Gesund und vital
Artikel vom 01.11.2014

Schwindel Ursachen: 7 Tipps für Schwindelpatienten

Studien belegen, dass aktive Senioren über eine höhere Lebensqualität verfügen. Foto: djd/Vertigoheel/thx
Studien belegen, dass aktive Senioren über eine höhere Lebensqualität verfügen. Foto: djd/thx

Dem Gleichgewichtssinn schenkt kaum ein Mensch Beachtung. Alltägliches wie sich im aufrechten Gang fortzubewegen, Fahrrad zu fahren oder zu balancieren stellt für Erwachsene eine Selbstverständlichkeit dar. Um diese Vorgänge ausführen zu können, sind die Augen, Muskeln, Gelenke und die Ohren mit ihren Gleichgewichtsorganen gefragt. Über diese Sinnesorgane erhält das Gehirn Nervenreize, die es verarbeitet.

Liegen in diesen Bereichen Probleme vor, kommt es zu Störungen wie Schwindelanfällen. Aufgrund natürlicher Alterungsprozesse und Abnutzungserscheinungen oder als Nebenwirkung von Arzneimitteln tritt Schwindel mit zunehmendem Alter gehäuft auf.

Tipp 1: Schwindel - und seine Ursachen ernst nehmen

Der Schwindel kommt häufig wie aus dem Nichts: Plötzlich dreht sich alles, der Untergrund scheint zu schwanken, Betroffene können sich nur schwer auf den Beinen halten. Gerade in höherem Alter erhöht sich durch Schwindelepisoden das Risiko, zu stürzen - oft mit Blutergüssen, Verstauchungen oder Knochenbrüchen als Folge. Bisweilen verbergen sich harmlose Blutdruckschwankungen, leichte Durchblutungsstörungen, Mangelernährung oder Ablagerungen im Innenohr dahinter. Kehren die Symptome jedoch in kurzen Abständen wieder oder treten weitere Beschwerden wie Sprach- oder Sehstörungen sowie Lähmungen auf, sollte man dringend einen Arzt aufsuchen.

Drehschwindel kann sehr plötzlich auftreten, die Gefahr zu stürzen ist hoch, es kommt zu Augenzittern und starker Übelkeit. Foto: djd/Vertigoheel/P.BROZE
Drehschwindel kann sehr plötzlich auftreten, die Gefahr zu stürzen ist hoch, es kommt zu Augenzittern und starker Übelkeit. Foto: djd/P.BROZE

Tipp 2: Sicher im eigenen Zuhause

Die meisten Stürze ereignen sich in den eigenen vier Wänden. Daher sollten Schwindelpatienten stets rutschfestes, flaches Schuhwerk tragen. Zudem ist es ratsam, im Weg stehende Möbel zu verrücken und Stolperfallen wie Teppichkanten zu fixieren und Türschwellen abzuflachen.

Haltegriffe in Bad und Toilette sowie Antirutschmatten in der Dusch- und Badewanne geben Sicherheit bei der täglichen Körperpflege. Auch eine Erhöhung des Toilettensitzes kann hilfreich sein. Eine gute Beleuchtung an Treppenaufgängen und im Hausflur sowie Bewegungsmelder sind eine lohnenswerte Investition zum eigenen Schutz.

Tipp 3: Schwindel richtig erkennen

  • Drehschwindel tritt sehr plötzlich auf. Die Gefahr zu stürzen ist sehr hoch, es kommt zu Augenzittern und starker Übelkeit. Diese Art von Schwindel kann Sekunden oder auch Stunden bis Tage andauern.
  • Von Lagerungsschwindel werden Patienten beispielsweise morgens im Bett heimgesucht. Beim Umdrehen kommt es zu heftigem Schwindel mit Übelkeit und starkem Drehgefühl. Die Ursache sind Klein-Kristalle, die sich in den Bogengängen des Innenohrs gelöst haben und dort einen Nervenreiz ausüben. Ärzte helfen Betroffenen, indem sie sie in einem bestimmten Winkel lagern und drehen, um die Kristalle wieder zu fixieren.
  • Bei Schwankschwindel findet sich oft keine körperliche Ursache, er ist meist psychischer Natur. Der Schwindelpatient erleidet die Symptome immer wieder in ähnlichen Situationen, die mit speziellen Ängsten behaftet sind - wie etwa in einer großen Menschenmenge, beim Autofahren oder in großer Höhe. Betroffene berichten von einem Benommenheitsgefühl. Diese Form des Schwindels tritt häufig schon in jungen Jahren auf.
Durchblutungsstörungen mit Schwindelfolge durch Bewegungsmangel und Verspannungen sind keine Seltenheit. Foto: djd/Vertigoheel/Corbis
Durchblutungsstörungen mit Schwindelfolge durch Bewegungsmangel und Verspannungen sind keine Seltenheit. Foto: djd/Corbis

