Gesund und vital
Artikel vom 01.11.2014

Welche Behandlung bei Arthrose anwenden? 6 Tipps bei Knieproblemen

Welche Behandlung bei Arthrose: Das Kniegelenk ist besonders anfällig für Arthrose, da dort sehr starke Kräfte auf eine sehr kleine Fläche einwirken. Foto: djd/Sanofi
Welche Behandlung bei Arthrose: Das Kniegelenk ist besonders anfällig für Arthrose, da dort sehr starke Kräfte auf eine sehr kleine Fläche einwirken. Foto: djd/Sanofi

Schulterschmerzen, Hüftleiden, Knieprobleme - mit zunehmendem Alter macht sich der Verschleiß in den Gelenken bemerkbar. Der Grund: Die mechanische Abnutzung des Knorpels. Anfällig für Abnutzungserscheinungen sind gerade die Gelenke, auf die größere Kräfte einwirken. Dabei wird die schützende Knorpelschicht auf den Gelenkknochen rauer und dünner.

Schwindet dieser natürliche Puffer, reiben die Gelenkknochen bei jeder Bewegung aufeinander. Im weiteren Verlauf kann es zu Zystenbildung und Knochendeformationen kommen. Wenn auch der Knochen geschädigt ist, spricht man von Arthrose. Die Betroffenen leider unter geschwollenen Gelenken, Schmerzen bei Bewegungen und sogar der völligen Versteifung des Gelenks.

Tipp 1: Die Knie schonen

Das Kniegelenk ist das größte und am stärksten beanspruchte Gelenk im menschlichen Körper. Darum ist das Knie besonders anfällig für Arthrose. Das liegt unter anderem daran, dass dort ein großer Teil des Körpergewichts auf einer sehr kleinen Auflagefläche ruht. Hinzu kommen starke Stoß- und Drehbelastungen.

Tipp 2: Bewegung - Ja!

Arthrose ist mitunter sehr schmerzhaft. Die Betroffenen können durch bewusste Bewegungen ihren Alltag etwas erleichtern. Allgemein geht es darum, die Belastung in den Gelenken zu reduzieren, dabei aber dennoch aktiv zu bleiben. Denn Aktivität verbessert die Versorgung des Knorpels und stärkt die umgebenden Muskeln. Das entlastet die Gelenke spürbar. Generell gilt: Bewegung - ja, Belastung - nein!

Tipp 3: Belastungen vermeiden

Die richtigen Schuhe

Tragen Sie geschlossene Schuhe mit einem flachen Absatz. Pumps und Sandalen geben dem Fuß nicht genug Halt. Schnürschuhe sind besser geeignet.

Flache Strecken

Vermeiden Sie es bergauf oder bergab zu gehen. Beides stellt eine Belastung für das Knie dar. Im flachen Terrain bewegen Sie sich schmerzfreier.

Bei Knieproblemen sind gelenkschonende Sportarten wie Radfahren ideal. Foto: djd/Sanofi/fotolia.de
Bei Knieproblemen sind gelenkschonende Sportarten wie Radfahren ideal. Foto: djd/Sanofi/fotolia.de

Der Boden

Ein Spaziergang oder sogar Nordic Walking kann je nach Krankheitsverlauf empfehlenswert sein. Aber wählen Sie bitte einen ebenen, festen Boden. Pflastersteine, Waldboden oder auch weicher Rasen sind unvorteilhaft für Ihr Knie.

Radfahren

Radfahren ist für das Knie weniger belastend als zu gehen. Nutzen Sie daher häufiger das Rad. Achten Sie darauf, möglichst flache Strecken und in einem niedrigen Gang zu fahren. Probieren Sie einmal, den Sattel etwas höher einzustellen. Das nimmt zusätzlich Druck von der Kniescheibe.

