Gesund und vital
Artikel vom 29.11.2019

Immer noch ein Tabuthema: 6 Fakten, die Sie über Harninkontinenz wissen sollten

Menschen, die unter einer Harninkontinenz leiden, können viel dafür tun, trotzdem einen entspannten Alltag zu genießen.
Menschen, die unter einer Harninkontinenz leiden, können viel dafür tun, trotzdem einen entspannten Alltag zu genießen. Foto: djd/Hartmann MoliCare/Getty Images/Tetra images

Blasenschwäche - das betrifft doch nur alte Menschen? Weit gefehlt, denn die so genannte Harninkontinenz kann alle Altersgruppen treffen. Wir stellen 6 Mythen rund um das Thema vor und liefern die Fakten dazu:

Mythos 1: Harninkontinenz ist ein seltenes Leiden.

Fakt: Das ist falsch. Allein in Deutschland sind etwa neun Millionen Menschen von Inkontinenz betroffen. Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft spricht in diesem Zusammenhang sogar von einer "Volkskrankheit".

Mythos 2: Weniger trinken, weniger Inkontinenz.

Fakt: Das ist falsch. Im Gegenteil: Bei zu wenig Flüssigkeitszufuhr wird die Blase schlechter durchgespült und Bakterien können sich schneller in Niere, Blase und Harnröhre sammeln. Das steigert das Risiko einer Blasen- oder Harnwegsinfektion. Es wird empfohlen, 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit täglich zu sich zu nehmen.

Es gibt zahlreiche Hygieneprodukte, die bei Blasenschwäche für ein sicheres Gefühl unterwegs oder auf Reisen sorgen.
Es gibt zahlreiche Hygieneprodukte, die bei Blasenschwäche für ein sicheres Gefühl unterwegs oder auf Reisen sorgen. Foto: djd/Hartmann MoliCare/Getty Images/Emma Innocenti

Mythos 3: Nur alte Menschen sind inkontinent.

Fakt: Das stimmt nicht. Zwar sind überdurchschnittlich viele Menschen ab 65 Jahren von Harninkontinenz betroffen, praktisch kann es aber alle Altersgruppen treffen. Vorübergehend haben etwa 25 Prozent aller Frauen zwischen 25 und 35 Jahren damit zu kämpfen.

Mythos 4: Meistens sind Frauen von Inkontinenz betroffen.

Fakt: Frauen zählen besonders oft zu den Betroffenen (bis zu 85 Prozent), daher stimmt diese Aussage. Durch Schwangerschaften und Geburten ist ihre Beckenbodenmuskulatur häufig geschwächt. Sie leiden dann häufig an einer Stress- oder Belastungsinkontinenz. Dabei kommt es etwa beim Hüpfen, Niesen oder Husten zum unkontrollierbaren Urinabgang. Männer hingegen leiden häufiger an einer überaktiven Blase. Sehr plötzlich und dringend müssen sie dann zur Toilette.

Mythos 5: Man kann nichts gegen Inkontinenz tun.

Fakt: Das stimmt nicht ganz. Bei leichter Stressinkontinenz ist regelmäßige Beckenbodengymnastik in jedem Alter erfolgsversprechend. Ist Übergewicht die Ursache, kann eine Gewichtsreduktion durch eine Ernährungsumstellung und ausreichend Bewegung helfen. Haben eine chronische Verstopfung und heftiges Pressen den Beckenboden angegriffen, kann ein Arzt stuhlregulierende Maßnahmen verschreiben.

Die Wahl des passenden Hygieneprodukts beeinflusst zudem das eigene Wohlbefinden nachhaltig. Besonders wichtig ist Betroffenen, dass es Urin verlässlich auffängt, ein Trockenheitsgefühl schafft und den Uringeruch neutralisiert. Je nach der Schwere der Harninkontinenz sind etwa Slips, Pads, Einweghosen (Pull-ups), Vorlagen oder Einlagen zu empfehlen. Zum Testen gibt es beispielsweise ein kostenloses Inkontinenz-Probeprodukt.

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Quellenangabe
Quellenangabe. Foto: djd/Hartmann MoliCare

Mythos 6: Inkontinenz? Darüber spricht man nicht.

Fakt: Tatsächlich öffnen sich leider nur wenige Menschen. In Deutschland halten 52 Prozent der Betroffenen Harninkontinenz für ein Tabuthema. Das ist das Ergebnis der europäischen MoliCare Studie "Breaking the Silence: A European Report".

39 Prozent der deutschen Befragten in einer Beziehung haben noch nie mit ihrem Partner oder ihren Freunden (69 Prozent) über ihre Harninkontinenz gesprochen. Dabei tut darüber reden gut. 46 Prozent aller Befragten geben an, sich nach dem Gespräch mit ihrem Partner selbstbewusster gefühlt zu haben.

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