Gesund und vital
Artikel vom 09.04.2018

4 Dinge, die Frauen über eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft wissen sollten

Eine Schwangere nimmt Milchprodukte zu sich, um eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft zu vermeiden.
Milch und Milchprodukte sind ebenfalls gute Jodquellen. Foto: djd/www.forum-schilddruese.de/thx

Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ, das im Hals unterhalb des Kehlkopfs liegt. Sie produziert die Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin), ein wichtiger Baustein hierfür ist Jod. T3 und T4 steuern elementare Körperfunktionen wie den Energie- und Wärmehaushalt sowie die Aktivität zahlreicher Organe.

Bei Kindern sind sie schon während der Entwicklung im Mutterleib für die Entwicklung unverzichtbar. Deshalb sollte die Schilddrüse bei Schwangeren überwacht werden, denn eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) in der Schwangerschaft kann ebenso wie ein Jodmangel Nachteile für das Kind haben. Hier die 4 wichtigsten Fakten dazu:

1. Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft gefährdet das Baby

In den ersten Schwangerschaftswochen muss die werdende Mutter zusätzlich zu ihren eigenen auch die Schilddrüsenhormone für den Embryo herstellen. Hier kann es im Fall einer unbehandelten Hypothyreose zu einem Defizit kommen, das sich ebenso wie ein Jodmangel negativ auf die Gehirnentwicklung des Kindes auswirken und zum Beispiel den IQ, die Lesefähigkeit und die verbale Intelligenz verschlechtern kann.

Außerdem kommt es bei einer Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft häufiger zu Komplikationen wie Früh- und Fehlgeburten. Bei betroffenen Patientinnen, die bereits Tabletten mit Schilddrüsenhormonen einnehmen, ist deshalb meist eine Erhöhung der Dosis um etwa 30 bis 50 Prozent erforderlich. Dieser zusätzliche Bedarf zeigt sich ab der 4. bis 6. Schwangerschaftswoche. Tritt erst während der Schwangerschaft eine Schilddrüsenunterfunktion auf, muss sofort eine Behandlung erfolgen.

Eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft kann durch ergänzendes Jod vermieden werden.
Für eine gute Jodversorgung sollte im Haushalt jodiertes Speisesalz verwendet werden. Schwangere brauchen aber in der Regel ergänzend Jodtabletten. Foto: djd/www.forum-schilddruese.de/Getty

2. Der Jodbedarf von Schwangeren ist deutlich erhöht

Etwa ab der 12. Woche bildet die Schilddrüse des Kindes die Hormone selbst, benötigt aber dafür eine ausreichende Jodzufuhr. Deshalb erhöht sich während der Schwangerschaft der Jodbedarf der Frau um etwa 50 Prozent auf rund 250 Mikrogramm pro Tag. Dieser höhere Bedarf setzt sich auch während der Stillzeit fort.

3. Jodaufnahme über die Nahrung reicht meist nicht aus

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt für schwangere Frauen eine tägliche Jodzufuhr von 250 Mikrogramm. Für eine gute Jodversorgung sollte im Haushalt jodiertes Speisesalz verwendet werden, außerdem sind Seefisch sowie Milch und Milchprodukte gute Quellen für das Spurenelement.

Bei Schwangeren reicht jedoch die Ernährung meist nicht aus, um den erhöhten Bedarf zu decken - wie auch das Forum Schilddrüse informiert. Darum empfehlen Experten, täglich 150 Mikrogramm Jod ergänzend in Tablettenform einzunehmen. Dies gilt auch für Frauen, die unter einer Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft leiden und bereits Schilddrüsenhormone einnehmen.

4. Nach der Schwangerschaft die Schilddrüse überwachen

Bei zirka acht Prozent der Frauen kommt es nach der Schwangerschaft zu einer Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis). Diese äußert sich in einer kurzfristigen Überfunktion des Organs, gefolgt von einer mehrere Monate dauernden Unterfunktion, Schmerzen bestehen üblicherweise nicht. Etwa ein Jahr nach der Geburt sollte sich die Schilddrüse wieder normalisiert haben, in manchen Fällen bleibt aber eine dauerhafte Unterfunktion bestehen, die durch Tabletteneinnahme behandelt werden muss. Gerade bei Symptomen wie Müdigkeit, Reizbarkeit, Schlafproblemen, Depressionen und Nervosität sollte deshalb die Schilddrüse von jungen Müttern kontrolliert werden.

drucken