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5 Strategien gegen den Migräneanfall

Ein Mann sitzt auf einem Ledersofa und hat einen Migräneanfall.
Ein Migräneanfall kann gut vorgebeugt werden und zu Beginn der Migräne auch noch gut behandelt werden. Foto: djd/Unsplash Nik Shuliahin

Schätzungsweise zehn Millionen Deutsche werden mehr oder weniger regelmäßig von Migräneanfällen geplagt. Neben Spannungskopfschmerzen gehören die wiederkehrenden, einseitigen Kopfschmerzattacken damit zu den häufigsten Formen unter den über 200 Kopfschmerzarten.

Während schmerzhafte Anspannungen der Nackenmuskulatur selten so stark sind, dass sie das Leben merklich beeinträchtigen, kann ein Migräneanfall den Alltag der Patienten lahm legen. Häufig fühlen sich Betroffene richtig krank und wollen sich in ein dunkles Zimmer zurückziehen. Wir stellen 5 Strategien vor, was im akuten Migräneanfall und zur Vorbeugung zu tun ist.

1. Medikamente rechtzeitig und ausreichend dosiert nehmen

Frei verkäufliche Schmerzmedikamente, die bei akuten Spannungskopfschmerzen gut wirksam sind, können auch bei Migräneanfällen helfen. Allerdings sollten die Betroffenen sie möglichst früh einsetzen und ausreichend hoch dosieren. Es ist davon abzuraten solange zu warten, bis der Schmerz maximal stark ausgeprägt ist, oder erst einmal nur die halbe Dosis einzunehmen.

Migränepatienten stehen zudem spezielle Medikamente namens Triptane zur Verfügung, die bei anderen Kopfschmerzarten nicht wirken. Diese Mittel können dafür sorgen, dass ein Anfall kürzer und schwächer verläuft.

2. "10:20"-Regel beachten

Generell ist ein maßvoller Umgang mit Schmerzmitteln ratsam. Keines der Medikamente sollte man häufiger als an zehn Tagen im Monat einnehmen. Um die Entstehung eines Dauerkopfschmerzes durch Medikamenten-Übergebrauch zu vermeiden, sollen Patienten an etwa 20 Tagen im Monat ohne Schmerzmittel auskommen.

3. Pausen einlegen

Der steigende Leistungsdruck in nahezu allen Bereichen der Gesellschaft trägt dazu bei, dass Migräneanfälle häufiger, länger und auch schwerer verlaufen. Dementsprechend sollten Migränepatienten den Schmerz als Warnsignal ihres Körpers ernst nehmen. Es ist sinnvoll, einen Gang runterzuschalten und eine Pause einzulegen und übermäßigen Lärm zu meiden und sich auch keiner starken Licht- oder Sonneneinwirkung auszusetzen.

Eine Frau hat einen Migränanfall und hält sich den Kopf.
Ein Migränetagebuch kann helfen, Auslöser und Trigger besser zu identifizieren. Wird zusätzlich noch notiert, was während dem Migränanfall Linderung bringt, kann so ein Tagebuch Gold wert sein. Foto: djd/Unsplash Aiony Haust

4. Natürlich vorbeugen

Bei der Migräneprophylaxe haben sich neben dem Einsatz von Medikamenten wie Betablockern auch Mineralstoffe bewährt. Zu den vorbeugenden Therapien zählt etwa die Einnahme von Magnesium. Zum einen vermindert das Mineral die Ausschüttung körpereigener Stresshormone und wirkt Muskelverspannungen entgegen. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel der Zellen. Das Gehirn von Migränepatienten habe einen erhöhten Energiebedarf.

5. Regelmäßig Muskeln entspannen

Es ist bei beiden Schmerzformen sinnvoll, Ausdauersport zu treiben, Stressfaktoren zu reduzieren und regelmäßig Entspannungsverfahren, wie die progressive Muskelrelaxation (PMR) nach Jacobson anzuwenden. Gemäß der Migräne-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie ist Letztere einem autogenen Training überlegen, weil sich Erfolge schneller einstellen und somit die Motivation hoch bleibt.

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