Gesund und vital
Artikel vom 16.09.2020

5 Tipps für den Weg zur individuellen Therapie bei Multipler Sklerose

Moderne Medikamente können den Krankheitsverlauf der MS aufhalten oder verlangsamen.
Moderne Medikamente können den Krankheitsverlauf der MS aufhalten oder verlangsamen. Foto: djd/www.trotz-ms.de/Getty Images/choja

Menschen mit Multipler Sklerose (MS) können dank der heutigen Therapiemöglichkeiten in vielen Fällen ein selbstbestimmtes Leben führen. Was Sie bei der Therapiewahl beachten sollten:

Tipp 1: Multiple Sklerose und Therapie: Gut informieren

Die Krankheit und ihre Behandlungsmöglichkeiten zu verstehen, hilft nicht nur im Umgang mit der Erkrankung, sondern auch bei der Suche nach der geeigneten Therapie. Dies gilt umso mehr bei MS, die als sogenannte „Krankheit der 1.000 Gesichter“ bei jedem Betroffenen unterschiedlich verläuft und entsprechend auch eine individuell passende Behandlung erfordert. Am besten, Sie sprechen mit Ihrem Behandlungsteam darüber.

Der Neurologe kann unterschwellige Krankheitsaktivität durch MRT-Untersuchungen erkennen.
Der Neurologe kann unterschwellige Krankheitsaktivität durch MRT-Untersuchungen (Magnetresonanztomografie) erkennen. Foto: djd/www.trotz-ms.de/Shidlovski/Shutterstock

Tipp 2: Vorbereitet ins Arztgespräch

Die Therapieentscheidung ist neben der MS-Verlaufsform und dem Gesundheitszustand auch von der individuellen Situation des Betroffenen abhängig. Im Idealfall trifft der behandelnde Arzt die Therapieentscheidung gemeinsam mit dem Patienten. Da sich die Therapie gut in den Alltag integrieren lassen sollte und dabei auch Ihre persönlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden sollten, scheuen Sie sich nicht, Ihre Wünsche und Bedenken zu äußern. Deshalb sollten Sie sich vor der Behandlungswahl Gedanken darüber machen, was Ihnen wichtig ist. Eine Checkliste mit hilfreichen Fragen können Sie hier kostenlos herunterladen.

Tipp 3: Bei Unsicherheit: Rückfragen stellen

Falls Sie etwas nicht verstanden haben oder sich hinsichtlich des Therapieplans unsicher sind, trauen Sie sich ruhig, dies gegenüber Ihrem Behandlungsteam zu äußern, und stellen Sie gerne Rückfragen. Falls die Fragen erst nach dem Termin aufkommen, notieren Sie diese am besten und bringen sie zum nächsten Gespräch mit. So gehen sie nicht verloren.

Regelmäßige neurologische Untersuchungen können frühzeitig auf Nervenschäden hinweisen.
Mehrere auf das Jahr verteilte neurologische Untersuchungen können frühzeitig auf Nervenschäden hinweisen. Foto: djd/www.trotz-ms.de/Julien L. Balmer

Tipp 4: „Therapietreue“ ist das A und O

Ist die Entscheidung getroffen, ist es wichtig, dem Behandlungsplan des Arztes genau zu folgen, also der Multiple-Sklerose-Therapie treu („adhärent“) zu sein. Das gilt ebenso, wenn Sie keine Beschwerden haben. Denn: Auch ohne spürbare Symptome kann die MS unterschwellig fortschreiten und die Nerven bleibend schädigen.

Tipp 5: Regelmäßige Kontrolltermine wahrnehmen

Gerade weil MS unterschwellig voranschreiten kann, ist es wichtig, regelmäßig die Kontrolltermine beim behandelnden Neurologen wahrzunehmen. Mehrere auf das Jahr verteilte neurologische Untersuchungen können frühzeitig auf Nervenschäden hinweisen und sind nötig, um den Krankheitsfortschritt zu erkennen und ihm bestmöglich – eventuell auch durch einen Therapiewechsel – entgegenzuwirken.

Multiple Sklerose: Weitere Infos und Hilfe für MS-Betroffene und Angehörige finden Sie auf der Webseite „ich bleibe ich – trotz ms“.

Checkliste mit hilfreichen Fragen zur MS-Therapie

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