Gesund und vital
Artikel vom 01.11.2014

Hämorrhoiden - 5 Tipps für Linderung

Foto: djd/G. Pohl-Boskamp
Foto: djd/G. Pohl-Boskamp

Hämorridalleiden verlaufen in vier Stadien – wer früh aktiv wird, kann auch ohne Operation erfolgreich gegensteuern. Sei es aus Angst vor der bevorstehenden Behandlung oder aus falscher Scham – Menschen mit Analleiden suchen häufig erst Rat beim Arzt oder Apotheker, wenn der Leidensdruck zu hoch wird. Die wenigsten denken daran, dass sie der Erkrankung damit erheblichen Vorschub leisten.

Denn anders als vielleicht gehofft, erledigen sich die unangenehmen Probleme in der Analregion nicht stillschweigend von selbst. Im Gegenteil: Wird die Behandlung von Hämorriden hinausgezögert, vergrößern sich die Gefäßpolster immer mehr. Am Schluss der Krankheitsentwicklung stehen dann häufig Stuhlinkontinenz und Operationen.

Tipp 1: Zum Arzt gehen

Analthrombosen, Fissuren, Marisken, Abszesse, Hämorriden oder eine Krebsgeschwulst – Veränderungen am Analausgang können viele Ursachen haben. Daher wird Betroffenen der frühzeitige Gang zum Facharzt empfohlen. Er kann eine bösartige Entartung ausschließen und die jeweils notwendige Behandlung einleiten. Bei gewissenhafter Durchführung müsse die notwendige Untersuchung weder schmerzhaft noch unangenehm sein. In der Regel sei dazu nicht einmal eine besondere Vorbereitung nötig. Betroffene müssten also weder eine Abführkur noch einen Einlauf fürchten.

Tipp 2: Mit klarem Wasser reinigen

Dass Betroffene dennoch häufig lange zögern, bevor sie sich in Behandlung begeben, kann auch mit falschen Annahmen zur Entstehung von vergrößerten Hämorriden zusammenhängen. Etliche befürchten nämlich, die Beschwerden durch unzureichende Hygiene selbst verursacht zu haben. Hier gibt es Entwarnung: Eine Ursache für vergrößerte Hämorriden ist eine falsche Hygiene nicht. Eine sanfte Analhygiene ist bei bereits bestehenden Hämorriden wichtig. Um das entzündliche Gewebe nicht zusätzlich durch heftiges Reiben zu reizen, empfiehlt sich eine Nassreinigung mit klarem Wasser.

Tipp 3: Pressdruck vermeiden

Eine Hauptursache für vergrößerte Hämorriden ist zu hoher Pressdruck bei der  Stuhlentleerung, wie er insbesondere bei Verstopfung und zu harten Stuhlgängen auftritt. Die wichtigste Regel ist also, für einen wohlgeformten, gut entleerungsfähigen Stuhlgang zu sorgen - durch regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und reichliche Flüssigkeitszufuhr. Experten weisen nicht nur auf die Begünstigung der Erkrankung durch Bewegungsarmut, schlechte Ernährungs- und Trinkgewohnheiten hin, sondern warnen vor allem vor langen Toilettensitzungen.

Tipp 4: Mit Pflege vorbeugen

Bei der Entstehung der Erkrankung werden vier Stadien beobachtet: Hämorridalleiden ersten Grades äußern sich mit hellroten Blutungen und Juckreiz, beim zweiten Grad kommen Brennen, Nässen und gelegentliche Schleimabsonderungen sowie Stuhlnachschmieren hinzu. Zu diesem Zeitpunkt ist noch eine einfache Behandlung mit Salben, Zäpfchen oder Haemotamps möglich.

Juckreiz und Brennen lassen sich am besten mit schnell lokal wirkenden Betäubungsmitteln behandeln. In der nicht akuten Phase eignet sich ein Präparat, das die Analregion pflegt, die Elastizität der Haut erhöht sowie den empfindlichen Bereich vor Reizungen schützt und dem Wiederauftreten akuter Analerkrankungen vorbeugen kann.

Tipp 5: Lieber frühzeitig behandeln lassen

Im dritten Stadium treten die Hämorridalpolster während des Stuhlgangs aus dem After hervor, lassen sich aber mit dem Finger in den Analkanal zurückschieben. Hier wird zumeist eine konservative Behandlung mit einer Gummibandligatur angewandt, bei der die Basis des Hämorridengewebes abgeschnürt wird: Das Gewebe stirbt ab und wird nach 10 bis 20 Tagen ausgeschieden.

Hämorriden vierten Grades sind soweit vergrößert, dass sie dauerhaft vor dem Afterrand liegen. Neben Nässen, Juckreiz und Schmerzen tritt dabei oft eine Stuhlinkontinenz auf. In diesem Stadium ist eine Operation unvermeidlich. Eine Garantie, dass sich keine neuen Vergrößerungen bilden, bietet jedoch auch der chirurgische Eingriff nicht, weshalb frühzeitige konservative Behandlungsmethoden nach Einschätzung aller Experten vorzuziehen sind.

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