Gesund und vital
Artikel vom 01.11.2014

Herzfrequenz messen: Hoher Puls bringt Herz in Gefahr

Atemnot und Brustenge können bei Herzpatienten auf einen erhöhten Ruhepuls hinweisen. Foto: djd/pulsgesund.de
Atemnot und Brustenge können bei Herzpatienten auf einen erhöhten Ruhepuls hinweisen. Foto: djd/pulsgesund.de

Ihre Blutdruckwerte haben die meisten von uns im Kopf. Doch auf ihren Puls achten die wenigsten. Wie ist es bei Ihnen? Wissen Sie, wie häufig Ihr Herz in der Minute schlägt? Oder haben Sie auf Ihre Herzfrequenz bislang kaum geachtet? Wenn Letzteres zutrifft, sollte man umdenken und beim nächsten ärztlichen Check-up auch den Puls überprüfen lassen also die Herzfrequenz messen. Wie eine Langzeitstudie aus Dänemark zeigt, geht ein gesteigerter Ruhepuls immer mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems einher. Die beschleunigte Herzfrequenz kann nicht nur dazu führen, dass sich eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) entwickelt, auch Störungen des Herzrhythmus und Herzinfarkte können gefördert werden.

Lebensführung anpassen, Ruhepuls senken

Besonders für Patienten, die bereits an einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) leiden, kann ein schneller Puls gefährlich sein. Infolgedessen kann es zu Durchblutungsstörungen und schmerzhaften sogenannten Angina-Pectoris-Beschwerden kommen, die sich in Atemnot und Gefühlen von Brustenge äußern. Bei Arteriosklerose-Patienten können eine mangelhafte Sauerstoffversorgung des Herzens bis hin zum Herzinfarkt die Folgen eines dauerhaft erhöhten Pulses sein. Um das Herz zu schützen, raten Experten wie Dr. med. Norbert Smetak aus Kirchheim daher, den Ruhepuls mit einer entsprechend angepassten Lebensführung zu senken. Denn ein langsamer Puls verbessert die lebensnotwendige Sauerstoffversorgung des Herzens. Es ist daher sehr wichtig, regelmäßig die Herzfrequenz zu messen.

Unser Tipp:

Dr. Nobert Smetak, der Schirmherr der Initiative Pulsgesund empfiehlt:

  • eine gesunde Ernährung
  • regelmäßige Bewegung in Form von zwei- bis dreimal 30 Minuten Ausdauertraining pro Woche
  • Reduzierung von anregenden Substanzen wie Koffein und Teein
  • Vermeidung von Pulsbeschleunigern wie Nikotin

Medikamentöse Behandlung in Erwägung ziehen

Bei Patienten, die im Hinblick auf ihre Herzgesundheit mit einer KHK oder einer Herzschwäche vorbelastet sind, reichen diese allgemeinen Maßnahmen in Bezug auf den Lebensstil häufig nicht mehr aus. Ihnen rät der Kardiologe in Absprache mit dem behandelnden Arzt, die zusätzliche Einnahme von modernen Medikamenten in Betracht zu ziehen: "Neben sogenannten Betablockern und speziellen Calcium-Antagonisten gibt es mit Ivabradin seit 2007 einen Pulssenker, der ausschließlich auf den Puls einwirkt."

Herzfrequenz messen: Auf den Pulsschlag achten

Wie die sogenannte BEAUTIfUL-Studie zeigt, kann ein Puls von 70 Schlägen pro Minute und höher ein gesteigertes Risiko für Herzerkrankungen nach sich ziehen. In der internationalen Untersuchung wurden anhand der Daten von 11.000 KHK-Patienten die positiven Effekte einer Pulssenkung mit Ivabradin bestätigt. Demnach kann die Substanz den Pulsschlag reduzieren, indem sie ausschließlich und direkt auf den Taktgeber der Herzfrequenz wirkt. Auf den Blutdruck oder die Schlagkraft des Herzens wird indes kein Einfluss genommen.

Fazit der Redaktion

Nicht nur der Blutdruck und die Cholesterinwerte können maßgeblichen Einfluss auf die Herzgesundheit nehmen, sondern ebenfalls ein erhöhter Ruhepuls. Vor allem Patienten, die unter einer Vorschädigung des Herzens leiden, sollten dies berücksichtigen und ihren Puls regelmäßig kontrollieren. Liegen die Werte dauerhaft über 70 Schlägen pro Minuten, empfiehlt es sich, die Lebensweise anzupassen und gemeinsam mit dem behandelnden Arzt bei Bedarf eine medikamentöse Behandlung in Erwägung zu ziehen.

Weiterführende Informationen als PDF Download:

Experteninterview Pulsgesundheit Dr. Smetak

Broschüre Pulsgesundheit

Herz-Tagebuch

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