Zahngesundheit
Artikel vom 18.08.2015

Frischer Atem: 10 Irrtümer rund um die Zahnpflege

Mann und Frau kurz vor dem Kuss
Bei Gesprächen oder beim zärtlichen Küssen - ein frischer Atem macht zwischenmenschliche Kontakte angenehm. Foto: djd/CB12.com/thx

Die Atemqualität ändert sich abhängig von der Nahrungsaufnahme und nimmt gegen Nachmittag immer weiter ab. Am späten Nachmittag ist sie in der Regel unzureichend und wird oft erst durch das Abendessen überdeckt. Auch beim morgendlichen Erwachen kann der Atem - trotz des abendlichen Zähneputzens - unangenehm riechen. Der Grund: Über Nacht ist das Bakterienwachstum in der Mundhöhle in vollem Gange. Erst mit dem Zähneputzen erlangt man wieder einen frischen Atem. Denn da die meisten Menschen im Schlaf durch die Nase atmen, bleibt der Mund geschlossen. So gerät der Speichelfluss ins Stocken, Bakterien werden nicht weggeschwemmt und nisten sich in Zahnfleischtaschen ein oder lassen sich in Furchen auf der Zunge nieder. Die lästigen "Mundbewohner" setzen in den Vertiefungen der Schleimhaut schwefelhaltige Gase frei, die unangenehm riechen können. Hält das Phänomen "schlechter Atem" dauerhaft an, kann die Ursache eine falsche Mundhygiene sein. Wir zeigen euch die 10 häufigsten Irrtümer rund um die Zahnpflege.

Zwei junge Männer und zwei junge Frauen in einer Besprechung im Büro
Der Betroffene selbst merkt oft nicht, dass sein Atem unangenehm riecht - Vorbeugen bringt Sicherheit. Foto: djd/CB12.com/thx

1. Nach dem Frühstück sofort Zähneputzen

Beim Biss ins Frühstücksobst oder beim Genuss von Fruchtjoghurts werden Säuren frei, die den pH-Wert des Speichels verändern und den Zahnschmelz angreifen. Wer gleich danach zur Zahnbürste greift, verstärkt diesen Effekt noch. Besser ist es, den Mund zunächst mit Wasser auszuspülen, die Speisereste mit Zahnseide zu entfernen und frühestens 20 Minuten nach dem Frühstück mit dem Zähneputzen zu beginnen, um einen frischen Atem zu erhalten.

2. Je kräftiger, desto besser

Zu rabiates Reinigen schädigt Zahnschmelz und Zahnfleisch. Daher sollte lieber mit sanftem Druck geputzt werden. Das lässt sich mithilfe einer Küchenwaage üben, die beim Druck mit der Bürste nicht mehr als 150 bis 200 Gramm Belastung anzeigen darf. Am besten zu einer mittelharten oder bei schon geschädigten Zahnhälsen zu einer weichen Zahnbürste greifen.

3. Immer von Rot nach Weiß putzen

Auf diese Art kommt man mit den Borsten nicht unter den Zahnfleischrand. Zahnärzte empfehlen deshalb heute die Rütteltechnik. Dabei wird die Bürste im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand angesetzt und leicht auf der Stelle gerüttelt. Das löst Speisereste und Beläge. Anschließend die Bürste langsam in Richtung Zunge rotieren lassen.

Abbildung zeigt, dass der Atem morgens oft unangenehm riecht. Irrtümer in der Zahnpflege verhindern frischen Atem.
Beim morgendlichen Erwachen kann der Atem - trotz des abendlichen Zähneputzens - unangenehm riechen. Foto: djd/CB12.com

4. Kaugummi spart Zähneputzen

Nein, das Zähneputzen nach dem Frühstück ist unerlässlich, weil nur damit Speisereste und Beläge gründlich entfernt werden. Kaugummis können aber eine sinnvolle Ergänzung zur Zahnbürste und Zahnseide sein, weil sie den Speichelfluss anregen und damit das Säuremilieu regulieren. Sie enthalten neben Zink und Natriumfluorid, das Plaques reduziert und Karies vorbeugt, den zahnfreundlichen Zuckeraustauschstoff Xylit - ideal für den Frische-Kick unterwegs.

5. Tee schadet den Zähnen

Besonders schwarzer Tee führt zwar oft zu unschönen Verfärbungen, enthält aber andererseits viele zahnfreundliche Stoffe wie Fluor oder Tannine, die die Zuckerproduktion im Speichel hemmen. Teegenuss am Morgen dient also der Zahngesundheit. Gleiches gilt für Milchprodukte, die mit ihren Mineralstoffen den Zahnschmelz stärken können.

6. Nicht blutendes Zahnfleisch ist gesund

So einfach ist das leider nicht. Bei Rauchern beispielsweise verengt der Nikotinkonsum die Blutgefäße derart stark, dass lediglich kleinste Blutungen auftreten, die leicht zu übersehen sind.

7. Zahnseide nur bei Fleischresten in den Zähnen benutzen

Zahnseide macht immer Sinn. Nur wer einmal täglich Zahnseide oder Interdentalbürsten in der Kombination mit Mundwasser einsetzt, kann Entzündungen in den Zahnfleischtaschen vorbeugen.

8. Nach dem Putzen gründlich mit Wasser nachspülen

Wer das macht, spült dabei auch die kariesprophylaktischen Inhaltsstoffe der Zahnpasta weg. Eine gute Ergänzung können fluoridhaltige Mundspül-Lösungen sein. Solche Lösungen können bis zu zwölf Stunden für erstklassigen Atem und ein durchgängig gutes Gefühl im Mund sorgen. Sie neutralisieren nachweislich die Bildung der Substanzen, die unangenehmen Atem verursachen, ohne die Mundflora zu schädigen.

9. Erst bei Schmerzen zum Zahnarzt

Wenn es wehtut, ist der Nerv bereits massiv von Karies geschädigt. Deshalb ist bei Erwachsenen eine regelmäßige Kontrolle mindestens einmal im Jahr geboten. Kinder und Jugendliche sollten mindestens zweimal pro Jahr zum Check-up. Das hilft, Zahnschäden schnell zu erkennen und wirksam zu beheben.

10. Brauner Zucker ist besser für die Zähne

Wie alle stark kohlenhydrathaltigen Speisen, zu denen im Übrigen auch Brot und Brötchen zählen, liefert brauner Zucker den Kariesbakterien neue Nahrung. Deshalb sollte das Frühstück möglichst wenige Kohlenhydrate enthalten. Greifen Sie morgens lieber zu zuckerfreien Müslis und Milchprodukten.

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