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Libidoverlust und Co.: 4 sexuelle Probleme, an denen die Schilddrüse schuld sein kann

Wenn es übers Kuscheln nicht hinausgeht: Eine kranke Schilddrüse kann zu Libidoverlust führen.
Wenn es übers Kuscheln nicht hinausgeht: Eine kranke Schilddrüse kann zu Libidoverlust führen. Foto: djd/www.forum-schilddruese.de/Getty Images/nd3000

Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Depressionen, aber auch Reizbarkeit, Schlafstörungen und hervortretende Augen: Eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse kann zahlreiche unangenehme Symptome hervorrufen. Doch auch das Sexualleben kann betroffen sein. Diese vier Probleme können durch eine Erkrankung des kleinen Halsorgans entstehen:

1. Libidoverlust

Besonders eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann das Verlangen nach Sex deutlich einschränken. Das liegt unter anderem daran, dass durch den Mangel an Schilddrüsenhormonen der gesamte Körper sozusagen auf Sparflamme läuft. Ständige Abgeschlagenheit, Antriebsarmut und Leistungsschwäche führen dann zu einem Libidoverlust. Aber auch eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann die Lust stören. Bei länger anhaltendem Libidoverlust, besonders in Kombination mit weiteren Symptomen, sollte die Schilddrüse deshalb von einem Facharzt untersucht werden. Frauen sind deutlich häufiger von Schilddrüsenerkrankungen betroffen als Männer – etwa durch die Autoimmunerkrankungen Hashimoto-Thyreoiditis, die zu einer Unterfunktion führt, und Morbus Basedow, die in einer Überfunktion resultiert.

Bei Frauen steckt hinter ungewollter Kinderlosigkeit nicht selten eine Schilddrüsenunterfunktion.
Bei Frauen steckt hinter ungewollter Kinderlosigkeit nicht selten eine Schilddrüsenunterfunktion. Foto: djd/www.forum-schilddruese.de/thx

2. Potenzprobleme bei Männern

Bei Männern kommt es durch eine Schilddrüsenfehlfunktion oft nicht nur zum Libidoverlust, sondern neben dem Wollen leidet auch das Können. Besonders eine Hypothyreose kann Erektionsschwierigkeiten bis hin zur Impotenz verursachen. Dies sollte bei der ärztlichen Abklärung ebenfalls beachtet werden.

 

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Der Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
Der Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Foto: djd/www.forum-schilddruese.de/Getty

3. Zyklusstörungen bei Frauen

Zu oft, zu selten, zu stark, zu schwach oder gar nicht mehr: Schilddrüsenerkrankungen wirken sich bei Frauen häufig auf die Menstruation aus. Typisch für eine Schilddrüsenunterfunktion sind eine zu selten auftretende Periode oder sogar das völlige Ausbleiben. Dafür ist die Regel oft sehr stark. Umgekehrt kann eine Schilddrüsenüberfunktion zu übermäßig häufigen, aber schwächeren Blutungen führen.

4. Unfruchtbarkeit

Paaren mit Kinderwunsch kann die Schilddrüse neben Libidoverlust und Potenzproblemen noch weiteren Ärger machen. Nicht selten ist eine Schilddrüsenunterfunktion die Ursache für eine eingeschränkte Fruchtbarkeit von Frauen, denn sie führt nicht nur zu Zyklusstörungen, sondern lässt oft auch den Eisprung ausbleiben. So kann beispielsweise bei etwa jeder fünften Kinderwunschpatientin eine Hashimoto-Thyreoiditis festgestellt werden. Das ist eine Autoimmunkrankheit, die zur Unterfunktion der Schilddrüse führt. Die Qualität und Beweglichkeit der männlichen Spermien kann durch Schilddrüsenfehlfunktionen ebenfalls leiden. Meist führt dies allein aber nicht zur Unfruchtbarkeit, sondern es müssen noch weitere Parameter hinzukommen.

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