Gesund und vital
Artikel vom 01.11.2014

Chronische Schmerzen behandeln - 3 Tipps

Nach der Schmerzlinderung kann das Training schmerzfreier Bewegungsabläufe erfolgen. Foto: djd/Schmerzklinik am Arkauwald
Nach der Schmerzlinderung kann das Training schmerzfreier Bewegungsabläufe erfolgen. Foto: djd/Schmerzklinik am Arkauwald

Chronische Schmerzen sind zermürbend. Nur wer regelmäßig unter schmerzhaften Beschwerden leidet, weiß, wie sehr die Lebensqualität davon in Mitleidenschaft gezogen wird. Nicht nur der berufliche und familiäre Alltag wird davon geprägt, auch die Lebensfreude wird massiv beeinträchtigt. Umso wichtiger ist eine wirksame Behandlung, die alle Aspekte der Erkrankung abdeckt.

Doch ambulante Therapien geraten dabei schnell an ihre Grenzen. Vor allem, wenn die verordneten Medikamente nicht mit der gewünschten Schmerzlinderung einhergehen. Stationäre Rehabilitationsmaßnahmen in einer Spezialklinik können da weit mehr Möglichkeiten bieten. Denn hier lassen sich nicht nur chronische Schmerzen behandeln, zugleich werden auch Schwierigkeiten bei der Schmerzbewältigung sowie Begleiterscheinungen wie Depressionen oder Angstzustände intensiv therapiert.

Tipp 1: Chronische Schmerzen behandeln

Eine solche Rehabilitation, wie sie beispielsweise in der Schmerzkliniken angeboten wird, ist für einige der geschätzten, acht bis 16 Millionen chronischen Schmerzpatienten in Deutschland nicht selten die letzte Hoffnung. Sie setzen darauf, dass nach der umfassenden Behandlung von körperlichen, seelischen und sozialen Aspekten ihrer chronischen Schmerzen ein neuer Lebensabschnitts beginnt, der nicht nur von Schmerz geprägt ist.

Ob ein Patient, der unter Migräne, Kopf- und Gesichtsschmerzen, Rückenschmerzen oder Fibromyalgie leidet, für eine stationäre Therapie in Frage kommt, muss jedoch der behandelnde Arzt entscheiden. Er kann eine Rehabilitationsmaßnahme verordnen, wenn:

  • der Schmerz das Hauptkrankheitszeichen geworden ist
  • der Schmerz die Bewegungstherapie beeinträchtigt
  • Schwierigkeiten bei der Schmerzbewältigung bestehen
  • starke Schmerzmittel wie Opioide eingenommen werden müssen
  • Schmerzmittelentzug notwendig ist
  • Schmerzblockaden nötig sind
  • Schmerzen stark chronifiziert sind

Tipp 2: Chronische Schmerzen mit multimodalem Ansatz behandeln

Erste Priorität hat die Behandlung der chronischen Schmerzen: Eine Spezialitäten ist der Einsatz von Schmerzkathetern, über die der Schmerz ausgeschaltet und die Stoffwechsellage verbessert werden kann. Damit würden physiotherapeutische Behandlungen und eine Ergotherapie zur Verbesserung schmerzfreier Bewegungsabläufe oft erst möglich.

Im Laufe der Jahre hat sich das multimodale Therapiekonzept bewährt, bei dem Ärzte, Physio- und Ergotherapeuten, Psychologen, Ernährungsberater, Sozialdienst und Pflegekräfte eng zusammenarbeiten.

Tipp 3: Strategien für ein unbeschwertes Leben festlegen

Der Verlauf der Therapie orientiert sich dabei an den individuellen Bedürfnissen jedes einzelnen Patienten: Dies ist sehr wichtig, da jeder Mensch unterschiedlich auf die Behandlung reagiert. Belastungen der Psyche, die häufig parallel zu chronischen Beschwerden auftreten, können mit einer Schmerzpsychotherapie aufgefangen werden. Zudem könnte das Erlernen von Schmerzbewältigungstechniken den Betroffenen Strategien an die Hand geben, trotz ihrer Erkrankung ein unbeschwertes Leben zu führen.

Fazit

Chronische Schmerzpatienten müssen neben Einschränkungen der Lebensqualität auch hohe psychische Belastungen hinnehmen. Ambulante Möglichkeiten stoßen oft an ihre Grenzen dabei, chronische Schmerzen zu behandeln. In solchen Fällen können stationäre Rehamaßnahmen in einer Spezialklinik, die multimodale Behandlungskonzepte anbietet, ein wichtiger Schritt in ein Leben jenseits des Schmerzes sein.

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