Gesund und vital
Artikel vom 02.06.2016

Was tun bei Wechseljahresbeschwerden?

Keine Frau kommt um die Wechseljahre herum. Während Betroffene ihre klimakterischen Symptome früher klaglos aushalten mussten, gibt es heutzutage sanfte Maßnahmen, die typischen Wechseljahresbeschwerden zu lindern. Zu den auftretenden Merkmalen zählen Zyklusschwankungen bis zur letzten Menstruation, die etwa um das 50. Lebensjahr herum liegt. Zuvor werden die Eisprünge bereits seltener und die Östrogenproduktion lässt nach. Häufig treten in dieser Phase auch Schweißausbrüche, Stimmungswechsel und Schlafstörungen auf. Doch da lässt sich gegensteuern. Die überraschend einfachen Tipps von Dr. Ulrike Güdel reichen von einer bewussten Ernährung und mehr Bewegung bis zu einer gesteigerten Magnesium-Zufuhr.

Während der Wechseljahre schlafen viele Frauen nachts schlecht und müssen sich tagsüber hinlegen. Foto: djd/Diasporal

Typische Wechseljahresbeschwerden im Überblick

Östrogenentzug und seine Wirkung

Klimakterische Symptome sind Entzugserscheinungen, die in erster Linie durch einen Östrogenmangel ausgelöst werden. Dabei ist unter anderem das vegetative Nervensystem betroffen. Hier werden alle wichtigen Lebensfunktionen gesteuert wie der Stoffwechsel, Herz und Kreislauf oder der Magen-Darm-Trakt. Der Ausfall der Östrogene, die hier einen bremsenden Einfluss ausüben, kann zu Störungen im Bereich der Atmung, der Verdauung und des gesamten Stoffwechsels, sowie des Wasserhaushaltes führen. Anfallartige Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen und Herzrasen gehören zu den typischen Folgen. Leistungsabfall, Nervosität, depressive Verstimmungen, Kopfschmerzen, Schwindel und Schlaflosigkeit können ebenfalls auftreten.

Wadenkrämpfe treten während der Wechseljahre häufiger auf und lassen auf einen Magnesiummangel schließen. Foto: djd/Diasporal

Spürbare Hautveränderungen

Veränderungen zeigen sich auch an den Körperstellen, die von Östrogenen direkt beeinflusst werden. Dazu gehören insbesondere die Gebärmutter, die Scheide und die Brustdrüsen, aber auch die Haut und die Schleimhäute. So nimmt beispielsweise neben der Dicke und Elastizität der Haut auch ihre Fähigkeit ab, Feuchtigkeit zu speichern. Sie wird empfindlich, trocknet aus oder neigt vermehrt zu Unreinheiten. Auch die Scheidenhaut wird dünner und trockener. Die betroffenen Frauen klagen über Schmerzen beim Sex und vermehrte Entzündungen, die von Schmerzen, Jucken oder Brennen begleitet werden. Mit einem Feuchtigkeitsgel, das auf die Bedürfnisse der Scheidehaut abgestimmt ist, lassen sich die unangenehmen Wechseljahresbeschwerden lindern.

Steigender Blutdruck

Vor den Wechseljahren sorgen Östrogene bei Frauen für einen besonderen Herzschutz. Sie erhalten die Gefäßwände glatt und dehnbar und erhöhen die Konzentration des "guten" HDL-Cholesterins im Blut. Mit den Wechseljahren geht diese Schutzfunktion gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen nun zurück. Für viele Frauen bedeutet dies, dass zumeist unbemerkt der Blutdruck steigt. Übergewicht, negativer Stress und Ängste können die Blutdruckwerte zusätzlich in die Höhe treiben. Wird der Bluthochdruck nicht erkannt, können auf längere Sicht Organschäden, Herzinfarkt oder Schlaganfall die Folgen sein.

Einlagerungen aus Wasser und Fett

Wenn sich der Stoffwechsel verlangsamt und die Muskelmasse schwindet, nehmen die meisten Frauen deutlich zu - vor allem am Bauch. Dies ist darauf zurückzuführen, dass es mit der abnehmenden Hormonproduktion in den Eierstöcken auch an Androgenen fehlt, die zum Abbau des Bauchfettes benötigt werden. Ein weiterer Grund für Gewichtsprobleme sind Wassereinlagerungen im Gewebe, die auf einen Mangel an Progesteron hindeuten. Das Hormon sorgt für die Ausscheidung des Wassers über den Harn. Ist zu wenig Progesteron vorhanden, lagert sich das Wasser ein und führt zu einer entsprechenden Gewichtszunahme.

Schwindende Knochenmasse

Nach den Wechseljahren steigt zudem die Wahrscheinlichkeit, eine Osteoporose zu entwickeln, deutlich an. Denn Östrogen ist für den Erhalt der Knochenstabilität ein wichtiger Faktor. Fehlt das Hormon, verlangsamt sich der Knochenaufbau und der Knochenabbau wird gefördert. Entsprechend zieht das Absinken des Östrogenspiegels deutliche Knochenmasseverluste nach sich. Schätzungen zufolge stellt sich bei jeder dritten Frau nach den Wechseljahren eine Osteoporose ein. Entdeckt wird die Erkrankung häufig erst dann, wenn es bereits zu einem ersten Ermüdungsbruch gekommen ist.

Wechseljahresbeschwerden lindern: Was können Frauen tun?

