Motorrad
Artikel vom 14.04.2016

Gebrauchtmotorräder kaufen: 4 Tipps zum Kauf

Junger Mann schaut Motorräder prüfend an.
Wer sich für ein gebrauchtes Motorrad interessiert, sollte sich die Maschine vor der Kaufentscheidung gründlich anschauen. Foto: djd/motorradreifendirekt.de/123RF

Sich für wenig Geld den Traum vom eigenen Bike erfüllen: Gebrauchtmotorräder sind eine interessante Alternative für alle, die nicht erst über viele Monate auf eine neue Maschine hin sparen möchten.

Oft verbergen sich hinter den Angeboten echte Schnäppchen, manchmal aber auch "Pleiten", da die Maschine schon einiges an technischen Defiziten aufweist. Umso wichtiger ist es, das Gebrauchtmotorrad vor der Kaufentscheidung gründlich auf Herz und Nieren zu überprüfen und sich nicht allein von der ersten Euphorie leiten zu lassen - ganz besonders gilt das bei einem Kauf von privat.

Motorräder in einer Reihe hintereinander
Ein Schnäppchen machen oder sich einen lange gehegten Wunsch erfüllen: Viele Gründe sprechen dafür, sich bei Gebrauchtmotorrädern umzusehen. Foto: djd/motorradreifendirekt.de/123RF

Tipp 1: Das Gebrauchtmotorrad gründlich überprüfen

Der Kauf von gebrauchten Motorrädern bei einem Fachhändler birgt verschiedene Vorteile: Bei seriösen Anbietern werden die Maschinen vorab gründlich durchgecheckt, in jedem Fall ist der Fachhändler zu einer einjährigen Gewährleistung bei eventuellen Sachmängeln verpflichtet.

Fällt also erst nach dem Kauf ein Mangel auf, ist der Händler in der Pflicht. Beim Kauf unter Privatleuten kommt es umso mehr auf den Sachverstand des Käufers an, der das Gebrauchtmotorrad gründlich in Augenschein nimmt.

Tipp 2: Einen eigenen Berater mitbringen

Ein Tipp dazu: Wenn Biker sich unsicher fühlen, sollten sie einen technisch versierten Freund zur Besichtigung mitnehmen oder - noch besser - darauf bestehen, das Wunschbike in einer Werkstatt prüfen zu lassen. So kann ihnen manche unangenehme Überraschung erspart bleiben. Eine Probefahrt mit dem Motorrad der Wahl ist vor der Unterzeichnung des Kaufvertrages ebenfalls unverzichtbar.

Tipp 3: Checkliste für den technische Zustand mitnehmen

In jedem Fall bildet bei der Besichtigung eine umfassende Funktionsprüfung den ersten Schritt: Wie ist der erste Eindruck und wie ist der Pflegezustand des Gebrauchtmotorrades? Weisen Verkleidungen, Lenker oder Endschalldämpfer Kratzspuren auf, die auf Stürze und Unfälle hindeuten könnten?

Vorsicht ist erst recht geboten, wenn sichtbar Öl austritt, etwa an der Vordergabel oder dem Motorblock. Verfügt das Bike über einen Kettenantrieb, sollten Motorradfahrer auch die Antriebskette überprüfen - wenn sie durchhängt oder rostend ist, sollten sie vorsichtig sein.

Hand misst Profiltiefe
Ist die Profiltiefe der Reifen noch ausreichend? Biker sollten nicht bis zur Verschleißgrenze der Gummis warten, sondern zuvor für Ersatz sorgen. Foto: djd/motorradreifendirekt.de

Tipp 4: Folgende Technik checken

  • Bremsen: Die Scheiben auf Absätze oder Riefen überprüfen. Die Beläge sollten mindestens noch vier Millimeter stark sein. Ein Warnzeichen sind ungleichmäßig abgenutzte Beläge.
  • Schlüssel und Bordwerkzeug sollten komplett vorhanden sein, ebenso alle Papiere zu Ihrem Wunschmotorrad.
  • Beleuchtung: Hier sind keine Kompromisse erlaubt. Stand-, Abblend- und Fernlicht, Bremslichter und Blinker sowie die Instrumentenbeleuchtung müssen einwandfrei intakt sein.
  • Bereifung: Wie alt sind die Reifen? Wie viel Profiltiefe weisen die Pneus auf? Sind äußerliche Beschädigungen sichtbar? Vorsicht, wenn die Wunschmaschine lange gestanden hat. Dann könnten die Reifen womöglich spröde geworden sein. Bei einem günstigen Gebrauchtbike fahren Käufer auf jeden Fall sicherer, wenn sie direkt einen frischen, neuen Satz Motorradreifen aufziehen - dieser bietet in jedem Fall den besten Grip. Gerade Motorradreifen sollten nie bis zur gesetzlich zulässigen Grenze abgefahren werden. Ein frühzeitiger Tausch sorgt für besseren Grip und somit mehr Fahrsicherheit.
  • Stimmt die Fahrzeugnummer? Interessenten sollten die Angabe in den Papieren mit der Nummer am Bike vergleichen, die meist am Rahmen rechts unter dem Lenker eingeschlagen ist.
  • Tachometer: Wenn die Zeiger zittern, kann dies auf eine defekte Tachowelle hindeuten.

Fazit: Den Kauf eines gebrauchten Motorrads gut planen

Viele Fragen sind also rund um den Kauf eines Gebrauchtmotorrades zu beachten. An einer Werkstattprüfung und einem TÜV-Termin führt kein Weg vorbei, gerade bei einem Kauf von privat. Schließlich benötigen Biker die Einschätzung des Experten auch, um einen realistischen Preis verhandeln zu können. Kunden sollten sich nicht von der Liebe auf den ersten Blick blenden lassen, sondern genau hinschauen - gerade auf den technischen Zustand.

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