Treppen vermeiden

Jede Treppenstufe ist eine hohe Belastung für das Knie. Nutzen Sie daher - wenn möglich - den Aufzug. Lässt sich das Treppensteigen nicht umgehen, nehmen Sie sich Zeit und stützen Sie sich am Geländer ab. Wenn eines Ihrer Knie gesünder ist, gehen Sie damit voran.

Keine Lasten

Wenn wir etwas tragen, liegt das meiste Gewicht auf den Knien. Bitte keine falsche Bescheidenheit – lassen Sie sich helfen!

Sitzen statt Stehen

Langes Stehen sollten Sie vermeiden. Ihr Knie wird dadurch stark belastet. Der Schmerz trifft Sie vermutlich erst mit einiger Verzögerung. Als Faustregel gilt: Niemals länger als eine Stunde am Stück stehen.

Richtig sitzen

Niedrige Sessel sind ungünstig, denn es ist schwierig, daraus wieder aufzustehen. Wählen Sie höhere Stühle. Viele Menschen kreuzen beim Sitzen Ihre Beine unter dem Stuhl. Besser ist es, die Beine leicht auszustrecken. Wenn Sie aus dem Stuhl aufstehen, stützen Sie sich mit beiden Händen ab. Das nimmt den Druck vom Knie.

Niemals knien

Wer unter Arthrose im Knie leidet, sollte keinesfalls knien, egal, ob bei einer Reparatur oder in der Kirche.

Tipp 4: Der Faktor Ernährung unterstützt enorm

Zwar ist Arthrose häufig eine Alterserscheinung, dennoch spielt die Ernährung eine große Rolle. So ist Übergewicht für die Knie eine zusätzliche Belastung und gilt als begünstigender Faktor für die Erkrankung. Das Gewicht zu reduzieren, schafft oft schon deutliche Erleichterung. Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse ist dafür die Grundlage. Gerade Vitamin C wird oft als Gesundmacher bei Arthrose gehandelt.

Aber auch Kalzium, Eiweiß und Vitamin D sind wichtig für den Erhalt des Knochengerüstes. In letzter Zeit wurden im Zusammenhang mit Arthrose auch kieselsäurehaltige Lebensmittel diskutiert, denn Sie fördern den Knorpelaufbau. Dazu gehören Bananen, Haferflocken oder Vollkornreis. Eine Kombination aus gesunder Ernährung und mäßiger Aktivität ist das effektivste Mittel, um sich im Alltag möglichst schmerzfrei zu bewegen. Im Bestfall lässt sich das Fortschreiten der Krankheit sogar stoppen.

Tipp 5: Schonender Sport bei Arthrose hilft

Eine Arthrose kann die Bewegungsfähigkeit stark einschränken, schließlich wird der Schmerz zum ständigen Begleiter. Keinen Sport mehr zu treiben, kann allerdings ein fataler Fehler sein. Für viele Betroffene ist moderates Training sogar sehr positiv. Abhängig vom Grad der Erkrankung sind folgende Sportarten für Arthrose-Patienten geeignet:

  • Schwimmen (sehr gut: Kraul- & Rückenschwimmen)
  • Rad fahren
  • Nordic Walking
  • Mäßiges Laufen
  • Aqua Jogging
  • Ski-Langlauf

Gehen Sie mit Ihrer sportlichen Aktivität bewusst um. In schmerzfreien Phasen können Sie trainieren. Bei akuten Schmerzen ist es ratsamer, sich zu schonen. Sprechen Sie Ihr Sportpensum unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt ab. Er kann Ihnen genau sagen, welche Bewegung Ihnen gut tut.

Tipp 6: Schmerzmittel und Physiotherapie mit dem Arzt abklären

Weitere Möglichkeiten zur Behandlung bei Arthrose sind Krankengymnastik und eine Schmerztherapie mit geeigneten Medikamenten. Hierfür steht von den sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika über die neuartigen und besser magenverträglichen Cox-2-Hemmer (Coxibe) bis hin zu Kortikoiden und Opiaten eine breite Palette an Mitteln zur Verfügung.

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