Gesund und vital
Artikel vom 30.01.2015

Stimme weg was tun? Tipps für den stimmigen Stimmklang

Wer im Job auf seine Stimme angewiesen ist, kann sich Heiserkeit nicht erlauben. Foto: djd/G. Pohl-Boskamp
Wer im Job auf seine Stimme angewiesen ist, kann sich Heiserkeit nicht erlauben. Foto: djd/G. Pohl-Boskamp

Dem griechischen Philosophen Sokrates war bereits klar, dass die menschliche Stimme mehr ist als nur ein Sprechorgan. Mit den Worten "Sprich, damit ich dich sehe" drückte er den Umstand aus, dass sich allein am Tonklang allerlei Rückschlüsse auf die Gemütslage eines Menschen ziehen lassen. Sogar am Telefon kann man bisweilen hören, ob eine Person lächelt. Die Stimme gilt als Ausdruck der Persönlichkeit. Für viele Menschen ist die Stimme etwas Selbstverständliches. Solange sie reibungslos funktioniert, verschwendet kaum jemand einen Gedanken an das Zusammenspiel des Kehlkopfs, der Stimmbänder und allem, was sonst noch zum Sprechen oder Singen dazugehört. Doch was tun, wenn die Stimme weg ist? Hier lesen Sie Tipps dazu.

Viele Sänger belasten die Stimme durch mangelnde Bauchatmung. Foto: djd/G. Pohl-Boskamp
Viele Sänger belasten die Stimme durch mangelnde Bauchatmung. Foto: djd/G. Pohl-Boskamp

So kommen Töne zustande

Die Voraussetzung für die Produktion eines Tons ist das Einatmen. Erst dann kann Luft beim Ausatmen aus der Lunge durch den Kehlkopf strömen und die darin sitzenden Stimmbänder oder Stimmlippen in Schwingung versetzen. Die Vibration kann man sich ähnlich vorstellen wie beim Anschlagen einer Gitarrensaite. Tiefe Töne entstehen bei entspannten, lockeren Stimmlippen, für hohe Töne werden diese stärker angespannt und verkürzt. Der durch die Stimmbänder erzeugte Ton wäre ohne die Resonanzräume im Kopf nur ein Geräusch. Voluminös wird er durch die mit Luft gefüllten Hohlräume in Mund- und Nasenhöhlen und im Rachenraum, diese wirken quasi wie Lautsprecher.

Wer powert, braucht auch Pausen

Wer im Job alles gibt, braucht in der Freizeit ausgleichende Erholung - genauso geht es auch dem menschlichen Sprechorgan. Personen, die im Beruf Vorträge halten oder anhaltend telefonieren müssen, leiden häufig unter einer Überlastung ihrer Stimme. Gönnen sie ihr nach Dienstschluss nicht die nötige Ruhe, hört sie sich bald brüchig, rau und heiser an. Heiserkeit entsteht, wenn die Stimmbänder angeschwollen sind und nicht mehr frei schwingen können. Solche Schwellungen können durch Überbeanspruchung, einen Infekt, eine erhöhte Staubbelastung oder durch starkes Rauchen ausgelöst werden. Auch der übermäßige Genuss von Kaffee und Alkohol schlägt sich oft auf die Stimmbänder nieder. Verstärken kann sich die Symptomatik durch Heizungen und Klimaanlagen, denn diese entziehen der Raumluft Feuchtigkeit. Tägliches Lüften oder Luftbefeuchter haben sich in dem Fall als günstig erwiesen.

Bei Halsbeschwerden und Heiserkeit kann Hyaluronsäure gezielt helfen. Foto: djd/G. Pohl-Boskamp
Bei Halsbeschwerden und Heiserkeit kann Hyaluronsäure gezielt helfen. Foto: djd/G. Pohl-Boskamp

Hauptproblem bei Heiserkeit: Feuchtigkeitsmangel

Professor Dr. Hans Behrbohm, Chefarzt der Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der Park-Klinik Weißensee, erklärt, dass die Mund- und Rachenschleimhaut von einem speziellen feuchten Sekretfilm überzogen sei. Die darin enthaltenen Abwehrstoffe haben die Aufgabe, "Krankheitserreger zu eliminieren und die Schleimhaut vor Reizungen durch Noxen" zu schützen. Dieser natürliche Schutz- und Reinigungsmechanismus der Schleimhaut kann durch Überlastung gestört werden, wodurch der Rachen leicht austrocknen kann. Der Experte sieht bei Heiserkeit als Hauptproblem die mangelnde Feuchtigkeit. Denn wenn Mund- und Rachenschleimhaut stark austrocknen, wird Sprechen nahezu unmöglich. Wer jetzt versucht, doch noch einen Ton herauszubekommen, strapaziert seine Stimmlippen zusätzlich. Wichtig sei es daher, Hals und Rachen nachhaltig zu befeuchten. Viel trinken, Bonbons oder Inhalationen helfen allerdings nur kurzfristig. "Entscheidend ist eine dauerhafte Befeuchtung der Schleimhaut", so der HNO-Arzt. "Langanhaltende Feuchtigkeit spendet Hyaluronsäure."

Stimme weg was tun? Tipp: Husten statt räuspern

Ein Kratzen im Hals oder eine raue Stimme verleiten viele Menschen dazu, sich ständig zu räuspern. Ein Fehler, sagen Experten. Weitaus gesünder ist es, zu husten. Auch die weit verbreitete Annahme, dass man bei Heiserkeit lieber flüstern sollte, um die Stimme zu schonen, ist eindeutig ein Mythos. Sowohl Räuspern als auch Flüstern strapazieren die hochempfindlichen Schleimhäute der Stimmlippen. Interessante Fakten über das "Wunderwerk Mund- und Rachenschleimhaut" finden sich auch unter www.gelorevoice.de.

Alkohol und Zigaretten vermeiden

Den effektivsten Schutz vor Halsbeschwerden bietet eine intakte Rachenschleimhaut, auf der sich keine Krankheitserreger einnisten können. Eine gesunde Lebensweise kann dazu einen erheblichen Teil beitragen. Der zeitweilige Verzicht auf Alkohol und das Vermeiden von Tabakrauch bewahren die Schleimhäute vor Austrocknung. Dasselbe gilt übrigens für Kaffee und schwarzen Tee.

Heiße Milch mit Honig

Ein Tipp aus Omas Hausapotheke: Heiße Milch mit Honig schmeckt nicht nur lecker, sondern fördert auch die Genesung bei Halsbeschwerden. Neben Entzündungshemmern enthält der Honig auch sogenannte Inhibine, die das Wachstum von Keimen abschwächen können.

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