Gesund und vital
Artikel vom 16.02.2016

Was tun bei einer Venenschwäche?

Frau in weißer Wäsche sitzt auf Bett und massiert die Unterschenkel
Ein kritischer Blick auf die Beine offenbart oft die ersten Anzeichen eines Venenleidens. Foto: djd/Ofa Bamberg/thx

Wenn nach einem langen Arbeitstag, an dem man viel stehen oder sitzen musste, oder nach einer langen Reise die Beine geschwollen sind und vielleicht auch schmerzen, dann sollte man das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Im Gegenteil, einer Venenschwäche sollten Sie in jedem Fall Beachtung schenken. Insbesondere, wenn die folgenden Punkte auf Sie zutreffen - je mehr Übereinstimmungen, umso höher ist das Risiko:

Sie

  • sind über 50 Jahre alt
  • hatten schon einmal eine Thrombose oder eine Venenentzündung
  • kennen Fälle von Krampfadern in Ihrer Familie oder haben selbst welche
  • haben Hautveränderungen am Knöchel oder an den Unterschenkeln
  • leiden unter nächtlichen Wadenkrämpfen

Wie entsteht eine Venenschwäche?

Erklärbild der Funktionsweise von Venenklappen
Wenn die Venenklappen nicht mehr richtig schließen, kann sich das Blut in den Beinen stauen. Foto: djd/Ofa Bamberg

Es gibt viele Faktoren, die für die Entstehung einer Venenschwäche und gar eines Venenleidens verantwortlich sein können. Dazu zählen in erster Linie eine Bindegewebsschwäche sowie ein veränderter Hormonhaushalt während der Wechseljahre, während einer Schwangerschaft oder wegen Einnahme der Antibabypille. Übergewicht und Bewegungsmangel, enge Kleidung, Alkohol und Rauchen begünstigen die Entstehung.

All diese Einflüsse beeinträchtigen die Fähigkeit des venösen Systems, Tag für Tag rund 7.000 Liter Blut aus den Beinen zurück zum Herzen zu transportieren und dabei die Schwerkraft zu überwinden. Im gesunden Venensystem gibt es zwei wichtige Mechanismen, die es bei dieser Aufgabe unterstützen.

1. Wadenmuskel-Pumpe

Die Wadenmuskel-Pumpe funktioniert nur, wenn wir uns bewegen. Etwa beim Gehen, Wandern, Radeln oder Schwimmen. Ideal sind Bewegungsabläufe, die nicht ruckartig sind. Ist die Muskulatur angespannt, drückt sie die Beinvenen zusammen. Die Gefäße werden enger und das Blut wird automatisch nach oben gedrückt.

2. Venenklappen

Sind die Muskeln entspannt, verhindern die Venenklappen, dass das Blut in den Beinen versackt. Sie funktionieren wie kleine Rückschlagventile, die sich schließen, wenn das Blut zurückfließt. Das können diese Ventile aber nur leisten, wenn die Venen gesund und elastisch sind. Bei verformten Venen, also bei Krampfadern, schließen die Venenklappen nicht mehr zuverlässig. Das Blut kann sich dann in den Beinen stauen.

Ist eine Venenschwäche gefährlich?

Wer im Zweifel ist, dem empfiehlt sich der Gang zum Facharzt (Phlebologe). Denn auch wenn eine Venenschwäche zunächst wie ein kosmetisches Problem wirken mag, birgt sie doch das Risiko gefährlicher Folgeerkrankungen. Es kann zu Thrombosen und offenen Hautgeschwüren kommen.

Arzt untersucht per Ultraschall die Venen bei einer Frau
Die Untersuchung durch den Facharzt gibt Sicherheit. Foto: djd/Ofa Bamberg/Romulic-Stojcic
Frau im roten Kleid mit dunkler Strumpfhose sitzt auf weißem Hocker
61 Prozent setzen darauf, dass Stützstrümpfe Hilfestellung bei Venenproblemen bieten. Foto: djd/Ofa Bamberg

Was tun gegen die Venenschwäche?

Kompressionsstrümpfe, im Allgemeinen meist Stützstrümpfe genannt, sind im Kampf gegen die Venenschwäche erprobt. Sie üben von außen einen genau berechneten Druck auf das Bein und damit auf die Venen aus. So wird dafür gesorgt, dass das Blut leichter zum Herzen transportiert werden kann. Außerdem können so die Venenklappen besser schließen und den Rückfluss des Blutes unterbinden.

Allerdings haben Kompressionsstrümpfe noch immer ein mäßiges Image. Das ergab eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag von Ofa Bamberg. 501 Personen wurde folgende Frage gestellt: "Was von dem Folgenden kommt Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie an Stützstrümpfe denken?"

Blonde Frau in lila Kleid und dunkler Strumpfhose
Kompressionsstrümpfe formen schöne Beine und sind in attraktiven Farben zu haben. Foto: djd/Ofa Bamberg
  • 61 Prozent antworteten, dass Stützstrümpfe Hilfestellung bei Venenproblemen bieten.
  • 21 Prozent meinten, sie würden hauptsächlich von älteren Menschen getragen.
  • Lediglich elf Prozent waren der Meinung, dass Stützstrümpfe auch zeitgemäß und schick sein können.

Dabei lohnt es sich für die bereits Betroffenen und für Menschen mit hohem Risiko unbedingt, einen Praxistest zu machen und vor allem bei langem Sitzen und Stehen Kompressionsstrümpfe zu tragen. Viele sind danach so begeistert von der entlastenden Wirkung, dass sie auf die unterstützenden Strümpfe nicht mehr verzichten wollen. Und nebenbei stellen insbesondere die Damen fest, dass Kompressionsstrümpfe und -strumpfhosen schöne Beine machen. Zudem sind sie in vielen attraktiven Farben erhältlich. Vom klassischen Schwarz über attraktive Naturtöne bis zu aktuellen Modefarben findet jede Frau die Farbnuancen, die zu ihrem Kleidungsstil passen.

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Ein schneller Onlinetest hilft dabei herauszufinden, ob Sie Ihre Venengesundheit von einem Phlebologen, einem Spezialisten für Venenerkrankungen, überprüfen lassen sollte. Es gibt einen Venencheck für Männer und einen Venencheck für Frauen.

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