Checklisten und Sicherheitstipps
Artikel vom 01.11.2014

Flugangst überwinden: 6 Dinge, die Sie wissen sollten

Flugangst muss nicht sein. Entspannungsübungen können helfen. Foto: Lufthansa
Flugangst muss nicht sein. Entspannungsübungen können helfen. Foto: Lufthansa

1. Flugangst ist ernstzunehmen

Viele Menschen haben schon einmal Angst vor dem Fliegen gehabt. Vor allem kurz vor dem Abheben sind sie nervös und haben ein flaues Gefühl im Magen. Wenn das Flugzeug in der Luft ist, legt sich dieses Gefühl dann schnell wieder. Eine ausgewachsene Flugangst ist damit nicht zu vergleichen. Die sogenannte „Aviophobie“ kann bereits mehrere Tage vor der eigentlichen Reise auftreten, aber auch erst am Abfertigungsschalter oder im Flugzeug selbst.

Typische Symptome sind schwitzende Handflächen, flache Atmung, Krämpfe im Magen- und Darmbereich, Herzrasen, Schwindelanfälle, Übelkeit, Kopfschmerzen bis hin zu einer Panik, welche den gesamten Organismus zu paralysieren scheint. Ferner bedeutet für die meisten Betroffenen, dass durch die Flugangst ihre Bewegungs- und Entscheidungsfreiheit eingeschränkt wird. Zeitsparende Reisen mit dem Flugzeug werden nicht gebucht und Urlaubsaufenthalte in Fernreiseziele sind fast undenkbar.

2. Flugangst kann jeden treffen und plötzlich auftreten

Nicht immer geht es um Menschen, die noch nie geflogen sind. Während etwa die Hälfte der Frauen mit Flugangst beim „ersten Mal“ mit diesem Problem konfrontiert wird, sind es bei Männern überwiegend Vielflieger. Die eigentlichen Gründe für die Angst vor dem Fliegen haben nicht immer etwas mit der Reise selbst zu tun. Auch ungelöste private Konflikte oder Stress im Job können Flugangst auslösen. Für Flugangst muss sich niemand schämen. Sie kann sogar das Bordpersonal treffen.

Nach einer deutschen Studie leiden circa 15 Prozent aller Deutschen unter der Angst vor dem Fliegen. Weitere 20 Prozent fühlen sich ein wenig unwohl an Bord eines Flugzeuges. Die Flugangst oder Aviophobie ist also keine Seltenheit. Wie ausgeprägt die Flugangst ist, unterscheidet sich individuell stark. Bei einigen Betroffenen zeigen sich bereits mehrere Tage vor einem Flug oder unmittelbar vor dem Abflug die typischen Symptome einer Phobie.

3. Gegen Flugangst läßt sich effektiv etwas tun

Das beste Mittel gegen akute Flugangst sind Entspannungsübungen. Das können Atmungsübungen sein, die sogenannte „progessive Muskelentspannung“ oder autogenes Training. Wer schon einmal unter Flugangst gelitten hat, sollte solche Techniken gezielt trainieren, um sie bei der nächsten Flugreise parat zu haben. Eine Verhaltenstherapie dagegen geht das Problem gezielter an, in dem man sich mit der Flugangst bewusst auseinander setzt und sich schrittweise daran gewöhnt. Viele Fluglinien bieten zu diesem Zweck spezielle Seminare gegen Flugangst an. Beruhigende Medikamente wie Johanniskraut oder Baldrian können die Symptome von Flugangst in manchen Fällen ebenfalls lindern.

4. Gründe für eine Flugangst kennen

Zu den häufigsten Gründen von Flugangst gehört allgemeine Angst vor Kontrollverlust, die spezielle Angst vor einem Flugzeugabsturz, aber auch eine Art Höhenangst. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass nahezu 40 Prozent aller Betroffenen als Ursache für ihre Flugangst Kontrollverlust angeben. 34 Prozent der Personen befürchten, das Flugzeug könnte abstürzen. Etwa 13 Prozent empfinden bereits Angstzustände bei dem Gedanken, sich in großer Höhe aufzuhalten oder scheinbar haltlos im Raum zu schweben. Rational lassen sich die Ursachen für eine Flugangst hingegen nur selten begründen. Weniger als 25 Prozent der Betroffenen können auf eigene negative Erfahrungen, welche sie bei bereits durchgeführten Flugreisen gemacht haben, zurückgreifen. Für viele der Angsterkrankten ist die Aviophobie ferner sehr unerwartet ins Leben gekommen. Andere berichten von weiteren Stressfaktoren, die parallel auftreten.

5. Spannungzustände vermeiden

Wie andere phobische Störungen kann auch die Flugangst durch die Eliminierung von Spannungszuständen beseitigt werden. Dazu gehören die kognitive Therapie, autogenes Training und progressive Muskelentspannung. Insbesondere die Konfrontation mit Angst auslösenden Reizen, welche im Zuge einer Verhaltenstherapie erfolgt, kann sich als erfolgreich erweisen. Doch auch die Hypnose ist als Therapieform bekannt. In einem Zustand der Trance erhält das Unterbewusstsein des Patienten psychologische Suggestionen, die die Flugangst verringern sollen. Anstelle des einstigen Angstgefühls entsteht beim Fliegen schließlich ein Gefühl von Vertrauen, Ruhe und Entspannung. Ein wirksames Mittel bei Flugangst, kann auch die Progressive Muskelentspannung sein.

6. Die Flugangst in einem Seminar bekämpfen

Ferner gibt es die Möglichkeit, an professionellen Flugangstseminaren teilzunehmen. Im Rahmen dieser Seminare wird den Betroffenen der technische Hintergrund des Fliegens erklärt. Viele Tipps gegen Flugangst werden einem praxisnah beigebracht. Ferner gibt es einen psychologischen Teil, welcher die Angstmechanismen erklärt und wie ihnen begegnet werden sollte. Den Abschluss des Seminars bildet ein Flug, welcher psychologisch betreut ist. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Konfrontationstherapien die besten Erfolge mit einer Quote von 70 bis 95 Prozent erzielen können.

Einige Personen ziehen es jedoch vor, sich mit ihrer Angst nicht auseinanderzusetzen. Sie greifen auf Flügen zu Medikamenten, um die Flugangst zu unterdrücken. Dies sind meist Beruhigungsmittel, die vor Panikattacken schützen. Sie sollten lediglich eine Übergangslösung darstellen. Es ist stets besser, die Ursachen für die Angst zu bekämpfen als nur die Symptome.

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