Gesund und vital

Für Heuschnupfen-Geplagte: Der Bauernhof-Effekt zum Lutschen

Wer in der Nachbarschaft von Kühen lebt, leidet in der Regel weniger unter Heuschnupfen.
Gesunde Landluft: Wer in der Nachbarschaft von Kühen lebt, leidet in der Regel weniger unter Heuschnupfen. Foto: djd/Bencard Allergie/Tom Schlegel

(djd). Schon seit rund 100 Jahren kennt man den Bauernhof-Effekt: Wer in der Nähe eines Kuhstalls aufwächst oder lebt, hat ein geringeres Risiko, Allergien oder Asthma zu bekommen. Jetzt steht der Bauernhof-Effekt in Form einer Lutschtablette aus der Apotheke auch fernab von Bauernhöfen zur Verfügung.

Volkskrankheit Allergien in der Stadt stärker verbreitet

Allergien wie Heuschnupfen sind in der Bevölkerung weit verbreitet: Etwa jeder vierte Deutsche leidet unter einer oder sogar mehreren Allergien. Doch Heuschnupfen, Hausstaubmilbenallergie, Tierhaarallergien und Co. sind nicht gleichmäßig verteilt: Zahlreichen Studien zufolge leiden Stadtbewohner deutlich häufiger an allergischen Erkrankungen als Landbewohner. Menschen, die auf oder im nahen Umkreis eines Bauernhofs mit traditioneller Viehhaltung aufwachsen und leben, haben eine niedrigere Allergieneigung.

Ein bestimmtes Protein spielt beim Bauernhof-Effekt eine wichtige Rolle.
Der Bauernhof-Effekt wurde gründlich erforscht. Ein bestimmtes Protein spielt dabei eine wichtige Rolle. Foto: djd/Bencard Allergie/Nathan Zentveld

Das Protein mit der Tasche

Doch welcher Faktor macht diesen Bauernhof-Effekt genau aus? Das haben die Professorin Erika Jensen-Jarolim und ihr Forscherteam intensiv untersucht. Dabei stießen sie auf das Protein Beta-Lactoglobulin (BLG), das im Umkreis von bis zu 300 Metern rund um Kuhställe mit traditioneller Viehhaltung vorkommt. Sie fanden das Protein in der Stallluft, in der Umgebungsluft und in der Rohmilch von Kühen. Es hat eine Tasche, in der es Mikronährstoffe wie Vitamin A, Eisen oder Zink zu den Immunzellen transportieren kann. So können die Immunzellen gestärkt werden, was zu einer Beruhigung der allergischen Symptome führen kann. Mehr Informationen gibt es im Video mit Prof. Erika Jensen-Jarolim.

 

Mit einer neuen Lutschtablette können auch Städter vom Bauernhof-Effekt profitieren.
Mit einer neuen Lutschtablette können auch Städter vom Bauernhof-Effekt profitieren. Foto: djd/Bencard Allergie/Tom Schlegel

Lutschtablette kann Immunabwehr stärken

Auf Basis dieser wissenschaftlichen Untersuchungen wurde die Lutschtablette Immunobon entwickelt. Sie enthält Beta-Lactoglobulin aus der Molke von Bio-Rohmilch kombiniert mit Eisen, Zink und Vitamin A - also quasi den Bauernhof-Effekt in eine Lutschtablette verpackt. Diese zielt auf die Stärkung der natürlichen Immunabwehr ab und kann sie widerstandsfähiger machen. Diese Widerstandsfähigkeit des Immunsystems wird als Immunresilienz bezeichnet.

So wird die "Kuhstallpille" - wie sie gerne genannt wird - bei Pollenallergien, aber auch bei Hausstaubmilben- und Tierhaarallergien empfohlen. Studien mit Birkenpollenallergikern an der Medizinischen Universität Wien in 2019 und 2020 zeigten eine deutliche Beruhigung der allergischen Symptome. Eine aktuelle Studie an der Charité in Berlin mit Hausstaubmilbenallergikern erzielte vergleichbare Ergebnisse und eine deutliche Verbesserung der allergischen Symptome.

Am besten vor dem Pollenflug starten

Immunobon zur ergänzend bilanzierten Diät ist frei verkäuflich in Apotheken erhältlich und für Erwachsene und Kinder ab drei Jahren geeignet. Empfohlen wird, dass Erwachsene über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten zwei Lutschtabletten am Tag einnehmen, Kinder eine. Die Lutschtabletten sind glutenfrei, laktosearm, für Diabetiker geeignet und machen nicht müde. Eine Kombination mit Antihistaminika ist möglich. Der Beginn der Einnahme kann jederzeit erfolgen. Für Heuschnupfen-Patienten ist es jedoch optimal, schon einen Monat vor der Pollenflugzeit damit zu beginnen.

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