Gesund und vital
Artikel vom 20.06.2016

Wie lange dauern die Wechseljahre?

Blonde Frau mit Brille in den 50ern lächelt entspannt.
Die Dauer der Wechseljahre kann sehr unterschiedlich sein. Im Schnitt halten Symptome wie Hitzewallungen mehr als sieben Jahre an. Foto: djd/123RF

Wenn der Zyklus aus dem Takt gerät, die Nerven sirren, die Nächte unruhig sind und bei jeder Gelegenheit Hitzewallungen und Schweißausbrüche auftreten, dann fragen sich betroffene Frauen nicht selten genervt: Wie lange dauern die Wechseljahre bloß?

Leider lässt sich diese Frage - wie so oft bei gesundheitlichen Themen - nicht eindeutig beantworten, denn jede Frau ist anders und reagiert ganz individuell auf die hormonellen Umstellungen dieser Zeit. Studien legen allerdings nahe, dass Symptome wie fliegende Hitze und Nachtschweiß im Durchschnitt mehr als sieben Jahre anhalten. Hier erfahren Sie mehr Details zur Dauer der Wechseljahre.

Zwei Frauen in den 50ern umarmen sich und lachen in die Kamera
Die Lebensqualität muss während des Klimakteriums nicht leiden. Bei starken Beschwerden kann eine Hormontherapie helfen.

Verschiedene Phasen bestimmen die Dauer der Wechseljahre

Über die Dauer der Wechseljahre können sich auch die Beschwerden verändern. Das hängt mit den verschiedenen Phasen der Umstellung zusammen, die heute auch bei der Therapie berücksichtigt werden. Hier alle Phasen, welche die Dauer der Wechseljahre bestimmen, auf einen Blick:

Erste Phase: Die Prämenopause

Es beginnt mit der Prämenopause, die schon mit Mitte oder Ende 30, meist aber um die 40 einsetzen kann, und die im Schnitt etwa sieben Jahre dauert. Da sie schleichend einsetzt, ist der genaue Beginn nicht immer einfach zu erkennen.

In dieser Phase schwindet zuerst das Hormon Progesteron. Es kommt zu einem Ungleichgewicht mit dem anderen wichtigen Sexualhormon, dem Östrogen, was verschiedene Beschwerden wie Zyklusunregelmäßigkeiten, Schlafprobleme und Schmerzen in der Brust auslösen kann. Oft werden diese Symptome am Anfang anderen Ursachen zugeschrieben - etwa Stress oder dem prämenstruellen Syndrom. Sie können durch die Gabe eines natürlichen Progesterons gelindert werden, wenn sie von der betroffenen Frau als stark belastend empfunden werden.

Zweite Phase: Die Perimenopause

Als zweite Phase während der Dauer der Wechseljahre folgt die Perimenopause. Sie bezeichnet die Zeit von etwa zwei Jahren vor bis zu einem Jahr nach der letzten Regelblutung. Diese letzte Blutung, die eigentliche Menopause, findet meist im Alter von etwa 50 Jahren statt.

In der Perimenopause sinkt die Östrogenproduktion in den Eierstöcken immer weiter ab. Beschwerden wie Hitzewallungen, Nachtschweiß, ständige Müdigkeit und Hauttrockenheit können verstärkt einsetzen. Oft fahren die Hormone jetzt geradezu "Achterbahn", bis die Eisprünge schließlich ganz aufhören und auch keine Blutung mehr stattfindet. Ist mindestens ein Jahr lang keine Menstruation mehr eingetreten, ist die Perimenopause vorbei, und die Postmenopause beginnt.

Letzte Phase: Die Postmenopause

In der Postmenopause schließlich wird Östrogen nur noch in kleinsten Mengen produziert. Damit ist die Umstellungsphase aber noch lange nicht abgeschlossen, und oft setzen die typischen Beschwerden sogar jetzt erst ein.

Dazu können weitere Symptome wie wiederkehrende Harnwegsinfektionen, Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Sex auftreten. Auch das Osteoporose-Risiko kann sich erhöhen. Durch die Gabe eines Östrogens kann die hormonelle Ausgeglichenheit wieder verbessert werden. Dazu verordnen Frauenärzte heute häufig ein Hormongel, das auf die Haut aufgetragen wird. Dort bildet es ein Depot und wird langsam und gleichmäßig abgegeben. Die transdermale Verabreichung ermöglicht es, die Dosierung in Absprache mit dem Arzt individuell anzupassen. Zudem wird mit einem Gel die erste Leberpassage vermieden, und das Thromboserisiko erhöht sich Studien zufolge nicht.

Hat die Frau noch eine Gebärmutter, verordnet der Arzt zusätzlich zum Östradiol noch ein Gestagen, etwa natürliches Progesteron, um Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut zu vermeiden. So kann quasi ein ausgewogener Zyklus nachgebildet werden.

Dauer der Wechseljahre: Letzte Phase bis zum 65. Lebensjahr

Ziel einer Hormonbehandlung ist, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität in diesem Lebensabschnitt zu verbessern. Die Postmenopause erstreckt sich bis etwa zum 65. Lebensjahr, erst dann sind die Wechseljahre komplett abgeschlossen.

In jedem Fall gilt: Die Frage "Wie lange dauern die Wechseljahre" ist stets individuell und von Frau zu Frau unterschiedlich zu beantworten.

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