Gesund und vital
Artikel vom 01.11.2014

Tipps bei Durchfall: Wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht gerät

Tipps bei Durchfall: Bei einem Durchfallinfekt besetzen Viren oder Bakterien die Darmschleimhaut. Foto: djd/G. Pohl-Boskamp
Tipps bei Durchfall: Bei einem Durchfallinfekt besetzen Viren oder Bakterien die Darmschleimhaut. Foto: djd/G. Pohl-Boskamp

"Mama mir ist übel". Wenn der Nachwuchs mit blassen Bäckchen da steht und sich den Bauch hält, dann rechnen die Eltern damit, dass sich das Kleine mit einer Darmgrippe angesteckt hat. Stellen sich dann Durchfall, Erbrechen, Schüttelfrost oder gar Fieber ein, bestätigt sich der Verdacht. Durchfall bei Kindern ist aber nichts Ungewöhnliches: Zwei bis drei Magen-Darm-Infekte pro Jahr sind normal, wissen Experten. Da bei kleineren Kindern das Immunsystem noch im Aufbau ist treten im Kindesalter besonders schnell Durchfallerkrankungen auf. Dennoch kann der eigentlich harmlose Infekt bei jüngeren Patienten bedrohlich werden - vor allem dann, wenn nicht genügend getrunken wird. Durch die vielen wässrigen Durchfälle verliert der kleine Organismus viel Flüssigkeit und lebenswichtige Mineralstoffe, so genannte Elektrolyte. Je jünger das Kind, desto schwerer ist es für den Organismus, den Verlust auszugleichen. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern besteht bei akuten Durchfällen mit Erbrechen die Gefahr, dass der Organismus austrocknet und relativ schnell bedrohliche Zustände entstehen. Wenn solche starken Durchfälle länger als sechs Stunden anhalten, sollte unbedingt ein Arzt zurate gezogen werden. Unsere Tipps bei Durchfall geben erste Anhaltspunkte.

Laktobazillen kleiden die Schleimhaut im Darm mit einem schützenden Biofilm aus und stimulieren deren Immunabwehr. Foto: djd/G. Pohl-Boskamp
Laktobazillen kleiden die Schleimhaut im Darm mit einem schützenden Biofilm aus und stimulieren deren Immunabwehr. Foto: djd/G. Pohl-Boskamp

Wie kommt es zu Durchfall?

Bei einem Durchfallinfekt besetzen Viren oder Bakterien die Darmschleimhaut. So kann der Darm nicht mehr genügend Wasser und Mineralien aufnehmen - der Stuhl wird flüssig und es kommt zu einer vermehrten Ausscheidung. Die Erreger sondern im Magen-Darm-Trakt ihre Stoffwechselprodukte ab, die Giftstoffe enthalten. Dies löst oft Übelkeit und Erbrechen aus, damit der Körper auf diesem Weg die Eindringlinge wieder los werden kann. Akute Durchfälle dauern meist nur wenige Tage, sie können aber auch ein bis drei Wochen anhalten. Anders verhält es sich mit chronischem Durchfall, der teilweise über Monate bestehen bleibt oder sich mit Verstopfung abwechselt. Um dessen Ursache genau zu diagnostizieren, benötigt ein Arzt genaue Untersuchungen. Um einige Tipps bei Durchfall zu geben: Häufig liegt eine Nahrungsmittelunverträglichkeit wie eine Laktoseintoleranz oder eine Zöliakie zu Grunde. Bei der Laktoseintoleranz kann die in Milch und Milchprodukten enthaltene Laktose nicht verdaut werden, bei Zöliakie sind die in Getreide enthaltenen Gluten der Auslöser für die Beschwerden. Manchmal können auch Medikamente, vor allem Antibiotika, sehr weichen Stuhlgang machen. Sie zerstören nützliche Bakterien in der Darmflora und schädigen so das Darmmilieu.

Durchfall bei Kindern ist nichts Ungewöhnliches: Zwei bis drei Magen-Darm-Infekte pro Jahr sind normal, wissen Experten. Foto: djd/G. Pohl-Boskamp
Durchfall bei Kindern ist nichts Ungewöhnliches: Zwei bis drei Magen-Darm-Infekte pro Jahr sind normal, wissen Experten. Foto: djd/G. Pohl-Boskamp

Tipps bei Durchfall: Darmmilieu mit Laktobazillen unterstützen

Nahezu tausend Arten von Bakterienarten leben im menschlichen Darm, das ist eine rekordverdächtige Zahl. Spezielle Lactobazillen produzieren aus der Glukose der Nahrung Milchsäure. Dadurch wird eine leicht saure Umgebung geschaffen, die Eindringlinge abwehrt. Bei einer Bakterien- oder Virenattacke sind die natürlich vorhandenen Milchsäurebakterien oft überfordert und benötigen Verstärkung. Daher rät der Berliner Gastroenterologe PD Dr. med. Harald Matthes, Ärztlicher Leiter Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe: "Die Behandlung akuter Diarrhöen mit Laktobazillen wirkt sich hoch signifikant verkürzend und abmildernd auf den Krankheitsverlauf aus. Lacteol eignet sich für alle Typen der akuten infektiösen Diarrhö und kann auch bei immunreduzierten Patienten, Säuglingen und kleinen Kindern als First-Line-Therapie eingesetzt werden." Im Darm schaffen die Lactobazillen eine Art Schutzfilm, indem sie die Darmwand bekleiden. Durch diesen Prozess können sich krankmachende Eindringlinge nicht mehr dort ansiedeln. Im Gegenteil: Die Lactobazillen stimulieren die Immunabwehr der Darmschleimhaut und machen sie so weniger anfällig für Krankheitserreger. Außerdem fördern sie das Wachstum der gesunden Darmflora und helfen der gestörten Darmflora, sich schnell wieder aufzubauen. Schon nach wenigen Einnahmen erholt sich die Darmschleimhaut wieder.

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