Gesund und vital
Artikel vom 10.06.2015

Meniskusriss: Symptome, Ursachen und Behandlung

Das Kniegelenk muss schon bei alltäglichen Bewegungen große Belastungen aushalten und ist besonders verletzungsanfällig.
Das Kniegelenk muss schon bei alltäglichen Bewegungen große Belastungen aushalten und ist besonders verletzungsanfällig. Foto: djd/Arman Zhenikeyev

Das Knie ist das komplexeste Gelenk im menschlichen Körper. Eigentlich sind es sogar zwei Gelenke: Das Kniescheiben- und das Kniekehlgelenk - und auch die Verbindung zwischen Schien- und Wadenbein gehört anatomisch dazu. Zusammengehalten wird das Ganze von einem komplizierten Apparat aus Muskeln, Bändern und Sehnen.

1. Das Kniegelenk ist besonders verletzungsanfällig

Das Knie ist aber auch eines der verletzungsanfälligsten Gelenke. Das hat zwei Gründe: Zum einen wird es schon bei alltäglichen Bewegungen wie Laufen, Treppensteigen, Springen oder in die Hocke gehen mit einem Vielfachen des Körpergewichts belastet. Zum anderen passen in dem von Sportärzten scherzhaft auch als "größte göttliche Fehlleistung" bezeichneten Körperteil die Knochenflächen gar nicht richtig aufeinander. Für Ausgleich sorgen deshalb zwei halbmondförmige Knorpelscheiben, die Menisken. Sie stabilisieren das Gelenk, verteilen den Druck und federn Belastungen ab wie ein Stoßdämpfer beim Auto.

Gerade bei Ballsportarten wie Fußball können plötzliche Stopp- und Drehbewegungen leicht zu einem Meniskusriss führen.
Gerade bei Ballsportarten wie Fußball können plötzliche Stopp- und Drehbewegungen leicht zu einem Meniskusriss führen. Foto: djd/Turba

2. Meniskusverletzungen lassen sich therapieren

Ihre hohe Beanspruchung macht die Menisken besonders anfällig für Verletzungen - insbesondere bei Sportarten, die von plötzlichen Richtungswechseln, Starts und Stopps bestimmt werden, wie etwa Fußball, Tennis, Squash, Hand-, Basket- oder Volleyball. Speziell Drehbewegungen können dann einen Meniskusriss mit seinen unangenehmen Symptomen verursachen.

Schonender für die Gelenke sind Ausdauersportarten wie Walken, Schwimmen oder Radfahren. Sie sorgen für ausreichend gesunde Bewegung, haben aber eine geringere Unfallgefahr. Doch auch bei den sanfteren Sportarten und im Alltag kann es zu Blessuren kommen - etwa durch ein Vertreten oder durch Stürze. Und nicht zuletzt sind Meniskusschäden häufig eine Folge des natürlichen Verschleißes im Alter - so sind jenseits des 50. Lebensjahres drei von vier Meniskusrissen die Folge von Abnutzung, die allerdings meist weniger Schmerzen verursachen als akute Verletzungen.

Kommt es während des Trainings plötzlich zu starken Knieschmerzen, sollte man sofort pausieren und die PECH-Regel anwenden.
Kommt es während des Trainings plötzlich zu starken Knieschmerzen, sollte man sofort pausieren und die PECH-Regel anwenden. Foto: djd/thx

3. Einen Meniskusriss mit diesen Symptome erkennen

Hat es den Meniskus - meist den inneren - akut "erwischt", äußert sich das in Knieschmerzen und meist auch durch einen Bluterguss oder eine Flüssigkeitsansammlung im Gelenk, wodurch das Knie anschwillt. Häufig sind auch bei Bewegung schnappende oder knacksende Geräusche zu hören, oder das Gelenk wird durch eingeklemmte Bruchstücke völlig blockiert. Dann sollte man sofort die PECH-Regel anwenden:

  • Pausieren: sofort mit dem Training aufhören
  • Eis: die schmerzende Stelle kühlen
  • Compression: einen (nicht zu festen) Druckverband anlegen
  • Hochlagern: das Bein hochlegen

Zusätzlich können ein Salbenverband die Heilung unterstützen.

4. Schnell einen Arzt aufsuchen

Bei leichten Knieverletzungen kann die Selbsttherapie mit PECH-Regel und Naturarzneien ausreichend sein. Bei stärkeren, anhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen, Instabilität des Gelenks und ausgeprägten Schwellungen oder Blutergüssen sollte man aber unbedingt einen Sportarzt oder Orthopäden aufsuchen. Denn diese Symptome deuten auf einen Meniskusriss, eine Bänderverletzung oder andere ernste Schäden hin. Nur der Facharzt kann die genaue Art der Verletzung diagnostizieren und die richtige Therapie einleiten. Dazu können etwa auch Physiotherapie oder im Ernstfall eine Operation gehören.

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