Magnesium-Speicher auffüllen

Im Unterschied zu früher müssen klimakterische Symptome heutzutage nicht mehr stillschweigend hingenommen werden. Denn es gibt viele sanfte Möglichkeiten, sich selbst zu helfen und auftretende Wechseljahresbeschwerden zu lindern. So empfiehlt Dr. med. Ulrike Güdel, den Magnesium-Speicher aufzufüllen. Nach den Erfahrungen der Ärztin für Naturheilverfahren wird das Powermineral bei Hitzewallungen während der Zeit der hormonellen Umstellung vermehrt ausgeschwitzt. Neben dem Verzehr von Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten empfiehlt die Expertin aus Bregenz daher täglich 400 Milligramm körperfreundlichem Magnesiumcitrat, wie es beispielsweise in Magnesium-Diasporal aus der Apotheke enthalten ist. Die zusätzliche Zufuhr des Mineralstoffs kann sich gleich in mehrfacher Hinsicht positiv auswirken.

Was Magnesium bewirken kann

Beispielsweise bremst Magnesium die Freisetzung von Stresshormonen und trägt zu mehr Gelassenheit und starken Nerven bei. Auch die Knochengesundheit profitiert davon. Denn rund zwei Drittel des Magnesiums im Körper sind in den Knochen gespeichert. Angesichts eines steigenden Osteoporoserisikos ist eine ausreichende Magnesiumversorgung in den Wechseljahren eine wichtige Voraussetzung für stabile Knochen. Frauen, die unter Schlafstörungen leiden, sollten das Powermineral kurz vor dem Schlafengehen einnehmen. Denn Magnesium entspannt Muskeln und Nerven und trägt so zum besseren Ein- und Durchschlafen bei. Zusätzlich kann nächtlichen Wadenkrämpfen und sogar Herzrhythmusstörungen vorgebeugt werden. Unter www.diasporal.de/themen/die-richtige-einnahme/ sind weitere Einnahme-Tipps zu finden.

Regelmäßiges Bewegungstraining trägt maßgeblich zum Wohlbefinden während der Wechseljahre bei. Foto: djd/Diasporal

Ernährung auf Proteine umstellen

Um einer möglichen Gewichtszunahme von Anfang an zu begegnen, rät Dr. Güdel, proteinhaltigen Speisen wie magerem Fleisch, Eiern, Quark, Joghurt und Eiern den Vorzug vor Kohlenhydraten wie Brot, Kartoffeln, Nudeln und Süßspeisen zu geben. Mit einer solchen, ausgewogenen und bewussten Ernährung bleibe die Muskelmasse eher erhalten. Östrogenhaltige Stoffe in Sojaprodukten könnten zudem Beschwerden abmildern. Cashewkerne wirken Stimmungsschwankungen entgegen.

Wohlgefühl aktiv steigern

Ein wichtiger Faktor für mehr Wohlbefinden während der Wechseljahre ist Bewegung. Vor allem Ausdauersport kann dazu beitragen, Wechseljahresbeschwerden zu lindern. Denn, wenn der Körper aktiv ist, werden Wohlfühlhormone produziert. Wie Dr. Güdel erklärt, fühlen sich Hitzewallungen nicht mehr so unangenehm an, wenn die Haut beim Sport das Schwitzen trainiert. Zudem können mit körperlicher Aktivität weitere Effekte erzielt werden: Dem Abbau der Muskelmasse wird vorgebeugt, Kalorien werden verbrannt, die Figur wird gestrafft und das Einschlafen gefördert. Selbst Bluthochdruck und Arterienverkalkung wirkt regelmäßiges Ausdauertraining entgegen.

Hitzewellen mit Salbei drosseln

Als weitere Möglichkeit, die Schweißproduktion zu regulieren, rät Dr. Güdel zu wechselwarmen Duschen oder Saunabesuchen. Sie trügen ebenfalls dazu bei, dass die Haut ein leichteres Schwitzen lerne. Um Hitzewallungen im Zaum zu halten, sei das Trinken von mindestens einem halben Liter dünnem Salbeitee täglich ratsam. Die Heilpflanze hemme die Schweißbildung und beeinflusse die Wärmeregulation im Gehirn. Zusätzlich könne mit einer ausreichenden Trinkmenge - 30 Milliliter pro Kilo Körpergewicht - einer Verstopfung entgegengewirkt werden, die in Folge des Östrogenmangels häufig auftrete. Doch nicht nur die Darmfunktion normalisiert sich, wenn die Flüssigkeitszufuhr stimmt. Auch Kopfweh wird seltener und die Haut bleibt länger straff. Der weitgehende Verzicht auf Rauchen, Alkohol und Sonnenbäder trägt ebenfalls dazu bei, die Hautalterung zu verlangsamen.

Selbstbild stärken

Um die Umbruchphase der Wechseljahre trotz körperlicher Veränderungen leichter durchzustehen, empfiehlt die Expertin, besser für sich selbst zu sorgen und die eigene Energie verstärkt für sich, statt für die Familie zu nutzen. Das eigene Selbstbild könnten Frauen leicht stärken, indem sie sich selbst jeden Abend beim Einschlafen als wunderschön, schlank, gesund und leistungsfähig imaginierten. Die positiven Gedanken wandern so ins Unterbewusstsein und sorgen dafür, dass sich jede Frau schnell wohler fühlt.

Fazit: Wechseljahresbeschwerden lindern

Wechseljahresbeschwerden lindern ist gar nicht so schwer. Mit ein paar einfachen Tricks lässt sich die Zeit der Hormonumstellung besser durchstehen. Die Umbruchphase kann zu einem bewussteren Umgang mit dem eigenen Körper führen und schließlich zur Stärkung des Selbstwertgefühls beitragen.

Mit ein paar Tricks lassen sich auftretende Beschwerden in den Wechseljahren lindern. Foto: djd/Diasporal
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