Gesund und vital
Artikel vom 05.09.2018

7 wichtige Fragen und Antworten zur Grippeimpfung

Eine Impfung gegen Grippe verringert das Risiko einer Erkrankung.
Ein kleiner Piks jeden Herbst kann das Risiko einer Grippeerkrankung deutlich verringern. Foto: djd/Sanofi/thx
Durch Impfungen gegen Grippe können sich Risikogruppen schützen.
Bestimmte Personengruppen sind durch die Influenza besonders gefährdet. Foto: djd/Sanofi

Die "echte" Grippe oder Influenza ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung. Sie wird überwiegend durch die Grippeviren Typ A und B ausgelöst. Das mit der Grippe verbundene Risiko wird oft unterschätzt. Laut Robert Koch-Institut infizieren sich während einer Grippewelle in Deutschland zwischen vier und sechzehn Millionen Menschen. Allein in der Grippesaison 2016/2017 gab es sechs Millionen influenzabedingte Arztbesuche. Auch Todesfälle sind häufig: Bei der schweren Grippewelle 2014/15 waren es geschätzte 21.300. Eine Grippeimpfung kann bestmöglich vor einer Grippeerkrankung schützen.

1. Wer sollte zur Grippeimpfung gehen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung für

  • alle Menschen ab 60 Jahren
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel
  • Menschen jeden Alters mit besonderer gesundheitlicher Gefährdung durch Grundleiden wie Diabetes oder chronische Atemwegs-, Herzkreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Medizinisches Personal
  • Personen, die Menschen mit erhöhtem Risiko gefährden könnten, weil sie sie betreuen oder im selben Haushalt leben
  • Personen in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr

2. Wie oft muss man sich impfen lassen?

Grippeviren verändern sich sehr schnell, sodass auch die Grippeimpfstoffe jedes Jahr neu angepasst werden müssen. Deshalb sollte man die Grippeimpfung jährlich wiederholen.

Eine echte Grippe bedeutet hohes Fieber und starke Schmerzen.
Hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen, schweres Krankheitsgefühl - die echte Grippe oder Influenza ist kein Spaziergang. Foto: djd/Sanofi/Getty

3. Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung?

Der beste Zeitpunkt für eine Grippeimpfung ist im Oktober/November, bevor die Grippesaison beginnt. Da ihr Höhepunkt meist nach dem Jahreswechsel liegt, kann auch ein späterer Termin noch sinnvoll sein. Tipp: Rechtzeitig einen Arzttermin vereinbaren.

4. Wie gut ist der Grippeimpfschutz?

Eine Grippeimpfung bietet - auch wegen den ständig variierenden Grippeviren - keinen 100-prozentigen Impfschutz. Sie kann das Erkrankungsrisiko aber deutlich reduzieren. Studien haben außerdem gezeigt, dass bei geimpften Personen eine mögliche Erkrankung milder verläuft als bei ungeimpften.
Seit Januar 2018 ist außerdem die Empfehlung der STIKO in Kraft, nach der ausdrücklich die neueren Vierfach-Grippeimpfstoffe empfohlen werden. Diese schützen vor beiden Influenza-A-Stämme sowie den beiden B-Linien, während herkömmliche Dreifach-Grippeimpfstoffe nur eine der beiden B-Linien enthielten.

Durch die neuen Vierfach-Grippeimpfstoffe können nach Schätzungen der STIKO jährlich bis zu 388.000 Arztbesuche und 1.800 Krankenhauseinweisungen verhindert werden - eine deutliche Verbesserung des Impfschutzes. Dank der Empfehlung wird die Vierfach-Grippeschutzimpfung jetzt von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Eine Impfung gegen Grippe ist besonders in Großstädten wichtig.
Wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, ist das Risiko einer Ansteckung besonders groß. Foto: djd/Sanofi/thx
Quellenangaben zur Grippeimpfung im Oktober.
Quellenangaben. Foto: djd/Sanofi

5. Kann es auch für andere Personen sinnvoll sein, sich impfen zu lassen?

Zwar empfiehlt die STIKO die Impfung nicht, aber auch für Nicht-Risikogruppen ist die Grippe kein Spaziergang. Zudem schützt man mit einer Grippeimpfung nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Denn je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger mögliche Krankheitsüberträger gibt es - man spricht vom Herdeneffekt.

6. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Die Grippeimpfung ist normalerweise gut verträglich. Möglich sind leichte Rötungen, Schmerzen und Schwellungen an der Einstichstelle sowie Allgemeinsymptome wie Kopfschmerzen, leichtes Fieber oder Müdigkeit. Ein inaktivierter Grippeimpfstoff kann keine Grippe auslösen.

7. Wer darf nicht geimpft werden?

Wer an einer fieberhaften Infektion erkrankt ist, sollte die Impfung auf später verschieben. Menschen mit schwerer Allergie gegen Hühnereiweiß sollten dies ihrem Arzt mitteilen.

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