Zahngesundheit
Artikel vom 01.11.2014

Parodontitis - 3 wichtige Fakten auf einen Blick

Thema Parodontitis
Foto: djd

In unserem Mund tummeln sich über 600 unterschiedliche Arten von Bakterien. Die meisten davon sind harmlos und mitunter sogar nützlich. Doch es gibt auch einige, die bei mangelnder Mundhygiene sehr aggressiv sein können. So greifen Keime beispielsweise den Zahnapparat an und führen zu Parodontitis, die sich nicht nur auf den Mund beschränkt – schließlich sind sich viele Experten darin einig, dass kranke Zähne auch den ganzen Menschen krank machen können. Die Thematik betrifft übrigens viele: Rund die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland leidet aufgrund von mangelnder Zahnhygiene bereits unter leichter Parodontitis. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

1. Symptome und Folgen von Parodontitis

Meist beginnt Parodontitis schleichend und ohne starke Schmerzen: Das Zahnfleisch blutet beim Zähneputzen oder dem beherzten Biss in einen harten Apfel, wodurch es anschwillt und gerötet ist. Gleichzeitig bilden sich immer tiefere Zahnfleischtaschen und dauerhafter, unangenehmer Mundgeruch kann entstehen. Wird diese chronische bakterielle Entzündung nicht behandelt, zerstört sie die zahntragenden Strukturen und kann zu Zahnverlust führen. Doch als wäre dies nicht schlimm genug, kann es sogar noch zu weiteren negativen Auswirkungen auf den gesamten Körper kommen: Über das entzündete Zahnfleisch können die Parodontitis-Bakterien nämlich in den Blutkreislauf gelangen und auch andere Stellen des Körpers schädigen.

2. Prophylaxe wird meist zu stark vernachlässigt

Auch in Sachen Parodontitis erweist sich eine gewissenhafte Prophylaxe als beste Medizin. Eine professionelle Zahnreinigung sollte bei Erwachsenen zum Beispiel zwei Mal im Jahr auf dem Programm stehen. Jedoch nicht einmal jeder fünfte Bundesbürger greift in dieser empfohlenen Frequenz auf Zahnreinigungen zurück, so das Ergebnis einer TNS Emnid-Umfrage im Auftrag der Ergo Direkt Versicherungen. Gerade einmal 19 Prozent der Befragten lassen ihre Zähne zweimal pro Jahr vom Profi reinigen. 31 Prozent nehmen diesen Dienst zumindest einmal im Jahr in Anspruch – die restliche Hälfte selten bis gar nicht.

3. Behandlungskosten

Grundsätzlich sollte das Gebiss regelmäßig untersucht und einem „Update“ unterzogen werden. Die moderne Zahnmedizin ermöglicht es – vorausgesetzt, sie ist erschwinglich. Werden hochwertige Maßnahmen nötig, sammeln sich nämlich schnell zusätzliche Kosten in Höhe von bis zu mehreren Tausend Euro pro Zahn an. Von den Krankenkassen gibt es jedoch allenfalls einen befundbezogenen Festzuschuss. Aber auch mit Prophylaxe lässt sich Parodontitis nicht immer vermeiden. Die Behandlung wird von der gesetzlichen Krankenkasse grundsätzlich bezahlt. Liegen jedoch schwerwiegenden Schäden am Zahnhalteapparat vor, werden mitunter weitere Leistungen benötigt, die von der Krankenkasse nicht gezahlt werden.

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