Gesund und vital
Artikel vom 16.03.2018

7 Tipps, um Nervenschmerzen in den Füßen zu lindern

Nervenschmerzen in den Fußen sind sehr unangenehm und eine Folge von Diabetes.
Wenn die Haut unter den Füßen kribbelt, als würden Ameisen darüber laufen, dann sind dies oft Vorboten heftiger Nervenschmerzen. Sie entstehen durch eine Schädigung der Nerven, die so genannte Neuropathie. Foto: djd/Wörwag Pharma/koszivu-Fotolia.com

Kribbelnde Füße sind ein Alarmzeichen, das man nicht ignorieren sollte: Es zeigt an, dass die Nerven geschädigt sein können, und ist oft der Vorbote starker Nervenschmerzen. Insbesondere Diabetiker sind häufig von einer Nervenschädigung betroffen, die als diabetische Neuropathie bezeichnet wird. Diese 7 Tipps können helfen, wirksam gegen Neuropathien und Nervenschmerzen vorzugehen.

1. Auf die Füße "hören"

Wer unter Diabetes leidet, sollte die Signale seiner Füße ernst nehmen, rät Dr. Matthias Riedl, Ärztlicher Leiter und Geschäftsführer des medicum Hamburg. Nervenschäden, die sich als Kribbeln, Taubheit oder Nervenschmerzen an den Füßen bemerkbar machen, können ein diabetisches Fußsyndrom nach sich ziehen. Das ist der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) zufolge die Ursache von mehr als 40.000 Amputationen pro Jahr.

2. Regelmäßige Kontrollen beim Arzt

Um Nervenschäden und ihren Folgen frühzeitig entgegenwirken zu können, ist ein regelmäßiger Check beim Arzt wichtig: Dabei wird überprüft, ob die Füße Berührungen, die Vibration einer Stimmgabel und Temperaturunterschiede wahrnehmen. So können Mediziner auch die stummen Neuropathien erkennen, die sich nicht durch Nervenschmerzen äußern.

Gerade dieses schleichende Nachlassen der Sensibilität wird Dr. Riedl zufolge unterschätzt - oft mit schwerwiegenden Folgen: "Ohne die 'Alarmanlage' Nervensystem werden Verletzungen häufig nicht wahrgenommen, nicht fachgerecht behandelt und können so extreme Ausmaße erreichen."

3. Den Blutzucker gut einstellen

Eine gute Einstellung des Blutzuckers ist die wichtigste Maßnahme, will man effektiv etwas gegen die Neuropathie und daraus resultierende Nervenschmerzen unternehmen. "Ernährung und Bewegung leisten dazu einen wichtigen Beitrag", so Dr. Riedl. Dazu sollte man reichlich Gemüse und viel Eiweiß, etwa in Form von Hülsenfrüchten, Nüssen, Fisch oder Milchprodukten, zu sich nehmen.

Um Nervenschmerzen vorzubeugen hilft es, die Füße zu trainieren.
Wer täglich seine Fußmuskulatur durch Übungen trainiert, kann auf diese Weise Nervenschmerzen entgegenwirken. Foto: djd/Wörwag Pharma

4. Vitamin B1-Mangel ausgleichen

Selbst bei gesunder Ernährung sind Diabetiker häufig von einem Mangel an Vitamin B1 betroffen, da sie das Vitamin vermehrt über die Nieren ausscheiden. Das Vitamindefizit fördert Nervenschäden und -schmerzen. Dagegen kann die Vitamin B1-Vorstufe Benfotiamin helfen, die etwa in "milgamma protekt" (rezeptfrei in der Apotheke) enthalten ist. Sie wird vom Körper wesentlich besser aufgenommen als das einfache Vitamin B1 und kann so den Mangel und damit verbundene Beschwerden beheben.

5. Die Füße pflegen und Veränderungen beobachten

Eine ausgiebige Pflege hilft, die Füße gesund zu halten und das Ansiedeln von Bakterien zu verhindern. Empfehlenswert ist ein kurzes Bad, nach dem die Füße sorgfältig eingecremt werden. Mit harnstoffhaltigen Cremes hält man die Füße geschmeidig. Nägel und Hornhaut sollte man vorsichtig mit einer Sandfeile bearbeiten und keine spitzen Scheren nutzen. Idealerweise sollte die Pflege ein Podologe übernehmen.

6. Gymnastik für Zehen und Ballen

Gymnastische Übungen bringen die Fußmuskulatur von den Zehen bis zum Ballen in Schwung und fördern die Durchblutung - ein weiterer Weg, um etwas gegen Nervenschmerzen zu unternehmen. Ein Video zeigt neun Übungen, für die regelmäßig einige Minuten eingeplant werden sollten.

7. Passende, bequeme Schuhe tragen

Modische Schuhe sind oft zu eng und drücken. Hohe Absätze bringen den Fuß in eine ungesunde Position. Wer unter Empfindungsstörungen und Nervenschmerzen leidet, sollte sich von einem orthopädischen Schuhmacher dabei helfen lassen, passgenaue Schuhe mit weichem Obermaterial zu finden. Einlagen, die auf die individuellen Bedürfnisse empfindlicher Füße abgestimmt sind, helfen zusätzlich.

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