Gesund und vital
Artikel vom 01.11.2014

7 Tipps zum Leben mit Arthrose - Behandlungsmöglichkeiten bei Hüftgelenksarthrose

Leben mit Arthrose - Behandlungsmöglichkeiten bei Hüftgelenksarthrose
Leben mit Arthrose - Behandlungsmöglichkeiten bei Hüftgelenksarthrose

Schmerzen begleiten den Alltag von Arthrose-Patienten. Was zunächst nur bei Belastung auftrat, erscheint bald bei jeder kleinen Bewegung, beim Abwärtssteigen von Stufen und letztlich sogar innerhalb von Ruhephasen.

Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose) bezeichnet den Verschleiß des Hüftgelenkes. Arthrose ist nicht nur ein Altersleiden. Oft beginnt die Abnutzung des Gelenkes schon in jüngeren Jahren und kann sich Jahre fortziehen, bevor sie deutlich einschränkende Beschwerden mit sich bringt. Es gibt aber auch Erkrankungen und angeborene Fehlstellungen, die eine Hüftgelenksarthrose auslösen können.

1. Der Gelenkknorpel nutzt sich ab



Das Hüftgelenk ist im Alltag viel größeren Belastungen ausgesetzt, als die Gelenke der oberen Extremitäten. Dies führt dazu, dass sich die Knorpelfläche im Laufe des Lebens durch Reibung immer mehr abnutzt und dünner wird.

Der natürliche Puffer schwindet, der Abrieb im Gelenk verstärkt den Verschleiß, bis letztlich die Knochen aufeinander reiben. Zusätzlich belastend sind weitere Faktoren, wie:


  • Übergewicht

  • Fehlstellungen (Hüftdysplasie, X- oder O-Beine)

  • Gelenkveränderungen als Verletzungsfolge (z.B. Oberschenkelhalsbruch)

  • falsche Belastung (z.B. Fließbandarbeit, Sport etc.)

  • entzündliche Gelenkerkrankungen (z.B. Rheuma oder Gicht)
  • Durchblutungsstörungen (z.B. Hüftkopfnekrose)

  • Vererbung

Um weitere Informationen zur Entstehung und  Arten der Hüftgelenkarthrose  zu erhalten, kontaktieren Sie am besten einen Orthopäden.


Leben mit Arthrose - Behandlungsmöglichkeiten bei Hüftgelenksarthrose
Leben mit Arthrose - Behandlungsmöglichkeiten bei Hüftgelenksarthrose

2. Nichtoperative Behandlungsverfahren



Konservative Therapie kann Linderung bringen, das Fortschreiten der Erkrankung stoppen oder verzögern, wenn sie rechtzeitig angesetzt wird. Sie beinhaltet in der Regel:


  • Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente
  • Gewichtsreduzierung
  • Krankengymnastik
  • Physikalische Therapie (Wärme- oder Kältebehandlung)
  • orthopädische Hilfen (Schuhe, Einlagen, Gehilfen)
  • Injektionstherapie


Kann aufgrund des Fortschreitens der Erkrankung keine Besserung (mehr) erreicht werden, ist eine Operation fast unumgänglich.

3. Operative Therapiemöglichkeiten



Die Auswahl der für den Patienten richtigen Behandlungsform und -Kategorie hängt von den individuellen Lebensumständen sowie dem Grad des Fortschreitens der Hüftgelenksarthrose ab.



Sind die Abnutzungserscheinungen noch gering, kann eine sogenannte Osteotomie infrage kommen - eine operative Umstellung des Gelenkes. Diese und die Oberflächenersatzprothese - bei welcher nur die beschädigte Oberfläche des Gelenkes entfernt und künstlich ersetzt werden - eignen sich vor allem für Patienten jünger als 60 Jahre, die evtl. sportlich aktiv sind.

 Darüber hinaus gibt es sowohl zementfreie als auch zementierte Varianten der Hüftgelenksimplantate.

Leben mit Arthrose - Behandlungsmöglichkeiten bei Hüftgelenksarthrose
Leben mit Arthrose - Behandlungsmöglichkeiten bei Hüftgelenksarthrose

4. Die Lebensumstände ändern sich



Bereits nach der Diagnose müssen Gewohnheiten geändert und beispielsweise krankengymnastische Übungen in den Alltag eingebaut werden. Nach einer Operation gibt es bestimmte Verhaltensempfehlungen. Diese werden bereits im Krankenhaus von Ärzten und Physiotherapeuten gut erklärt. Dazu gehören unter anderem:

  • Innen- und Außendrehungen der Hüfte vermeiden
  • erhöhte Toiletten benutzen
  • Beine oder Füße nicht übereinander schlagen
  • Duschen bevorzugen

  • festes, rutschsicheres Schuhwerk tragen
  • Anziehhilfen verwenden
  • Hüfte nicht über 90 Grad beugen
  • beim Schlafen in Seitenlage ein Kissen zwischen die Beine stecken


5. Nicht jeder benötigt eine OP

Frühzeitig erkannt kann einem Fortschreiten der Erkrankung vorgebeugt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention empfiehlt hierfür ausreichend Bewegung durch Gymnastik, Radfahren, Schwimmen und Aqua-Jogging. Übergewicht sollte abgebaut und falsche Bewegungsmuster korrigiert werden.


6. Arthrosepatienten sind nicht allein



Laut aktuellen Studien sind vom Hüftgelenkverschleiß mehr als 5 Millionen Deutsche Bürger betroffen. Von den über 65-jährigen sind es 90 %. Das zeigt, dass diese Form des Gelenkverschleißes in der Bevölkerung häufiger vorkommt. Somit sind Hüftoperationen und -prothesen in orthopädischen Kliniken bereits zum Standard geworden

Jede Operation birgt Risiken, die es sorgfältig abzuwägen gilt. Bei fortgeschrittener Arthrose kann jedoch nur eine Prothesenimplantation  die Ursachen beseitigen, die Schmerzen nehmen und Beweglichkeit sowie Lebensqualität zurückbringen.

7. Ernährung bei Arthrose

Der Ernährung bei Arthrose-Patienten ist besonders wichtig. Tipps bekommen Sie in unserem Ratgeber "Gesunde Ernährung bei Arthrose".

drucken