Gesund und vital
Artikel vom 19.08.2015

Übungen gegen Schwindel: Bei Gleichgewichtsstörungen aktiv werden

Blutdruck von Schwindelpatientin wird durch einen Arzt gemessen
Senioren leiden besonders häufig unter Schwindel. Eine Untersuchung beim Arzt kann die Ursachen klären und Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen. Foto: djd/thx

Alles beginnt sich zu drehen oder der Boden scheint plötzlich zu schwanken. Manche Betroffene haben das Gefühl, in einem Aufzug nach oben oder unten gezogen zu werden, während andere sich wie benommen fühlen und ins Taumeln geraten. Es gibt unterschiedliche Formen von Schwindel - wer darunter leidet, ist beileibe kein Einzelfall.

Jeder dritte Deutsche ist irgendwann davon betroffen, ältere Menschen im höheren Maße. Wie aber entsteht Schwindel? Die Gleichgewichtsorgane befinden sich im Innenohr, wo Sinneszellen jede Bewegung registrieren. Augen sowie Gelenke und Muskeln liefern weitere Signale ans Gehirn, das dann alles zu einem Raum- und Bewegungsbild zusammensetzt. Sind diese Informationen jedoch widersprüchlich oder können nicht richtig verarbeitet werden, wird dies als Schwindel wahrgenommen.

Tipp 1: Aktive Übungen gegen Schwindel

Als Auslöser für die Attacken kommt vieles in Frage. Neben altersbedingten Veränderungen der Augen, des Innenohrs und der Nerven können auch ein schwankender Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Diabetes, Arterienverkalkung, bestimmte Medikamente oder psychische Probleme die Patienten aus dem Gleichgewicht bringen. Sinnvoll bei der Behandlung von Schwindel ist eine Kombination eines gut verträglichen Medikaments mit einem aktiven Lebensstil und gezielten Übungen gegen Schwindel.

Tipp 2: Praktische Übungen gegen Schwindel in den Alltag einbauen

Ebenso wichtig wie das geeignete Medikament sind spezielle Übungen gegen Schwindel. Sie trainieren ganz gezielt das Gleichgewichtssystem und sollten zweimal täglich absolviert werden. Am Anfang wiederholt man jede Einheit nach Möglichkeit fünfmal, später dann bis zu zehnmal. Hier drei praktische Übungen:

  1. Im Liegen: Legen Sie sich entspannt auf den Rücken und halten den Kopf still. Nun zunächst einen Punkt fixieren und dann die Augen nach oben und nach unten bewegen, anschließend nach links und nach rechts. Erst langsamer, später schneller.
  2. Im Stehen: Ziehen Sie im aufrechten Stand abwechselnd das linke und das rechte Knie hoch, dabei gegebenenfalls an der Wand, einem Stuhl oder Tisch festhalten. Später die Übung variieren und die Arme gerade nach vorn strecken, um die Balance zu halten.
  3. Partnerübung: Stellen Sie sich einer anderen Person gegenüber, drehen Sie sich einmal langsam um die eigene Achse, stoppen Sie und fangen Sie dann einen von dem Partner geworfenen Ball auf.
Älteres Paar spaziert am Seeufer
Von Schwindel Betroffene sollten unbedingt aktiv bleiben und sich viel bewegen. Foto: djd/Corbis

Tipp 3: Befreiungsmanöver bei Lagerungsschwindel lernen

Leidet man unter dem häufig vorkommenden Lagerungsschwindel, der meist beim Umdrehen im Bett auftritt, können sogenannte Befreiungsmanöver helfen. Die Ursache für Lagerungsschwindel sind winzige Kalkkristalle (Otholiten) im Innenohr, die sich gelöst haben und die Sinneszellen reizen. Das löst dann Schwindelgefühle aus. Mit den Befreiungsmanövern kann der Arzt die Steinchen wieder an ihren Ursprungsort befördern. Dabei handelt es sich um 90-Grad-Drehungen des Kopfes um verschiedene Achsen - man kann diese speziellen Übungen gegen Schwindel unter fachlicher Anleitung auch selbst erlernen.

Tipp 4: Bewegung und Sport müssen sein

Grundsätzlich ist es für alle Schwindelpatienten wichtig, aktiv zu bleiben. Wer dagegen aus Angst vor Stürzen oder Benommenheit nur noch in den eigenen Wänden verharrt, verschlimmert das Problem meist noch. Moderate Bewegung wie Spaziergänge, Gymnastik und regelmäßige Einheiten auf dem Fitnessrad dagegen bringt den Kreislauf in Schwung, unterstützt die Muskelkraft und stärkt das Koordinationsvermögen und die Gangsicherheit.

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