Gesund und vital
Artikel vom 20.04.2017

6 Tipps, wie man Hämorriden vorbeugen kann

Eine Frau trinkt Wasser aus einem Glas.
Reichlich Flüssigkeit und eine ballaststoffreiche Ernährung beugen Verstopfung und damit der Hauptursache von Hämorriden vor. Foto: djd/Getty

Bei Frauen kann neben anderen Risikofaktoren insbesondere auch eine Schwangerschaft Hämorriden auslösen. Mit diesen sechs wichtigen Tipps kann man der Entstehung vorbeugen.

1. Tipp: Verstopfung vermeiden

Verstopfung und das dadurch oft bedingte Pressen beim Stuhlgang gelten als Hauptauslöser für Hämorrhoidalleiden. Denn dadurch geraten die Gefäßpolster im Enddarm unter Druck, können anschwellen und vorfallen. Eine gute Verdauung ist deshalb die beste Vorbeugung.

Hierfür ist unter anderem eine Ernährung mit vielen ballaststoff- und wasserreichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Leinsamen, Obst und Gemüse sowie eine reichliche Flüssigkeitszufuhr wichtig - also mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee am Tag trinken. Frauen neigen aufgrund hormoneller Schwankungen stärker zu Verstopfung als Männer - zum Beispiel während der Schwangerschaft, Stillzeit und der Wechseljahre - und sind in diesen Phasen stärker für die Entwicklung von Hämorriden gefährdet.

2. Tipp: Rasch behandeln

Hämorriden sind immer noch ein Tabuthema. Aber da sie sich unbehandelt in der Regel verschlimmern, ist eine rechtzeitige Behandlung wichtig. Zur Linderung akuter Beschwerden sind etwa rezeptfreie Salben geeignet. Sie enthalten meist den schmerzstillende Wirkstoffe und können nach Rücksprache mit dem Arzt auch bei Hämorriden in der Schwangerschaft angewendet werden.

Drei Frauen und ein Mann stehen in einer Reihe und machen eine Dehnübung.
Bewegung fördert nicht nur die Durchblutung, sondern bringt auch den Darm in Schwung. Foto: djd/thx

3. Tipp: Richtiges Toilettenverhalten

Auch wenn der Stuhlgang mal etwas länger ausbleibt, sollte nichts erzwungen werden. Denn heftiges Pressen begünstigt Hämorriden. Deshalb sollte man immer warten, bis man wirklich muss. Aber auch eher gemütliche Dauersitzungen mit Buch oder Handy belasten den Beckenboden unnötig. Deshalb auf dem stillen Örtchen nicht zu lange verweilen.

4. Tipp: Übergewicht abbauen

Übergewicht steht im direkten Zusammenhang mit Hämorrhoidalleiden. Die Zusatzkilos belasten den Beckenboden und behindern die Durchblutung, sodass die Gefäßpolster anschwellen können. Jede Gewichtsabnahme kann deshalb das Risiko für Hämorrhoidalleiden und ihr Fortschreiten verringern. Ausnahme: Frauen, die ein Kind erwarten, sollten nicht versuchen abzunehmen, auch wenn die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft Hämorriden begünstigt. Denn nach der Geburt bilden sich die Hämorriden meist von ganz alleine wieder zurück.

5. Tipp: Nicht zu viel sitzen

Den ganzen Tag auf dem Bürostuhl und dann ab aufs Sofa - das ist generell keine gesunde Lebensweise und kann auch die Bildung von Hämorriden fördern. Bei sitzenden Tätigkeiten sollte man daher für einen Ausgleich sorgen, zum Beispiel durch häufigeres Aufstehen, Umhergehen oder Gymnastik. Nach der Arbeit sollte man regelmäßigen Sport und Bewegung in den Alltag einbauen. Das fördert nicht nur die Blutzirkulation, sondern bringt auch den Darm in Schwung und beugt so Verstopfungen vor. Zudem erleichtert körperliche Aktivität die Gewichtskontrolle.

6. Tipp: Überbelastungen vermeiden

So wichtig Bewegung auch ist, nicht jede Sportart ist gut für den Beckenboden. Manche Sportarten können die Entstehung von Hämorrhoidalleiden sogar fördern. Stark belasten können etwa Sprung- und Stoppbewegungen wie beim Tennis, Trampolinspringen, Joggen oder Volleyball. Beim Kraftsport mit hohen Gewichten wird außerdem viel Blut in den Unterleib gepresst, was die Gefäße anschwellen lässt. Ähnliches gilt auch für das Heben und Tragen von schweren Lasten im Beruf oder Alltag.

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