Gesund und vital
Artikel vom 01.11.2014

Zeckenbiss: Die Gefahr lauert im Gebüsch

Zeckenbisse können gefährlich werden. Foto: Butch - Fotolia.com
Zeckenbisse können gefährlich werden. Foto: Butch - Fotolia.com

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Ob der Zeckenbiss gefährlich ist.
  • Wie Sie Zeckenbisse vermeiden.
  • Was eine Zeckenzange kann.

"Die Zecke", das ist in Deutschland zu 90 % der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), der in seinen drei Entwicklungsstufen Larve, Nymphe und adultes Tier jeweils eine Blutmahlzeit benötigt. Das Blut holt es sich beispielsweise von Mäusen, Hunden und auch Menschen. Der Stich der Zecke selbst ist nicht gefährlich, allerdings können Zecken gefährliche Krankheiten übertragen. Für den Menschen sind hierzulande vor allem die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, eine Form von Hirnhautentzündung) und die Lyme-Borreliose gefährlich.

FSME und Borreliose

FSME tritt überwiegend im süddeutschen Raum auf, gefährdete Gebiete zeigt die jährlich vom Robert-Koch-Institut herausgebrachte Karte. Die scheinbare Zunahme der gefährdeten Landkreise liegt an einer aktuellen Definitionsänderung und bedeutet nicht, dass es zur Ausbreitung der FSME kommt. Gegen FSME wird die Schutzimpfung allen in den betroffenen Gebieten lebenden Menschen empfohlen, da es, wenn die Krankheit einmal ausgebrochen ist, keine ursächliche Behandlung gibt. Bei 70 bis 90 % der Infizierten bleibt der Erreger unbemerkt, schwere Krankheitsverläufe heilen häufig völlig aus, es können aber neurologische Störungen zurückbleiben, 1-2 % der Erwachsenen mit Hirnhautentzündung sterben daran. In der letzten Zeit gab es jährlich zwischen 200 und 550 FSME-Fälle in Deutschland. Bundesweit sind ca. 35 % der Zecken mit Borrelien infiziert. Allerdings wird die Borreliose nicht unbedingt immer übertragen, die Wahrscheinlichkeit steigt jedoch, je länger die Zecke saugt. Gegen Borreliose gibt es keine Schutzimpfung, sie lässt sich mit Antibiotika behandeln, insbesondere im Frühstadium. Unbehandelt drohen lebenslange chronische Gelenksentzündungen oder neurologische Störungen. Es wird von ca. 500.000 Neuerkrankungen pro Jahr ausgegangen.

Zeckenbisse vermeiden

Da Zecken überwiegend im Gebüsch und hohen Gras sitzen, sollte man diese Bereiche nach Möglichkeit meiden. Lange Hosen, am besten unten in die Socken gesteckt und feste Schuhe beim Spazierengehen bremsen die Zecke. Zeckenabwehrsprays wirken nur kurze Zeit und müssen häufig erneuert werden. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man seine Kleidung am besten bei 60 °C waschen oder eine Weile im Wäschetrockner laufen lassen. Sich selbst sucht man, am besten gegenseitig, gründlich ab. Zecken bevorzugen feucht-warme, gut durchblutete Körperregionen wie Achseln, Leisten, Haaransatz, Schambereich und Bauchnabel und wandern teilweise stundenlang in der Kleidung oder auf dem Körper umher.

Informationen dazu finden Sie auch auf wikipedia.

Video: Richtiges Entfernen einer Zecke - Vermeiden Sie unbedingt ein Quetschen der Zecke. Foto: Schutterstock.com
Richtiges Entfernen einer Zecke - Vermeiden Sie unbedingt ein Quetschen der Zecke. Foto: Schutterstock.com

Und wenn sich doch eine Zecke festgebissen hat?

Zunächst mal: Ruhe bewahren! Ein Zeckenbiss führt nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung. Wichtig ist, die Zecke schnell und schonend zu entfernen. Hände weg von Hausmittelchen wie Klebstoff, Öl oder Nagellack - diese veranlassen die Zecke nur dazu, ihren Mageninhalt samt eventueller Erreger in die Wunde zu entleeren. Auch Drehungen im oder gegen den Uhrzeigersinn führen häufig zum Abbrechen der Mundwerkzeuge und zu Entzündungen. Mit spitzer Pinzette, Zeckenzange oder -karte fasst man die Zecke möglichst nah an der Oberfläche der eigenen Haut, vermeidet zu starkes Quetschen und zieht die Zecke langsam aus der Haut. Das kann durchaus eine Minute dauern. Generell wird empfohlen, Datum und Stelle zu notieren, die Stelle evtl. auch zu fotografieren und abzuwarten, ob sich Symptome zeigen.

Wann zum Arzt?

Wer sich die Entfernung selbst nicht zutraut, oder wenn der Kopf der Zecke in der Haut bleibt, kann man sich von einem Mediziner helfen lassen. Unbedingt zum Arzt sollte man, wenn man einige Zeit nach einem Zeckenbiss rings um den Einstich eine Rötung bemerkt, die sogenannte Wanderröte, oder auch grippeähnliche Symptome oder Gelenkschmerzen beobachtet.

Ratgebervideo Zecken entfernen

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