehr als acht Jahrhunderte lang zu den bedeutendsten seiner Zeit. Die gotische Domkirche, die heute für alle Besucher offen steht, wurde zwischen 1236 und 1486 nach dem Vorbild französischer Kathedralen erbaut. Wer eintritt, wird zunächst von der Farbenpracht der 290 mittelalterlichen Glasmalereien gefangen genommen, die in den Kirchenfenstern erstrahlen.

Als bedeutsamstes Ausstattungsstück gilt eine Triumphkreuzgruppe von 1210, ein monumentales Meisterwerk mittelalterlicher Bildschnitzer. Ein architektonisches Kleinod ist die Marienkapelle, entstanden im 14. Jahrhundert. Bei einem virtuellen Stadtrundgang können die Besucher den Dom schon vorab von innen erkunden. Unter www.halberstadt.de stehen alle touristischen Informationen von Anreise über Stadtplan bis Übernachtung bereit.

Tipp 2: Den größten Kirchenschatz des Mittelalters bestaunen

Der Halberstädter Domschatz ist einer der größten und wertvollsten Kirchenschätze außerhalb des Vatikans. Mit seinen 650 Ausstellungsstücken ist dies die größte mittelalterliche kirchliche Sammlung der Welt, die am historischen Ort erhalten geblieben ist. In der großzügigen Dauerausstellung können die Besucher unermessliche Reichtümer bewundern: Die Goldschmiedearbeiten, Elfenbeinschnitzereien, Kunstwerke aus Bergkristall, Tafelbilder und Textilien erzählen vom Gottesdienst an einer mittelalterlichen Bischofskirche.

Zu den Halberstädter Kunstwerken von Weltrang gehören zwei romanische Wandteppiche aus dem 12. Jahrhundert. Dies sind die ältesten gewirkten Bildteppiche in Europa. Und bis heute haben die Farben des Abraham-Engel-Teppichs und des Christus-Apostel-Teppichs kaum an Leuchtkraft verloren.

Dom von Halberstadt mit seinen zwei 91 Meter langen Türmen.
Die schlanken Türme des Doms überragen die Silhouette von Halberstadt. Foto: djd/Halberstadt/Domschätze/Elmar Egner

Tipp 3: Die Schätze aus Byzanz und Palermo bewundern

Die größte Sammlung innerhalb des Domschatzes besteht aus liturgischen Gewändern und Tüchern - sie ist sogar noch umfangreicher als die Sammlung des Vatikans. Zum Textilschatz gehören unter anderem 90 vollständige Gewänder, prunkvolle Altardecken und reich bestickte Vorhänge. Als Herz des Domschatzes gilt das sogenannte Heiltum, der kostbare Reliquienschatz des Doms. Er liegt geschützt in reich geschmückten Reliquienschreinen. Der absolute Höhepunkt des Rundganges ist jedoch die Schatzkammer, in der antike Goldschmiede- und Elfenbeinarbeiten aus Byzanz, Palermo und dem Nahen Osten zu bewundern sind.

Tipp 4: Historische Bauwerke und Museen am Domplatz besichtigen

Nach der beeindruckenden Besichtigung der Domkirche warten am Halberstädter Domplatz noch weitere Sehenswürdigkeiten: Hier stehen dicht an dicht historische Bauwerke in sechs verschiedenen Stilen aus neun Jahrhunderten. Seit über 1.000 Jahren besteht der Domplatz in seiner heutigen Form. Urlauber sind eingeladen, Museen für Geschichte, Literatur oder Naturkunde zu besuchen.

Die Sehenswürdigkeiten am Halberstädter Domplatz im Überblick:

  • Dom St. Stephanus und Sixtus
  • Kreuzgang mit Domschatz
  • Das Gleimhaus: Museum zur Literatur- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts
  • Städtisches Museum
  • Heineanum: Vogelkundemuseum
  • Steine der Erinnerung - Mahnmal für die letzten jüdischen Mitbürger Halberstadts, die 1942 deportiert wurden
  • Teufels- oder Lügenstein: Thingstein aus vorchristlicher Zeit
  • Dompropstei: Hochschule Harz
  • Postamt im Stil der Neoromanik
  • Liebfrauenkirche: viertürmige, romanische Pfeilerbasilika nach Hirsauer Schema errichtet (1005 - 1020)
  • Kreuzgang der Liebfrauenkirche: Ausstellung von geborgenen Architekturteilen aus dem alten Halberstadt
  • Petershof, ehemaliger Bischofspalast (1036 - 1059), heute Sitz der Stadtverwaltung
  • Stadtbibliothek "Heinrich Heine", im Jahr 2000 als "Bibliothek des Jahres" ausgezeichnet
  • Peterstreppe (1278): fünfter Zugang zum Domplatz, 1991 wiedererrichtet
  • Kurien: ehemalige Wohnhäuser der kirchlichen Würdenträger
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