Gesund und vital
Artikel vom 27.03.2018

5 Expertenstrategien gegen Migräneanfälle und Spannungskopfschmerz

Migräneanfall loswerden und wieder leistungsfähig werden.
Während eines Migräneanfalls ist die berufliche Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt. Foto: djd/Magnesium-Diasporal/PantherMedia/Image Source London

Schätzungsweise zehn Millionen Deutsche werden mehr oder weniger regelmäßig von Migräneanfällen geplagt. Neben Spannungskopfschmerzen gehören die wiederkehrenden, einseitigen Kopfschmerzattacken damit zu den häufigsten Formen unter den über 200 Kopfschmerzarten.

Während schmerzhafte Anspannungen der Nackenmuskulatur selten so stark sind, dass sie das Leben merklich beeinträchtigen, kann ein Migräneanfall den Alltag der Patienten lahm legen. Häufig fühlen sich Betroffene richtig krank und wollen sich in ein dunkles Zimmer zurückziehen. Dr. Charly Gaul, Chefarzt der Migräne-Kopfschmerzklinik in Königstein verrät 5 Strategien, was im akuten Migräneanfall und zur Vorbeugung zu tun ist.

1. Medikamente rechtzeitig und ausreichend dosiert nehmen

Frei verkäufliche Schmerzmedikamente, die bei akuten Spannungskopfschmerzen gut wirksam sind, können auch bei Migräneanfällen helfen. "Allerdings sollten die Betroffenen sie möglichst früh einsetzen und ausreichend hoch dosieren", empfiehlt Dr. Charly Gaul. Der Chefarzt der Migräne- und Kopfschmerzklinik in Königstein rät davon ab, zu warten, bis der Schmerz maximal stark ausgeprägt ist, oder erst einmal nur die halbe Dosis einzunehmen.

"Migränepatienten stehen zudem spezielle Medikamente namens Triptane zur Verfügung, die bei anderen Kopfschmerzarten nicht wirken", ergänzt der Experte. Diese Mittel können dafür sorgen, dass ein Anfall kürzer und schwächer verläuft.

Migräneanfall vermeiden und Spannungskopfschmerzen wieder loswerden.
Spannungskopfschmerzen sind schlimm genug. Aber ein Migräneanfall kann den Alltag noch massiver beeinträchtigen. Foto: djd/Magnesium-Diasporal/PantherMedia/piotr_marcinski

2. "10:20"-Regel beachten

Generell ist ein maßvoller Umgang mit Schmerzmitteln ratsam. "Keines der Medikamente sollte man häufiger als an zehn Tagen im Monat einnehmen", warnt Privatdozent Gaul. Um die Entstehung eines Dauerkopfschmerzes durch Medikamenten-Übergebrauch zu vermeiden, sollen Patienten an etwa 20 Tagen im Monat ohne Schmerzmittel auskommen.

3. Pausen einlegen

Der steigende Leistungsdruck in nahezu allen Bereichen der Gesellschaft trägt dazu bei, dass Migräneanfälle häufiger, länger und auch schwerer verlaufen. Dementsprechend sollten Migränepatienten den Schmerz als Warnsignal ihres Körpers ernst nehmen.

"Es ist sinnvoll, einen Gang runterzuschalten und eine Pause einzulegen", empfiehlt Dr. Gaul. Die Migräneliga e.V. rät zudem, übermäßigen Lärm zu meiden und sich auch keiner starken Licht- oder Sonneneinwirkung auszusetzen.

Ein Migräneanfall kann durch Yoga und gesunde Ernährung vorgebeugt werden.
Neben progressiver Muskelentspannung kann auch Yoga zur Vorbeugung von Spannungskopfschmerz und Migräne beitragen. Foto: djd/Magnesium-Diasporal/PantherMedia/Brainsil

4. Natürlich vorbeugen

Bei der Migräneprophylaxe haben sich neben dem Einsatz von Medikamenten wie Betablockern auch Mineralstoffe bewährt. "Zu den vorbeugenden Therapien zählt etwa die Einnahme von Magnesium", sagt Dr. Gaul. Zum einen vermindert das Mineral die Ausschüttung körpereigener Stresshormone und wirkt Muskelverspannungen entgegen.

"Außerdem spielt es eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel der Zellen", erklärt der Arzt. Das Gehirn von Migränepatienten habe einen erhöhten Energiebedarf. Studien hätten günstige Effekte von zweimal täglich 300 Milligramm Magnesium in Citratform sowohl bei Migräne als auch bei Spannungskopfschmerzen nachgewiesen, auch bei Kindern. "Zudem konnte gezeigt werden, dass die Einnahme die Attackenstärke und Häufigkeit der Migräneanfälle verringern kann", so der Experte.

5. Regelmäßig Muskeln entspannen

"Es ist bei beiden Schmerzformen sinnvoll, Ausdauersport zu treiben, Stressfaktoren zu reduzieren und regelmäßig Entspannungsverfahren, wie die progressive Muskelrelaxation (PMR) nach Jacobson anzuwenden", empfiehlt Dr. Gaul. Gemäß der Migräne-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie ist Letztere einem autogenen Training überlegen, weil sich Erfolge schneller einstellen und somit die Motivation hoch bleibt.

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