Gesund und vital
Artikel vom 18.05.2015

Warum Kribbeln in den Füßen ein Warnsignal ist

Wer seine Füße regelmäßig kontrolliert, kann Druckstellen und Veränderungen schnell feststellen und mit seinem Arzt besprechen. Das ist wichtig, um eine Nervenschädigung und ihre Folgen früh zu erkennen. Foto: djd/Wörwag Pharma
Wer seine Füße regelmäßig kontrolliert, kann Druckstellen und Veränderungen schnell feststellen und mit seinem Arzt besprechen. Das ist wichtig, um eine Nervenschädigung und ihre Folgen früh zu erkennen. Foto: djd/Wörwag Pharma

Wenn sich die Füße melden, indem sie kribbeln, brennen, oder sich taub anfühlen, dann nehmen viele Menschen diese Anzeichen nicht ernst. Dabei können solche Symptome ein Hinweis auf eine schwerwiegende Nervenerkrankung sein: die diabetische Neuropathie. Etwa jeder dritte Diabetiker entwickelt nach Angaben von "Diabetes heute", einem Service des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ), im Laufe seiner Erkrankung eine derartige Nervenstörung. Oftmals tritt sie sogar schon im Vorstadium des Diabetes (Prädiabetes) oder vor der Diagnose auf. Hier finden Sie Tipps, was Sie bei einem regelmäßigen Kribbeln in den Füßen beachten sollten.

Kribbeln in den Füßen und weitere Anzeichen im Überblick

Die häufigsten Anzeichen einer diabetischen Nervenschädigung im Überblick:

  • Bis zu 26 Prozent der Betroffenen verspüren Schmerzen in beiden Füßen, die sich verstärken, wenn man sich ruhig verhält.
  • Die Schmerzen können als brennend, reißend oder stechend empfunden werden und plötzlich auftreten.
  • Missempfindungen wie Kribbeln in den Füßen oder ein Taubheitsgefühl treten häufig auf.
  • Viele Patienten spüren aber auch gar keine Symptome.

Darum ist die Neuropathie so gefährlich

Fatal für Patienten mit einer Neuropathie: Ihr Schmerzempfinden geht mit der Zeit verloren, so dass etwa ein unbemerktes Steinchen im Schuh schlimme Wunden verursachen kann. Auf diese Weise steigt das Risiko für ein diabetisches Fußsyndrom, das laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft jährlich rund 40.000 Amputationen in Deutschland zur Folge hat. Auch das vegetative Nervensystem, das beispielsweise die inneren Organe steuert, kann betroffen sein. Diese sogenannte autonome Neuropathie, die nahezu jedes Organ befallen kann, ist besonders für das Herz gefährlich - sie kann eine Ursache für einen "stummen" Herzinfarkt sein.

Eine diabetische Neuropathie macht sich meist zuerst an den Füßen bemerkbar, da die längsten Nervenfasern am empfindlichsten sind. Foto: djd/Wörwag Pharma/Colourbox.de
Eine diabetische Neuropathie macht sich meist zuerst an den Füßen bemerkbar, da die längsten Nervenfasern am empfindlichsten sind. Foto: djd/Wörwag Pharma/Colourbox.de
Diabetiker sollten ihre Füße jährlich beim Arzt untersuchen lassen. So wird eine gefährliche Nervenschädigung frühzeitig erkannt und drohende Folgen lassen sich eindämmen. Foto: djd/Wörwag Pharma/Colourbox
Diabetiker sollten ihre Füße jährlich beim Arzt untersuchen lassen. So wird eine gefährliche Nervenschädigung frühzeitig erkannt und drohende Folgen lassen sich eindämmen. Foto: djd/Wörwag Pharma/Colourbox

Checkliste für Diabetiker: Schlimme Folgen verhindern

Hier unsere Checkliste für Diabetiker, die schlimme Folgen einer Nervenschädigung verhindern wollen:

  • Die Füße jährlich beim Hausarzt oder Diabetologen untersuchen lassen - das rät die Aufklärungsinitiative zur diabetischen Neuropathie. Wer seine Füße zusätzlich selbst regelmäßig kontrolliert, bemerkt Druckstellen und Veränderungen schnell und kann sie seinem Arzt zeigen.
  • Den Blutzucker gut einstellen lassen.
  • Alkohol möglichst vermeiden, da er neben Diabetes die zweitwichtigste Ursache für die Erkrankung ist.
  • Symptome mithilfe gut verträglicher Präparate wie etwa "milgamma protekt" lindern. Das Präparat gibt es rezeptfrei in der Apotheke, der darin enthaltene vitaminähnlichen Wirkstoff Benfotiamin kann gegen die Bildung nerven- und gefäßschädigender Zucker-Abbauprodukte wie AGEs (Advanced Glycation Endproducts) wirken.
  • Die Füße bewegen, um die Muskeln besser zu durchbluten - und gegen trockene Haut ein Bad mit Öl oder rückfettender Seife nehmen sowie eine besondere Pflege-Salbe benutzen.
  • Empfindliche Füße mit Massagen entspannen und beleben sowie Sandpapierfeilen statt Scheren oder Nagelknipsern nehmen, um Verletzungen zu vermeiden.

Nehmen die Schmerzen überhand, so kann der Arzt Antidepressiva oder -epileptika verschreiben. Diese haben jedoch häufig Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Mundtrockenheit.

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