Freizeit/Liebe
Artikel vom 09.05.2016

Schmerzen beim Sex: Wie Frauen 50 plus die Lust bewahren

Lust und Liebe genießen Frauen auch mit 50 plus - wenn ihnen keine Schmerzen in die Quere kommen. Foto: djd/Corbis

Liebe und Zärtlichkeit sind für Frauen und Männer in jedem Alter ein Grundbedürfnis und eine wichtige Basis glücklicher Partnerschaften. Doch selbst bei der größten gegenseitigen Zuneigung kann die Lust aufeinander verloren gehen, wenn Schmerzen beim Sex auftreten.

Die sogenannte Dyspareunie kann bei beiden Geschlechtern vorkommen, Frauen in und nach den Wechseljahren sind aber besonders häufig betroffen. Denn nahezu jede zweite leidet dann unter Scheidentrockenheit, die beim intimen Zusammensein mit dem Partner Brennen und Schmerzen verursachen kann.

Tipp 1: Schmerzen beim Sex müssen nicht sein

Für die Betroffenen ist das oft eine mehrfache Belastung: Nicht nur, dass ihnen selbst der Spaß an der schönsten Nebensache der Welt verloren geht, auch das Selbstbewusstsein rutscht schnell in den Keller. Denn zu der allgemeinen Last des Älterwerdens kommt noch das Gefühl, nicht mehr "ganz Frau" zu sein. Die Beziehung zum Partner kann ebenfalls leiden, wenn die Frau sich aus dem Liebesleben zurückzieht und Annäherungen immer wieder abweist.

Da das Thema sexuelle Beschwerden immer noch mit einem starken Tabu belegt ist, wird oft nicht über die Schmerzen beim Sex gesprochen. Dann kann schnell die ganze Beziehung in Schieflage geraten. Um Lust und Liebe auch nach der Menopause zu erhalten, sollten Frauen deshalb bei Problemen ärztlichen Rat suchen. Denn fast immer ist Abhilfe möglich.

Tipp 2: Östrogenmangel ausgleichen

Schmerzen beim Sex können bei Frauen verschiedene Ursachen haben: So kommen Infektionen mit Pilzen oder Bakterien, Genitalherpes, Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometriose) und auch seelische Probleme infrage. Bei Frauen jenseits der 50 liegt aber oft eine im Grunde harmlose und natürliche Entwicklung dem Problem zugrunde: der Abfall der Östrogenproduktion in den Wechseljahren. Das weibliche Sexualhormon ist neben vielen anderen Dingen auch für die Feuchtigkeit und den gesunden Aufbau der Scheidenhaut verantwortlich. Ein Östrogenmangel kann deshalb gravierende Folgen für das Liebesleben haben.

Offenheit und Vertrauen sind in der Partnerschaft wichtig, gerade bei Problemen mit der Sexualität. Foto: djd/Corbis

Tipp 3: Schmerzen beim Sex lokal behandeln

Der lokale Hormonmangel lässt die Scheidenhaut dünner, trockener und weniger elastisch werden - Ärzte sprechen von vaginaler Atrophie. Bei mechanischer Beanspruchung kann es dann schnell zu kleinen Verletzungen und Blutungen und damit zu Schmerzen beim Sex kommen.

Das Problem lässt sich aber oft relativ einfach beheben: Der Frauenarzt kann eine örtliche Östriol-Behandlung verordnen, die den Hormonstatus wieder ausgleichen und für eine bessere Durchblutung, Elastizität und Feuchtigkeitsbildung sorgen kann. Dafür reichen niedrigste Hormondosierungen, etwa in Vaginalzäpchen. Diese Dosierung ist um ein 16-faches niedriger als üblich, hat sich aber Untersuchungen zufolge als völlig ausreichend erwiesen.

Tipp 4: Die Scheidenflora gesund erhalten

Eine lokale Östriol-Therapie kann sich außerdem günstig auf die Zusammensetzung der Scheidenflora auswirken. Normalerweise wird diese von schützenden Milchsäurebakterien (Laktobazillen) dominiert, die für einen sauren pH-Wert sorgen und Krankheitserreger im Zaum halten. Durch die hormonellen Umstellungen geht die Besiedlung mit Laktobazillen oft zurück und es bildet sich eine gemischte Flora, die auch verschiedene Darmbakterien enthält.

Gleichzeitig steigt der pH-Wert. So werden Infektionen begünstigt, die ebenfalls zu Schmerzen beim Sex führen können und auch Blasenentzündungen können häufiger auftreten. Wird das Scheidenmilieu dann durch die Behandlung ins Gleichgewicht gebracht und stabilisiert, steigt auch die Widerstandskraft gegen Übergriffe von unerwünschten Pilzen und Bakterien wieder an.

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