Tipp 4: Schwindel-Ursachen sind nicht altersbedingt

Auch jüngere Menschen sind zunehmend von Schwindel betroffen. In einer Welt, die von permanenter Erreichbarkeit, Überstunden und Mehrfachbelastung durch Familie und Job beherrscht ist, sind Durchblutungsstörungen mit Schwindelfolge durch Bewegungsmangel und Verspannungen keine Seltenheit.

Immer mehr gestresste Mid-Ager klagen zudem über das Auftreten eines permanenten, lästigen Ohrgeräusches, dem so genannten Tinnitus. Vor allem in Ruhe oder bei Alkoholgenuss verstärkt sich das nervenaufreibende Piepen oder Brummen, das die Betroffenen plagt. Auch hier können natürliche Arzneimittel Linderung verschaffen.

Tipp 5: Verhaltensregeln bei Schwindel kennen

  • Halt suchen, nach Möglichkeit hinlegen oder hinsetzen
  • Mit den Augen einen festen Punkt fixieren oder Augen schließen
  • Ruhe bewahren, tief und langsam atmen, bis der Schwindel abklingt

Tipp 6: Schwindel mit Bewegung vorbeugen

Ältere Personen, die aufgrund einer Schwindelepisode stürzen, leben danach häufig in Unsicherheit und Angst. Sie verlieren das Selbstvertrauen und fürchten um ihre Eigenständigkeit. Doch statt aktiv die Ursachen für den Schwindel und den Sturz herauszufinden und zu bekämpfen, ziehen sich viele Schwindelpatienten in die Immobilität zurück.

Mit fatalen Folgen: Weniger Bewegung begünstigt den Muskelabbau, was wiederum zu körperlicher Instabilität führt. Durch mangelndes Training bildet sich der Gleichgewichtssinn zurück und die motorischen Fähigkeiten lassen immer mehr nach - was im Gegenzug die Unsicherheit in der Fortbewegung verstärken und das Sturzrisiko erhöhen kann.

In mehreren Studien fanden Altersmediziner heraus, dass aktive Senioren über eine höhere Lebensqualität verfügten und das Sturzrisiko geringer war als bei ihren wenig aktiven Altersgenossen. Bereits leichte, regelmäßige Bewegung wie Spaziergänge im Freien können zu einer Besserung des Wohlbefindens von Sturzpatienten führen. Weitere Maßnahmen wie Krafttraining, Physiotherapie und spezielle Gleichgewichtsübungen stärken Körperkraft und Gleichgewichtssinn.

Tipp 7: Täglich Schwindelübungen machen

  • Die Augen auf einen festen Punkt richten. Dann den Kopf nach links, nach rechts und wieder zurück drehen - anfangs langsam, später schneller.
  • Den Arm ausstrecken, mit den Augen den Zeigefinger fixieren. Dann diesen Finger zur Nase und zurückführen, ohne ihn dabei aus den Augen zu verlieren.
  • Einen Gegenstand nahe an die Füße auf den Boden legen. Aus aufrechter Sitzposition hinunter beugen und den Gegenstand aufheben und wieder ablegen - jeweils mit geschlossenen und offenen Augen.
  • Auf einem Bett oder Sofa sitzend einen Punkt mit den Augen fixieren und Blickkontakt halten. Dabei den Oberkörper sanft erst nach links und dann nach rechts neigen.
  • Einen Ball auf Augenhöhe von einer Hand in die andere werfen, die Augen bleiben dabei offen. Je enger die Füße stehen, desto schwieriger ist die Übung. Im hüftbreiten Stand beginnen.
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